- 14.11.2012, 11:08:40
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Regierungsprojekt Pädagogenbildung neu: uniko warnt vor Qualitätsverlust
Wien (OTS) - Der Gesetzentwurf für eine "Pädagoginnen- und
Pädagogenbildung neu", wie im Regierungsprojekt formuliert, stößt bei
der Österreichischen Universitätenkonferenz (uniko) auf
schwerwiegende Bedenken: Die Rektorinnen und Rektoren erkennen in dem
von der Regierung präsentierten Projekt einen Eingriff in die
Autonomie der Universitäten und einen drohenden Qualitätsverlust in
der Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrer, was die uniko mit aller
Entschiedenheit ablehnt.
Demnach soll die alleinige Verantwortung für die Ausbildung der
Sekundarstufe (allgemeinbildende höhere Schulen) den Universitäten
entzogen und künftig nur mehr gemeinsam mit den Pädagogischen
Hochschulen (PH) wahrgenommen werden. Nach Ansicht der uniko können
Kooperationen aber nur unter der Federführung der Universitäten
stattfinden, da diese der Garant für eine Lehrerinnen- und
Lehrerbildung sind, die auf wissenschaftlich und künstlerisch
höchstem Niveau und angebunden an die internationale Forschung
erfolgt.
Die Einführung des geplanten Zertifizierungsrates wird abgelehnt.
Damit würde eine überflüssige Parallelstruktur zu dem erst heuer
eingeführten System der Qualitätssicherung geschaffen, das im
Hochschul-Qualitätssicherungsrahmengesetz festgeschrieben wurde.
Stattdessen wäre es effizienter und inhaltlich sinnvoller, die
Pädagogischen Hochschulen mit dem Qualitätssicherungsrahmengesetz zu
erfassen, als eine neue, ministeriell zusammengesetzte Struktur ins
Leben zu rufen. Die geplante Zertifizierung von Lehramtsstudien wäre
darüber hinaus "eine Einführung der Studiengangsakkreditierungen
durch die Hintertür" - ein Modell, das europaweit schon ausgedient
hat.
Die uniko weist zudem auf den mit dem Zertifizierungsrat
einhergehenden Paradigmenwechsel hin, wonach künftige Dienstgeber (in
diesem Fall das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur)
über die universitären Lehrinhalte und die Qualifikation des
Personals bestimmen können. Damit wäre die Möglichkeit eröffnet, dass
in weiterer Folge auch Kammern und Interessensverbände die Freiheit
von Forschung, Wissenschaft und Lehre massiv einschränken.
Die im Regierungsprojekt verankerte Einrichtung der neuen
Bachelor-/Masterstruktur - mit Ausnahme einiger künstlerischer
Studien - ist auch eine Forderung der uniko, die sie weiterhin
unterstützt. Dafür müssen möglichst rasch gesetzliche
Rahmenbedingungen unter Einbindung der Universitäten festgelegt
werden.
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