- 24.10.2012, 09:00:41
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Österreichs Wohnungsneubau verliert an Schwung - Ausblick für 2013 getrübt
Wien (OTS/WIFO) - Die kontinuierliche Verlangsamung der
gesamtwirtschaftlichen Entwicklung dämpft die Wohnbautätigkeit in
Österreich zunehmend. 2012 und 2013 muss mit einem leichten Rückgang
der Baubewilligungen gerechnet werden. Insgesamt werden 2012 rund
42.800 bewilligte Wohneinheiten erwartet, dies entspricht einem
Rückgang um rund 400 Einheiten gegenüber dem Vorjahr.
Das Wirtschaftswachstum bleibt heuer in Österreich laut der
aktuellen WIFO-Prognose mit 0,6% deutlich hinter der Entwicklung der
Vorjahre zurück (2010 +2,1%, 2011 +2,7%) zurück. Auch 2013 wird es
verhalten sein (+1,0%). Aufgrund der erhöhten Unsicherheit über die
künftige Entwicklung werden vielfach langfristige Investitionen
hinausgezögert; dazu zählen auch Wohnbauten.
Vor diesem Hintergrund prognostiziert das WIFO für die
Baubewilligungen von neuen Wohneinheiten einen Abwärtstrend. 2012 ist
ein mäßiger Rückgang um rund 1% auf etwa 42.800 bewilligte Einheiten
zu erwarten. Weniger als die Hälfte davon wird auf Einfamilienhäuser
(19.000 Einheiten) entfallen, 23.800 Einheiten sind Wohnungen in
Mehrgeschoßbauten.
Die Verringerung der Baubewilligungen ist 2012 vor allem auf die
Entwicklung im Einfamilienhausbau zurückzuführen (-300 Einheiten).
Das Niveau der Baubewilligungen liegt im Einfamilienhaussegment
dennoch deutlich über dem langjährigen Durchschnitt, denn Immobilien
werden - insbesondere angesichts des niedrigen Zinsniveaus -
weiterhin als wertbeständige Anlage gesehen. Vor dem Hintergrund der
Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise entwickelt sich dieses Segment in
Österreich auffallend stabil; die zunehmende Arbeitslosigkeit wird
die Entwicklung 2013 jedoch weiter dämpfen (-500 Einheiten gegenüber
dem Vorjahr).
Der teils heftige Anstieg der Immobilienpreise in den vergangenen
Jahren (vor allem in den Ballungsräumen) setzt Impulse im
Mehrgeschoßwohnungsneubau und verhindert zumindest temporär einen
stärkeren Einbruch. Etwaige geplante Kürzungen der Wohnbauförderung
werden jedoch insbesondere den Mehrgeschoßbau betreffen, 2013 dürfte
die Zahl der Baubewilligungen daher in diesem Segment auf 22.900
sinken (-4%). Insgesamt werden 2013 41.400 Baubewilligungen erwartet.
Trotz der verhaltenen Wachstumsperspektiven wird die Zahl der
bewilligten Einheiten je 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner in
Österreich mit 5,1 im Jahr 2012 und 4,9 im Jahr 2013 deutlich über
dem Durchschnitt der 19 europäischen Länder (3,3 Einheiten) liegen,
für die im Rahmen des Bauforschungsnetzwerkes Euroconstruct
halbjährlich Prognosen vorliegen. Die Baubewilligungen bleiben somit
im europäischen Vergleich verhältnismäßig stabil.
Übersicht 1: Entwicklung der Baubewilligungen in Österreich im
internationalen Vergleich - auf der WIFO-Website
(http://www.wifo.ac.at/wwa/jsp/index.jsp?&fid=12)
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