- 25.10.2012, 09:12:31
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KONSUMENT: Tablettenteiler - einfaches Messer teilt oft besser
Acht Produkte im Test - die Mehrheit schneidet bestenfalls durchschnittlich ab
Utl.: Acht Produkte im Test - die Mehrheit schneidet bestenfalls
durchschnittlich ab=
Wien (OTS/VKI) - Viele Tabletten werden vor der Einnahme geteilt,
entweder um die nötige Dosierung zu erreichen oder aber auch aus
Kostengründen. Tabletten korrekt zu teilen ist aber nicht immer
einfach. Die Folge einer ungenauen Teilung können unter Umständen zum
Teil sogar gefährliche Über- oder Unterdosierungen sein. In einigen
Fällen ist es jedoch unerlässlich, da sich z.B. die benötigte Dosis
mit der Zeit ändert. So sind etwa viele Herz-Kreislauf-Patienten, die
einen Blutverdünner einnehmen, damit vertraut, die Dosis immer wieder
anzupassen.
Tabletten sollten eigentlich per Hand geteilt werden. Da dies aber
nicht immer einfach ist haben sechs Probanden zwischen 62 und 76
Jahren acht handelsübliche Tablettenteiler getestet. Darüber hinaus
wurden die Tabletten auch per Hand und mit einem Besteckmesser
geteilt. Eindeutiger Testsieger ist der Tablettenteiler von Pill
Splitter ACU-LIFE. Erstaunlich gute Ergebnisse gab es im Vergleich
dazu mit einem schlichten Besteckmesser: Dieses reiht sich
punktemäßig an dritter Stelle mit einem "gut" ein. Der Rest der
Produkte kam - ebenso wie das Teilen per Hand - nicht über eine
durchschnittliche Bewertung hinaus. Sämtliche Details zum Test des
Vereins für Konsumenteninformation (VKI) gibt es auf www.konsument.at
und ab heute im November-KONSUMENT.
Manche Tabletten lassen sich trotz Bruchkerbe nicht einfach
entzweibrechen, zumal von älteren Patienten, die oft motorisch
eingeschränkt sind. Für den Test wurden zwei Präparate ausgewählt,
mit denen Patienten erfahrungsgemäß ihre Probleme beim Teilen haben
und sich daher oft eines Tablettenteilers behelfen.
Nicht teilbare Tabletten
Problematisch ist es, wenn Tabletten geteilt werden, die gar nicht
dafür vorgesehen sind. Definitiv ungeeignet zur Teilung sind die
meisten Antibiotika, Pilz-, Tuberkulose- und Krebsmittel,
Virustatika, Immunsuppressiva sowie Hormonpräparate. Auch die
Arzneimittelformulierung - also die Art der "Verpackung" kann einen
Hinweis geben - so sind Kapseln oder überzogene Tabletten für die
Teilung tabu. Denn die Überzüge erfüllen be-stimmte Aufgaben, wie die
Aufbewahrung flüssiger Wirkstoffe, das Überdecken eines unangenehmen
Geschmackes oder die gesteuerte Abgabe des Wirkstoffes (z.B. erst im
Darm).
"Da die Gebrauchsinformation bedauerlicherweise nicht immer
ausreichend Aufschluss über die Teilbarkeit einer Tablette gibt,
raten wir dazu, sicherheitshalber immer in der Apotheke nachzufragen,
bevor man eine Tablette teilt. Lassen Sie sich nicht von einer Kerbe
auf der Tablette verleiten, denn dabei kann es sich auch um eine so
genannte Schmuckkerbe handeln", so VKI-Gesundheitsexpertin Dr. Bärbel
Klepp. "Aufpassen sollte man auch, wenn man von einem teilbaren
Medikament auf ein wirkstoffgleiches Nachahmprodukt umsteigt (z.B.
Generikum eines anderen Herstellers). Denn Wirkstoffgleichheit heißt
nicht automatisch, dass das Medikament für eine Teilung geeignet ist.
Sicherheitshalber sollte man das immer Vorfeld abklären."
"Besonders erstaunlich waren die schlechten Teilungsergebnisse der
Handteilung. Da eine gute Hand-Teilbarkeit Voraussetzung für die
Zulassung zur Teilung ist, fragt man sich, ob diese nicht auch im
Rahmen des Zulassungsverfahrens durch Laien überprüft werden sollte",
resümiert VKI-Gesundheitsexpertin Dr. Bärbel Klepp.
Die schlechten Testergebnisse zeigen klar auf: Nur wenn es keine
andere Möglichkeit gibt, sollten Tabletten vom Patienten geteilt
werden.
Weitere Details zum Test gibt es auf www.konsument.at sowie ab
heute im November-KONSUMENT.
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