- 13.11.2012, 14:57:05
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FMK-Podiumsdiskussion: Gemeinsames Verständnis von Mobilfunkbranche und Politik gefordert
Motto: Mobile Vision Austria 2020

Utl.: Motto: Mobile Vision Austria 2020=
Wien (OTS) - Am Montag, 12.11.2012 fand vor rund 100 geladenen Gästen
im Studio 44 die Podiumsdiskussion "Mobile Vision Austria 2020" des
Forum Mobilkommunikation mit angeschlossener Leistungsschau der
Mobilfunkbranche statt. Den Themenrahmen dazu gaben die beiden
Impulsreferate, gehalten von Martin Whitehead, Director Europe der
GSMA und Shin Chang, Ö3-Tech-Redakteurin und Multimediaexpertin.
Am Podium: Hannes Ametsreiter Präsident FMK und Generaldirektor A1
und Telekom Austria Group, Andreas Bierwirth, CEO T-Mobile Austria
GmbH, Sabine Joham-Neubauer, Bundesministerium für Verkehr,
Innovation und Technologie, Michael Krammer, CEO Orange, Kurt
Reichinger, RTR-GmbH und Jan Trionow, CEO Hutchison 3G Austria.
Martin Whitehead: Maximising mobile's potential
Martin Whitehead, Director Europe der GSMA, startete mit seinem
Impulsreferat "Mobile driving growth, employment, innovation and
resource efficiency in a Connected Europe. Maximising mobile's
potential to help meet Europe's key challenges - a policy perspective
from Brussels". Er betonte, dass die Mobilfunkindustrie in Europa
einen wesentlichen Beitrag zur Sicherung der Beschäftigung und der
Nachhaltigkeit von Ressourcen leiste und dies von der Branche noch
stärker kommuniziert werden müsse. Von den zuständigen
EU-Institutionen und Behörden forderte er politische Ansätze, um
Breitband weiter zu fördern, was zu neuen Innovationen - etwa bei
Content und Services - führe und damit das Vertrauen der User stärke.
Shin Chang: Smart Objects - eine Glaubensfrage
In ihrem Impulsreferat stellte Shin Chang die Frage, wie smart
unser Leben bereits sei und was die ständige Vernetzung bewirke.
Shin Chang, Ö3-Tech-Redakteurin und Multimediaexpertin skizzierte
anhand eines praktischen Beispiels, wie schon in naher Zukunft das
Leben mit Smart Objects aussehen könnte: Etwa im Individualverkehr
würden schon bald Autos miteinander kommunizieren, zentrale Rechner
wüssten, wieviele Fahrzeuge sich in einem Tunnel befänden und was
LKWs geladen hätten, was wieder bei einem Unfall für die
Rettungskräfte nützliche Informationen wären. Auch der individuelle
Tagesbeginn jedes Einzelnen wird bald durch Smart Objects
vereinfacht. So wüsste der Wecker genau, wann man in der Früh
aufstehen müsse um eingetragene Termine nicht zu versäumen, die
Heizung würde sich entsprechend davor einschalten und wenn Stau oder
Zugsverspätungen drohen, würde der Wecker eben rechtzeitig früher
klingeln.
Podiumsdiskussion
In der anschließenden Podiumsdiskussion meinte Andreas Bierwirth,
dass sich die Mobilfunker schon lange zu Breitbandanbietern im
klassischen Sinne weiterentwickelt hätten. Durch verschiedene
Anwendungen und Inhalte werden schon heute enorme- und natürlich in
Zukunft noch viel mehr Datenmengen transportiert. Jedenfalls müssen
Modelle gefunden werden, die den Betreibern eine Partizipation am
Erfolg der Anbieter dieser Inhalte ermöglichen, welche die Nutzung
der Netze kommerziell abbilden.
