- 13.11.2012, 10:01:08
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AUVA und KFV Aktion "Nimm dir Zeit für meine Sicherheit" feiert Jubiläum
Kinder betreiben seit 20 Jahren erfolgreich Bewusstseinsbildung
Utl.: Kinder betreiben seit 20 Jahren erfolgreich
Bewusstseinsbildung=
Mitterndorf (OTS) - Seit nunmehr 20 Jahren verteilen Kinder vor
Schulen Äpfel an brave Lenker und Zitronen an Schnellfahrer, um an
die Einhaltung der Geschwindigkeitsbegrenzung zu erinnern. Die
erfolgreiche Aktion von AUVA und KFV nahm in Niederösterreich ihren
Anfang und blickt auf eine erfolgreiche Bilanz zurück. Unter dem
Motto "Nimm dir Zeit für meine Sicherheit!", schafft die persönliche
Konfrontation von Schnellfahrern mit ihren potenziellen Opfern
Bewusstsein für die Bedürfnisse der jungen Straßenbenutzer. In der
Volksschule Mitterndorf an der Fischa wird heute das Jubiläum der
Aktion gefeiert.
An viel zu vielen Tagen im Jahr lautet die Medienmeldung "Kind
nach Kollision mit Pkw in Lebensgefahr" oder gar "Auf dem Schutzweg
überfahren - Schülerin tot". Dramatisch spiegelt sich die brutale
Realität des Straßenverkehrs in den Zahlen der Statistik. Im Jahr
1992 kam es zu 706 Unfällen mit Kindern im Alter bis 14 Jahre auf
Niederösterreichs Straßen - 195 davon am Schulweg -, 748 wurden
verletzt und 11 wurden bei Verkehrsunfällen getötet. Bis zum heutigen
Tag sind die Unfallzahlen, dank zahlreicher Präventionsmaßnahmen,
drastisch gesunken. Dennoch ist die Statistik alarmierend. Im Jahr
2011 starben 3 Kinder als Fußgänger in Niederösterreich, 522 - davon
35 am Schulweg - wurden verletzt - viele davon schwer, mit
lebenslangen Folgen.
Kein Wunder: Das Verhalten vieler Fahrer macht aus dem
"Lebensraum" Straße für Kinder einen "Überlebensraum" - und das oft
nur mit knapper Not. Denn das Verantwortungsbewusstsein der
Erwachsenen steckt leider allzu oft noch selbst in den Kinderschuhen.
Sind Tempolimits bloße Tipps? Diese Frage stellt sich beim Blick auf
die Daten aktueller Geschwindigkeitsmessungen: Rund 60 Prozent der
Pkw-Lenker ignorieren Tempo-30-Limits im Ortsgebiet, und etwa 40
Prozent aller Autofahrer überschreiten Tempo 50. Höchste Zeit für
Sicherheit!
"Nimm dir Zeit für meine Sicherheit!"
Diesen Appell richten KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) und
AUVA (Allgemeine Unfallversicherungsanstalt) seit 20 Jahren im Rahmen
der unter dem Titel "Apfel/ Zitrone" gestarteten Initiative an alle
Kraftfahrzeuglenker, um zu verhindern, dass die Schwächsten auf der
Straße - Fußgänger und ganz besonders Kinder - unter die Räder
kommen. Die Aktion wirbt österreichweit für mehr Achtsamkeit: Die vom
Risiko Betroffenen selbst - Kinder im Volksschulalter - bitten dabei
am Straßenrand von der Exekutive angehaltene Schnellfahrer
höchstpersönlich und durchaus eindringlich um Zeit für Sicherheit.
Weil die Wahl der Fahrgeschwindigkeit über Sein oder Nicht-Sein von
Fußgängern entscheiden kann. Die Idee dazu kam von einem
niederösterreichischen Polizisten.
Süßes oder Saures...
Wenn Raser von der Polizei zur Kasse gebeten werden, ist dies eine
unangenehme Sache. So richtig peinlich wird es aber, wenn eine ganze
Klasse von Schulkindern um mehr Rücksicht bittet. Der vorwurfsvolle
Blick aus Kinderaugen wirkt, der flammende Appell ans
Verantwortungsbewusstsein kommt an und wird im Idealfall auch nicht
so schnell vergessen. Als Draufgabe zur persönlichen Aufforderung von
Seiten der Kinder wartet schließlich auch noch Süßes oder Saures: Ein
süßer Apfel belohnt jeden angepassten Fahrer - jeden
Tempoüberschreiter mahnt eine saure Zitrone. Seit 1992 haben 36.543
Schüler 22.623 Äpfel und 11.122 Zitronen an Lenker verteilt.
Bei einer Evaluation der Aktion gaben 94 Prozent der angehaltenen
Autofahrer an, dass sie die Aktion als positiv empfinden und es
befürworten würden, wenn sie regelmäßig durchgeführt würde. Die
Einbindung von Schülern in die Aktion erfuhr große Zustimmung, da
Kinder dadurch schon früh mit dieser Thematik konfrontiert werden.
"Die teilnehmenden Schüler arbeiten aktiv mit und haben Spaß an der
Kommunikation mit den angehaltenen Lenkern. Gleichzeitig beschäftigen
sie sich mit den Verkehrsregeln und werden für die Thematik
sensibilisiert. Die Evaluation hat uns gezeigt, dass die Aktion
Apfel-Zitrone von allen Teilnehmern akzeptiert wird und einen
wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheit leistet", sagt DI Christian
Kräutler, KFV-Landesstellenleiter Niederösterreich.
Mangelware Zeit - Luxusgut Sicherheit?
Oft sind es Ablenkung und Zeitdruck, die dem Menschen am Volant
den Blick fürs Wesentliche nehmen. Telefonieren, SMS-Tippen,
In-der-Tasche-Kramen, kurze Unaufmerksamkeit beim Abbiegen an der
Kreuzung - und schon passiert es: Gedankenlosigkeit wird zur
tödlichen Gefahr. Ing. Bernd Toplak, stellvertretender Leiter des
Unfallverhütungsdienstes der AUVA-Landesstelle Wien, erklärt "Die
Jubiläums-Aktion war 2011 in rund 75 Schulen in Niederösterreich zu
Gast. Was wir heute am wenigsten haben und am meisten brauchen, ist
Zeit. Da bleibt die Sicherheit im Straßenverkehr schnell auf der
Strecke. Doch Sicherheit darf kein Luxusgut sein. Sicherheit braucht
Zeit für Achtsamkeit! Unser aktueller Appell ist wörtlich zu nehmen.
Fuß weg vom Gas und volle Konzentration voraus: Ist da vielleicht
jemand, der für seine sicheren Schritte auch ein Stück Straße
beansprucht? Jemand, dessen Leben von meinem Fahrverhalten abhängt?"
"Unsichtbarer Schutzweg": für Kinder immer und überall!
Egal, ob auf dem Zebrastreifen oder nicht, bei Rot oder bei Grün: Für
Kinder gilt der "unsichtbare Schutzweg" - und zwar immer und überall!
Fahrzeuglenker müssen Kindern allerorts und jederzeit, ob in
Begleitung oder allein auf der Straße, den Vorrang einräumen und eine
gefahrlose Querung der Fahrbahn ermöglichen.
Bilder unter: http://www.apa-fotoservice.at/galerie/3604/
Video(s) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalvideo-Service
sowie im OTS-Videoarchiv unter http://video.ots.at
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