KONSUMENT: Tablettenteiler - einfaches Messer teilt oft besser

Acht Produkte im Test - die Mehrheit schneidet bestenfalls durchschnittlich ab

Wien (OTS/VKI) - Viele Tabletten werden vor der Einnahme geteilt, entweder um die nötige Dosierung zu erreichen oder aber auch aus Kostengründen. Tabletten korrekt zu teilen ist aber nicht immer einfach. Die Folge einer ungenauen Teilung können unter Umständen zum Teil sogar gefährliche Über- oder Unterdosierungen sein. In einigen Fällen ist es jedoch unerlässlich, da sich z.B. die benötigte Dosis mit der Zeit ändert. So sind etwa viele Herz-Kreislauf-Patienten, die einen Blutverdünner einnehmen, damit vertraut, die Dosis immer wieder anzupassen.

Tabletten sollten eigentlich per Hand geteilt werden. Da dies aber nicht immer einfach ist haben sechs Probanden zwischen 62 und 76 Jahren acht handelsübliche Tablettenteiler getestet. Darüber hinaus wurden die Tabletten auch per Hand und mit einem Besteckmesser geteilt. Eindeutiger Testsieger ist der Tablettenteiler von Pill Splitter ACU-LIFE. Erstaunlich gute Ergebnisse gab es im Vergleich dazu mit einem schlichten Besteckmesser: Dieses reiht sich punktemäßig an dritter Stelle mit einem "gut" ein. Der Rest der Produkte kam - ebenso wie das Teilen per Hand - nicht über eine durchschnittliche Bewertung hinaus. Sämtliche Details zum Test des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) gibt es auf www.konsument.at und ab heute im November-KONSUMENT.

Manche Tabletten lassen sich trotz Bruchkerbe nicht einfach entzweibrechen, zumal von älteren Patienten, die oft motorisch eingeschränkt sind. Für den Test wurden zwei Präparate ausgewählt, mit denen Patienten erfahrungsgemäß ihre Probleme beim Teilen haben und sich daher oft eines Tablettenteilers behelfen.

Nicht teilbare Tabletten

Problematisch ist es, wenn Tabletten geteilt werden, die gar nicht dafür vorgesehen sind. Definitiv ungeeignet zur Teilung sind die meisten Antibiotika, Pilz-, Tuberkulose- und Krebsmittel, Virustatika, Immunsuppressiva sowie Hormonpräparate. Auch die Arzneimittelformulierung - also die Art der "Verpackung" kann einen Hinweis geben - so sind Kapseln oder überzogene Tabletten für die Teilung tabu. Denn die Überzüge erfüllen be-stimmte Aufgaben, wie die Aufbewahrung flüssiger Wirkstoffe, das Überdecken eines unangenehmen Geschmackes oder die gesteuerte Abgabe des Wirkstoffes (z.B. erst im Darm).

"Da die Gebrauchsinformation bedauerlicherweise nicht immer ausreichend Aufschluss über die Teilbarkeit einer Tablette gibt, raten wir dazu, sicherheitshalber immer in der Apotheke nachzufragen, bevor man eine Tablette teilt. Lassen Sie sich nicht von einer Kerbe auf der Tablette verleiten, denn dabei kann es sich auch um eine so genannte Schmuckkerbe handeln", so VKI-Gesundheitsexpertin Dr. Bärbel Klepp. "Aufpassen sollte man auch, wenn man von einem teilbaren Medikament auf ein wirkstoffgleiches Nachahmprodukt umsteigt (z.B. Generikum eines anderen Herstellers). Denn Wirkstoffgleichheit heißt nicht automatisch, dass das Medikament für eine Teilung geeignet ist. Sicherheitshalber sollte man das immer Vorfeld abklären."

"Besonders erstaunlich waren die schlechten Teilungsergebnisse der Handteilung. Da eine gute Hand-Teilbarkeit Voraussetzung für die Zulassung zur Teilung ist, fragt man sich, ob diese nicht auch im Rahmen des Zulassungsverfahrens durch Laien überprüft werden sollte", resümiert VKI-Gesundheitsexpertin Dr. Bärbel Klepp.

Die schlechten Testergebnisse zeigen klar auf: Nur wenn es keine andere Möglichkeit gibt, sollten Tabletten vom Patienten geteilt werden.

Weitere Details zum Test gibt es auf www.konsument.at sowie ab heute im November-KONSUMENT.

Rückfragen & Kontakt:

Verein für Konsumenteninformation/Testmagazin "Konsument"
Mag. Andrea Morawetz, Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 01/588 77 - 256
amorawetz@vki.at
www.konsument.at

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