Michael Krammer sieht die Zukunft der Mobilfunkbetreiber darin,
die Bedürfnisse der Menschen zu erkennen und durch die Bereitstellung
der Infrastruktur zu befriedigen. Es bestehe ein großer Bedarf an
Mobilität, also mobilem Breitband, wobei die Technik den Kunden
selbst egal wäre, es müsse einfach nur funktionieren. Dies wäre eine
sehr große Herausforderung, die durch Deregulierung besser gemeistert
werden könne, ansonste sehe Krammer die Entwicklungen von
Innovationen gefährdet.
Hannes Ametsreiter meinte, dass auf dem Weg zu einem Connected
Europe vor allem mehr leistungsfähige Infrastruktur notwendig sei. Es
müsse ein Umfeld geschaffen werden, das zu einem Ökosystem führe,
welches den Weg in die vernetzte Zukunft unterstützt. Statt
Regulierung müssten ganz im Gegenteil Anreize geschaffen werden,
damit investiert wird. Das wäre für Europas Wachstum besonders
wichtig, auch im Hinblick auf den internationalen Wettbewerb. Ein
weiterer Punkt sei das Thema Frequenzen. Ametsreiter forderte, dass
schon heute die Weichen für die Digitale Dividende 2 - das 700
MHz-Band - gestellt werden, denn dies sei für die weitere Entwicklung
notwendig.
Auch Jan Trionow sieht den Trend eindeutig in Richtung mobile
Breitband-Connectivity, die eine sehr starke Infrastruktur braucht.
Die Dinge passieren allerdings nicht von allein. In Anspielung auf
die Tatsache, dass bald drei statt vier Betreiber sich Österreichs
Markt teilen werden, meinte er, dass nun bald ein Umfeld vorgefunden
werde, welches sicherstelle, dass Österreich, welches ursprünglich
mal ein "Mobilfunk-Musterland" gewesen sei, infrastrukturell und
technisch nicht noch weiter zurückfalle.
Sabine Joham-Neubauer meinte, dass Mobilfunk natürlich auch aus
Sicht des BMVIT ein wichtiger Treiber des österreichischen
Wettbewerbs und der Innovationskraft sei, und strich heraus, dass
anlässlich der letzten TKG-Novelle der Investitionsschutz besonders
behandelt wurde. Nicht zustimmen wollte sie den Vorrednern in Bezug
auf die Regulierungen. Denn wenn Dienstleistungen immer komplexer
würden, sei Daten-und Konsumentenschutz von hoher Bedeutung. Ein
Problem dabei sei, dass Over-the-top-Player nicht dieser
Reglementierung unterlägen. Dies müsse auf europäischer Ebene
diskutiert werden.
Kurt Reichinger wies darauf hin, dass die RTR laut §1 TKG
aufgefordert ist, den Wettbewerb im Sinne der Endkunden zu fördern.
Dies spiegle sich darin, dass heute mehrere Betreiber in Österreich
etabliert seien, was zu attraktiven Angeboten geführt hätte.
Andererseits müsse die RTR auch den Ausbau der Infrastruktur fördern,
dies wäre ein Spagat zwischen Wettbewerb und Infrastruktur. Insofern
sähe sich die RTR als Player auf diesem Markt, könne aber nicht über
ihren Schatten springen.
In der Endrunde resümierte Hannes Ametsreiter in seiner Funktion
als Präsident des FMK die Mobile Vision Austria 2020: "Das Thema
Regulierung wird uns auch in Zukunft beschäftigen. Zur
Zukunftssicherung des Wirtschaftsstandortes Österreich benötigen wir
aber eine Industriepolitik, welche die Anforderungen des
Telekommunikationssektors unterstützt. Wir sehen großartige
Möglichkeiten, auf die wir uns hinbewegen. Es ist die Aufgabe der
GSMA, des FMK, der Mobilfunkbetreiber und der Institutionen wie
Regulationsbehörden und Wettbewerbsbehörden hier ein gemeinsames
Verständnis zu finden."
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