• 08.11.2012, 13:43:35
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Montecuccoli appelliert "Natur schützen durch nützen"

Starke Signale für nachhaltige Bewirtschaftung im Rahmen der Holzgespräche

Utl.: Starke Signale für nachhaltige Bewirtschaftung im Rahmen der
Holzgespräche=

Wien (OTS) - "Die Ökosysteme der heutigen mitteleuropäischen
Kulturlandschaft waren und sind, bedingt durch eine kleinflächig
strukturierte Landschaft und dichte Besiedlung, auf den Menschen
ausgerichtet. Durch jahrhunderte lange Landnutzung und
Bewirtschaftung durch private Land- und Fortwirtschaftsbetriebe
können wir gegenwärtig in Österreich auf einen Lebensraum mit einer
unglaublichen Artenvielfalt und Biodiversität stolz sein. Zudem hat
sich die österreichische Familienforstwirtschaft seit Generationen
dem Konzept der Nachhaltigkeit und Multifunktionalität verpflichtet
und gewährleistet damit, dass der Wald seine vielfältigen Funktionen
erfüllen kann", hebt DI Felix MONTECUCCOLI, Präsident der Land&Forst
Betriebe Österreich, die Bedeutung der nachhaltigen multifunktionalen
Familienforstwirtschaft im Rahmen der Österreichischen Holzgespräche
2012 hervor.

Nachhaltige, multifunktionale Bewirtschaftung sichert das
Ökosystem Wald

Mit knapp vier Millionen Hektar bedeckt unser heimischer Wald rund
48 Prozent der Staatsfläche und stellt somit flächenmäßig das größte
Kulturgut Österreichs dar. Dieses wird von rund 145.000 Waldbesitzern
gepflegt. 80 Prozent der Waldfläche befinden sich dabei in privatem
Eigentum.

Der Wald wandelte sich im Laufe seiner Kulturgeschichte von der
reinen Holz- und Jagdnutzung zu einem Leistungsträger und
Erholungsraum und erbringt wichtige Leistungen wie Nutzfunktion,
Wohlfahrtswirkung und Schutz vor Naturgefahren für unsere
Gesellschaft. Für die Waldbesitzer und Forstbewirtschafter bedeutet
dies, über eine nachhaltige Bewirtschaftung einen achtsamen und
sorgfältigen Umgang mit dem Ökosystem Wald zu leben. Lebende
Pflanzen, lebende Tiere, lebendiger Boden, die Erhaltung der
Funktionen des Waldes und natürlich das Generationendenken stehen im
Fokus der Betrachtung. Es werden alle ökonomischen, ökologischen und
sozialen Aspekte auf einer Fläche berücksichtigt und sehr erfolgreich
Holzproduktion, Biodiversität, Erholung, Schutz vor Naturgefahren,
touristischen Interessen und Umweltschutz auf ein und derselben
Fläche vereint.

Großflächige Wildnis- und Schutzgebiete bedrohen heimische
Forstwirtschaft

Obwohl sich in Europa das Modell der nachhaltigen und
multifunktionalen Forstwirtschaft über Jahrhunderte und Generationen
erfolgreich etabliert hat, treten vermehrt auf europäischer Ebene und
auch in Österreich Diskussionen und Forderungen nach Wildniskonzepten
und großflächigen "Außer-Nutzung-Stellungen" von Wäldern für den
Naturschutz auf. Eine "Außer-Nutzung-Stellung" auf großen Flächen,
wie sie in Nordamerika und Asien, aufgrund ihrer
Landschaftsstrukturen und dünn besiedelten Gebieten üblich ist, kann
allerdings auf die in Europa geprägte Kulturlandschaft nicht
angewendet werden. Diese würde nicht nur eine nachhaltige
Bewirtschaftung und damit den Erhalt des ländlichen Raumes an sich
bedrohen, sondern sogar das komplexe Ökosystem Wald massiv gefährden.

Erhalt der Biodiversität und Artenvielfalt durch nachhaltige
Bewirtschaftung

"Die österreichische Forstwirtschaft ist gefordert, weiter den
integrativen Weg einer nachhaltigen, multifunktionalen
Forstwirtschaft voranzutreiben, um die nachgefragten Leistungen des
Waldes für unsere Gesellschaft als auch den Bestand und Erhalt des
Eigentums sowie der Biodiversität langfristig zu sichern.
Naturschutzberufene Institutionen und Organisationen müssen
begreifen, dass falsch motivierte Zurufe von außen für die Erhaltung
des Ökosystems Wald mit seiner Artenvielfalt und Biodiversität
kontraproduktiv sind. Die Ansicht, dass "Außer-Nutzung-Stellungen" zu
einer Erhöhung der Artenvielfalt führen ist diesbezüglich ein weit
verbreiteter Irrtum. Die Hauptursachen für den Verlust der
biologischen Vielfalt sind Belastungen der Ökosysteme durch
Landschaftsverbrauch, Zerschneidung von Lebensräumen,
Umweltverschmutzung und Klimawandel. Die Bestrebungen aller sollte
darin liegen, dass erfolgreiche europäische Modell der nachhaltigen
Waldbewirtschaftung in unseren Breiten weiter zu entwickeln. Alleine,
dass wir weltweit mit dieser Form der multifunktionalen Denk- und
Wirtschaftsweise anerkanntes Vorbild sind, zeigt, dass dieser Weg im
Sinne der Umwelt, der Gesellschaft und der Wirtschaft weitergeführt
werden muss", erläutert DI Felix MONTECUCCOLI.

Waldbewirtschaftung braucht Wertschätzung und gesicherte
Rahmenbedingungen

"Die heimische Forstwirtschaft steht heute vor der
Herausforderung, der Wertschätzung und Wertschöpfung des Waldes
gleichermaßen zu begegnen. Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, sind
sicheres Eigentum, der Erhalt des Wertes der Familie und ein stabiler
Staat die Grundvoraussetzung. Die Politik in Europa und Österreich
hat die Aufgabe und die Verantwortung, diese Werte zu sichern und zu
unterstützen. Dies nicht zuletzt auch mit rechtlichen und
steuerlichen Rahmenbedingungen, die die Substanz und den Erhalt
derselben generationenübergreifend absichern. Es erfordert auch einen
Schulterschluss zwischen der Familienforstwirtschaft, dem
holzverarbeitenden Sektor und den Verbänden, zukünftig ein noch
integrativeres Verständnis von Wald als multifunktionale Fläche zu
erzeugen. Neben der nachhaltigen Bewirtschaftung des Waldes ist
allerdings auch die Wertschätzung durch die Öffentlichkeit von
Bedeutung, damit der Wald für seine Anliegen Unterstützung erfährt.
Für unsere wertvollen Ressourcen Wald und Holz muss das Motto "Natur
nützen - Natur schützen" lauten, um allen politischen und
gesellschaftlichen Anforderungen nachhaltig gerecht werden zu können
und den Wald als Lebensraum für Pflanzen, Tiere und Menschen auch für
die nächsten Generationen sicherzustellen. Wenn dies gelingt, werden
wir auch dem Motto der diesjährigen Holzgespräche "Holz. Wege in die
Zukunft" im Sinne der österreichischen Gesellschaft gerecht werden
können", richtet DI Felix MONTECUCCOLI seinen Appell an alle, die
Verantwortung für das Ökosystem Wald wahrzunehmen.

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