Neues Volksblatt: "Melkkühe" von Michael KALTENBERGER

Ausgabe vom 5. November 2012

Linz (OTS) - Melkkühe sind, wie der Name sagt, zum Melken da. Was in Österreich mit den Melkkühen der Nation - Mittelstand, Familien, Autofahrer - auch ausgiebig geschieht .
Mittlerweile warnen aber viele Experten und Politiker, vor allem von der ÖVP, aber auch aus anderen Parteien, dass man das Melken auch übertreiben kann. Daher gibt es Pläne, wenigstens zwei der drei Gruppen, den Mittelstand und die Familien, steuerlich zu entlasten. Beim Mittelstand ist man sich im Großen und Ganzen einig; aber nur in der Theorie. Denn in der Praxis könnte die von der SPÖ geforderte Reichensteuer zur neuen Melkmaschine für den Mittelstand werden. Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl hat das gestern so ausgedrückt: "Da steht Reichensteuer drauf auf dieser
Mogelpackung - und Mittelstand steht drinnen."
Und bei der von der ÖVP geforderten steuerlichen Entlastung der Familien legt sich die SPÖ überhaupt quer. Ungeachtet der Tatsache, dass Österreich in dieser Hinsicht Schlusslicht in Europa ist; dass also der Fiskus hierzulande den Familien mehr als anderswo in die Taschen greift.
Man muss Kühe füttern, damit man sie melken kann. Doch die SPÖ-Strategie erinnert an die Geschichte vom geizigen Bauern, der seiner Kuh jeden Tag ein kleines bisschen weniger zu fressen gegeben hat. Und als er sie endlich so weit hatte, dass sie gar nichts mehr braucht, war sie tot.
Nur melken geht eben nicht.

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