• 23.10.2012, 10:39:00
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Offizielle Strahlenmessungen in Fukushima unzuverlässig

Greenpeace-Expertenteam entdeckt deutlich höhere Radioaktivität

Utl.: Greenpeace-Expertenteam entdeckt deutlich höhere
Radioaktivität=

Tokio/Wien (OTS) - Die offiziellen Messstationen in der Region
Fukushima weisen das Strahlungsrisiko für die Bevölkerung
systematisch als zu niedrig aus. Dies haben neueste
Radioaktivitätsmessungen eines Teams internationaler Strahlenexperten
von Greenpeace festgestellt. Darüber hinaus bleiben die staatlichen
Dekontaminierungsarbeiten weiterhin sehr lückenhaft, fehlgeleitet und
unzureichend. "Es macht betroffen, wenn mehr als eineinhalb Jahre
nach der Atomkatastrophe noch immer viele Kinderspielplätze nicht
dekontaminiert wurden", sagt Heinz Smital, Kernphysiker und
Atomexperte von Greenpeace. "Alle Anstrengungen der Regierung
konzentrieren sich auf die evakuierten Gebiete. Die Aussicht auf
geringere Schadenersatzansprüche wiegt offenbar schwerer als die
Gesundheit der Kinder."

Die Strahlen-Experten der unabhängigen Umweltschutzorganisation
untersuchten in der vergangenen Woche erneut die Region Fukushima
City, zu der auch das schwer kontaminierte Iitate gehört. Sie
stellten fest, dass mehr als 75 Prozent der 40 staatlichen
Strahlenmess-Stationen deutlich niedrigere Strahlenbelastungen
anzeigten als die unmittelbare Nähe der Stationen aufwies. Dabei war
die Radioaktivität in einem Umkreis von 25 Metern bis zu sechs Mal
höher als an der Station selbst. "Die offiziellen Messstationen sind
in Gebieten aufgestellt, die von den Behörden schon dekontaminiert
wurden, allerdings zeigen unsere Kontrollmessungen, dass nur einige
Schritte entfernt die Strahlungswerte erheblich steigen", berichtet
Smital. "Wir befürchten, dass diese Messstationen der Öffentlichkeit
ein falsches Gefühl der Sicherheit geben."

Das Messteam fand zahlreiche radioaktive Hotspots, beispielsweise
in niedrig hängenden Fruchtsträuchern oder auf Kinderspielplätzen. In
Iitate entdeckten die Experten eine Strahlenbelastung von bis zu fünf
MikroSievert pro Stunde (uSv/h) in Wohngebieten. An einer Fabrik, der
die Wiederaufnahme des Betriebs im September 2012 erlaubt worden war,
maßen sie bis zu 13 MikroSievert pro Stunde. Neun MikroSievert pro
Stunde waren es in einem naheliegenden Wohnort.

"Im Gegensatz zu Fukushima City haben wir in Iitate viele
Dekontaminierungssarbeiter gesehen, aber aufgrund der gebirgigen und
sehr bewaldeten Beschaffenheit der Region sind diese Bemühungen
allenfalls töricht, da die Säuberung sehr schwierig und das Risiko
einer erneuten Kontaminierung hoch ist", sagt Kazue Suzuki,
Atomkampaigner von Greenpeace Japan.

Greenpeace fordert die japanische Regierung auf, dringend mehr
Geld und Ressourcen für den Schutz der öffentlichen Gesundheit
bereitzustellen. Die Anstrengungen müssen sich auf die eng
besiedelten Gebiete wie Fukushima City konzentrieren anstatt auf
stark kontaminierte, evakuierte Areale, wo sich herausstellen könnte,
dass die Bemühungen der Dekontaminierung nicht ausreichen könnten.

Bild- und Videomaterial finden Sie unter:
http://www.ots.at/redirect/photo_greenpeace
bzw. auf Anfrage an [email protected]

Die Messdaten und -orte finden Sie unter:
http://www.greenpeace.at/strahlenmessung-fukushima-2012

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