- 14.11.2012, 10:42:47
- /
- OTS0105 OTW0105
EGB-Aktionstag: Sparpolitik raubt der Jugend alle Perspektiven
ÖGJ-Michlmayr: "Wenn Jugend eine Bank wäre, wäre sie schon gerettet worden"
Utl.: ÖGJ-Michlmayr: "Wenn Jugend eine Bank wäre, wäre sie schon
gerettet worden"=
Wien (OTS/ÖGB) - "Europa darf nicht weiter kaputt gespart werden. Das
ist uns als Gewerkschaftsjugend ein besonderes Anliegen, denn die
Jugend zahlt den höchsten Preis für die Wirtschaftskrise", sagte
ÖGJ-Vorsitzender Jürgen Michlmayr am heutigen EGB-Aktionstag gegen
die europäische Sparpolitik. Speziell in Ländern wie Spanien und
Griechenland ist die Lage dramatisch, bereits mehr als die Hälfte der
Jugendlichen sind arbeitslos. "Junge Menschen verlassen ihre Länder,
um anderswo gute Jobs zu finden. Hier droht ein gewaltiger Brain
Drain, und der wird noch durch gezieltes Abwerben unterstützt - also
durch Fachkräfteraub", kritisiert Michlmayr und fordert europaweite
Ausbildungs- und Beschäftigungsprogramme für Jugendliche. "Die
Jugendarbeitslosigkeit verursacht Kosten von 153 Milliarden Euro im
Jahr. Besser wäre es, wenn wir dieses Geld schon vorher dafür
ausgeben würden, dass die Jugendlichen erst gar nicht arbeitslos
würden."++++
Besonders zynisch findet Michlmayr so manche Banken, die mit wilden
Spekulationen die Wirtschaftskrise mit ausgelöst haben, sich nun von
der Öffentlichkeit retten lassen. "Die gleichen Banken lassen aber in
Spanien Menschen delogieren, weil sich die ihre Wohnungen wegen der
Bankenkrise nicht mehr leisten können", sagt Michlmayr. Die Lösung
müsse daher künftig lauten: Nicht nur Banken retten, sondern auch die
Jugendarbeitslosigkeit bekämpfen. "Wenn die Jugend eine Bank wäre,
wäre sie schon längst gerettet worden", so der ÖGJ-Vorsitzende.
Sparwahn verstärkt Krisensymptome
Die düstere Situation der jungen Menschen in Europa ist nicht nur das
Ergebnis der Wirtschaftskrise, sondern auch der Sparpolitik, zu der
die nationalen Regierungen von der EU-Kommission angetrieben werden.
"Durch das überzogene Sparen werden die Krisensymptome nicht
bekämpft, sondern verstärkt. Die Sparpakete rauben den jungen
Menschen die Perspektive, und für Jung und Alt stehen
Einkommenskürzungen auf der Tagesordnung. So werden die Länder
Europas nicht aus der Krise herauswachsen können", kritisiert
Michlmayr.
Soziales Europa stärken
"Statt wildem Sparen sollten menschenwürdige Arbeit und der
europäische Wohlfahrtsstaat im Zentrum der europäischen wie auch der
nationalen Politik stehen. Das europäische Sozialmodell sollte
einerseits vor den derzeitigen heftigen Attacken geschützt und
andererseits gestärkt werden. Die Sparpolitik ist wirtschaftlich und
sozial inakzeptabel, sie trägt auch nichts zu ökologischer
Nachhaltigkeit bei. Sie ist aber auch politisch gefährlich und
untergräbt die demokratische Stabilität. Denn während sich die Lage
verschlechtert und die Arbeitslosigkeit steigt, tauchen Phänomene wie
Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Intoleranz und Gewalt wieder
vermehrt auf", so Michlmayr.
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NGB






