- 08.11.2012, 09:21:28
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Vermarktung der ORF-TVthek nicht genehmigungsfähig
Änderungsvorschläge müssen jedenfalls getrennt beurteilt werden
Utl.: Änderungsvorschläge müssen jedenfalls getrennt beurteilt
werden=
Wien (OTS) - Der ORF hat am 19. September 2012 einen Vorschlag für
Änderungen des Online-Angebots TVthek.orf.at veröffentlicht (1). Der
Verband Österreichischer Privatsender (VÖP) hat gegenüber dem ORF
gestern fristgerecht dazu Stellung genommen.
Aus Sicht des VÖP beinhaltet der Vorschlag des ORF zwei Änderungen
von TVthek.orf.at, die getrennt zu beurteilen sind: Zum einen geht es
um eine inhaltliche Erweiterung um zusätzliche Sendungsformate
verbunden mit einer längeren Bereitstellungsdauer, zum anderen um die
Vermarktung von Online-Bewegtbildwerbung im Rahmen der
TVthek-Inhalte.
Zum Vorschlag der inhaltlichen Erweiterung führt der VÖP aus, dass
die ORF-TVthek bereits jetzt das meist genutzte Abrufportal mit
professionellem Video-Content in Österreich ist. Eine weitere
Aufwertung durch zusätzliche, attraktive Inhalte und durch eine
Verlängerung der Abrufzeit würde diese Vormachtstellung verstärken.
Dies hätte negative Auswirkungen auf die Wettbewerbssituation auf dem
Online-Sehermarkt und auf die Entwicklungsmöglichkeiten für private
Mitbewerber. Zur Erfüllung des öffentlich-rechtlichen Kernauftrags
ist diese inhaltliche Ausweitung jedenfalls nicht erforderlich.
Zum Vorschlag der Vermarktung der TVthek zeigt der VÖP auf, dass
die Bereitstellung von insbesondere Instream-Videowerbung keinerlei
positive Auswirkung auf die Erfüllung des öffentlich-rechtlichen
Auftrags hätte. Im Gegenteil: Die geplanten Maßnahmen, die über die
Werbemöglichkeiten im TV-Bereich weit hinausgehen, für die Nutzer
sogar eine substantielle Beeinträchtigung des bestehenden Angebots
dar.
Hingegen würde die Öffnung der ORF-TVthek für Bewegbildwerbung dem
ORF auf dem betreffenden Markt einen beträchtlichen Marktanteil
verschaffen. Aufgrund des dann zusätzlich vorhandenen, umfangreichen
Videoinventars käme es zwangsläufig zu einem starken Preisdruck. Dies
würde die Ertragschancen privater Mitbewerber deutlich verringern und
dem dualen Rundfunksystem nachhaltigen Schaden zufügen.
Zudem ist zu befürchten, dass es - aufgrund der
marktbeherrschenden Stellung des ORF im Bereich der TV-Werbung und
der Nähe des betroffenen Markt zum Markt für TV-Werbung - zu einer
Verschiebung von Werbevolumina vom TV-Markt in den Online-Markt zu
Gunsten des ORF und zum Nachteil der privaten Rundfunkveranstalter
kommen würde.
"Die vom ORF vorgeschlagenen Änderungen von TVthek.orf.at sind aus
Sicht des VÖP in dieser Form nicht genehmigungsfähig. Dies gilt
insbesondere für eine Vermarktung der ORF-TVthek, aber auch für die
inhaltliche Erweiterung.", fasst Dr. Klaus Schweighofer,
VÖP-Vorsitzender und Vorstand der Styria Media Group zusammen. "Es
ist ohnehin grundsätzlich undenkbar, dem ORF weitere
Vermarktungsmöglichkeiten einzuräumen - egal in welchem Bereich.
Vielmehr muss eine Reduktion der Werbung im ORF oberstes Ziel sein!",
so Schweighofer abschließend.
Download der Stellungnahme unter www.voep.at
(1) vgl. http://zukunft.orf.at/show_content2.php?s2id=189
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