• 23.10.2012, 09:16:34
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Verein PFOTENHILFE: Igel gefunden - was nun?

So helfen Sie den scheuen Wildtieren richtig

Utl.: So helfen Sie den scheuen Wildtieren richtig=

Wien (OTS) - Zu dieser Jahreszeit kann man besonders viele Igel
beobachten, die in nahe gelegenen Wäldern und Gärten Nahrung und
Unterschlupf suchen, um sich so auf den bevorstehenden Winterschlaf
vorzubereiten. Sind die Igel gesund und kräftig, wie es normalerweise
der Fall ist, ist es für sie kein Problem, den Winter unbeschadet zu
überleben. Igel sollten deshalb nicht voreilig bei sich aufgenommen
werden. Es handelt sich hier um Wildtiere, die nur im Notfall, zum
Beispiel bei Krankheit oder Schwäche, in menschliche Obhut genommen
werden sollten.

Der Winterschlaf bei Igeln dauert im Normalfall etwa von Anfang
November bis März. Um ein halbes Jahr ohne Futter auszukommen, helfen
die angefressenen Fettreserven. Außerdem werden die Körperfunktionen
stark reduziert. "Wiegt ein Igel über 700 Gramm, ist das Überleben
normalerweise gesichert." erklärt Sonja Weinand, Sprecherin des
Verein Pfotenhilfe.

Schwache, verletzte, kranke oder elternlose Igel, die zum
Überleben Unterstützung brauchen, sind häufig daran zu erkennen, dass
sie sich am Tage zeigen. Schwache Tiere müssen aber nicht aus ihrem
natürlichen Umfeld gerissen werden. "Erste Hilfe ist auch vor Ort
möglich. Wir empfehlen die Einrichtung einer Futterstelle in
geschützter Lage, außerdem sollten Laub-, Reisig- oder Komposthaufen
im Garten belassen werden. Sie bieten den Igeln Schutz vor Wind und
Wetter", rät Weinand.

"Wenn Sie nun einen hilflosen Igel finden und nicht sicher sind,
was zu tun ist, fragen Sie am besten ein Tierheim mit Igelerfahrung
wie die Pfotenhilfe Lochen um Rat. Die erfahrenen Pfleger können
Ihnen Tipps für die weitere Betreuung geben. Jeder, der einen
verletzten oder schwachen Igel in seine Obhut nimmt, muss aber
wissen, dass die Aufzucht und Pflege von jungen viel Sachverstand
erfordert und sehr zeitraubend ist." sagt Weinand. Deshalb rät der
Verein PFOTENHILFE, die Tiere besser in die fachlichen Hände einer
Igelpflegestation zu geben.

Auch im Tierheim Pfotenhilfe Lochen sind derzeit zehn Igel
untergebracht. Einige wurden hilflos und schwach am Straßenrand
gefunden, andere waren erst wenige Wochen alt und wurden beim Baggern
im Garten gefunden - von der Mutter war jedoch keine Spur. Sie alle
werden nun in der Pfotenhilfe Lochen den Winter über betreut und,
wenn alles gut geht, im Frühling wieder ausgewildert.
Sollten Sie sich dazu entschließen, den Igel selbst durch den Winter
zu bringen, ist es das beste, ihn in einem kühlen Raum
unterzubringen. Der Keller oder auch ein zugiger Vorraum wäre
optimal. Notwendig ist dann ein Gehege von mindestens 2m2 inklusive
eines Häuschens, das mit Zeitungspapier, Heu und Stroh ausgelegt und
täglich gereinigt werden sollte.. "Für die Ernährung eignet sich
spezielles Igeltrockenfutter und auch Katzenfutter. Füttern Sie aber
bitte keine Milchprodukte." so Weinand.

Die Pfotenhilfe Lochen ist für dringende Fragen über Igel und
andere Wildtiere wie Eichhörnchen, Greifvögel und andere Vogelarten
rund um die Uhr erreichbar.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | PFH

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