- 22.10.2012, 12:56:27
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Greenpeace warnt EU vor Zulassung herbizidtoleranter Gentech-Pflanzen
Studie des Agrarökonoms Dr. Charles Benbrook zeichnet dunkles Bild für Landwirtschaft
Utl.: Studie des Agrarökonoms Dr. Charles Benbrook zeichnet dunkles
Bild für Landwirtschaft=
Wien (OTS) - Greenpeace warnt heute im Rahmen einer Pressekonferenz
in Warschau vor einer nachhaltigen Schädigung der Europäischen
Landwirtschaft, sollte die EU dem Beispiel Amerikas folgen und den
Anbau herbizidtoleranter Gentechnik-Pflanzen zulassen. Die
Europäische Kommission zieht eine EU-weite Anbauzulassung von 19
gegen Unkrautvernichtungsmittel resistenter Gentechnik-Pflanzen für
Anfang 2013 in Erwägung. Eine wissenschaftlich fundierte Prognose des
Agrarökonoms Dr. Charles Benbrook und Erfahrungsberichte aus Amerika
zeichnen ein dunkles Bild: Im Falle einer Zulassung droht eine
drastische Erhöhung der Herbizid-Belastung und die Zerstörung von
ländlichen Gemeinden noch vor 2025.
Im Auftrag von Greenpeace hat der renommierte Agrarökonom Dr. Charles
Benbrook untersucht, welche Auswirkung eine Zulassung des Anbaus
gentechnisch veränderter, gegen Unkrautvernichtungsmittel resistenter
Pflanzen wie Mais, Soja und Zuckerrüben haben könnte. Die Studie sagt
voraus, dass es durch den Anbau der Gentech-Pflanzen zu einem
drastisch erhöhten Einsatz von Unkrautvernichtungsmittel kommen
könnte, unter anderem auch weil Unkräuter Resistenzen entwickeln.
Wenn die europäischen Bauern die Technologie ebenso schnell
aufgreifen wie jene in den USA, würde beispielsweise bei Mais, der
wichtigsten Anbaupflanze in Europa, der Einsatz des
Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat im Jahre 2025 über 1.000 Prozent
des jetzigen Einsatzes betragen und sich der Herbizid-Einsatz
insgesamt verdoppeln.
"Die Benbrook-Studie zeichnet ein klares Bild der verheerenden
Folgen, die eine Anbau-Zulassung von herbizidtoleranten
Gentech-Pflanzen in Europa hätte. Die Europäische Kommission muss
diese Warnung ernst nehmen und die Zulassungsanträge für diese
Gentech-Pflanzen ablehnen. Darüber hinaus muss das
EU-Zulassungsverfahren endlich substantiell verbessert werden",
fordert Greenpeace Gentechnik-Sprecherin Dagmar Urban.
Greenpeace ist durch Argentinien und die USA gereist, um
Erfahrungsberichte zu sammeln. In einem 18-minütigen Film "Growing
Doubt"/"Wachsende Zweifel", der heute veröffentlicht wird, berichten
Betroffene von den verheerenden Auswirkungen herbizidtoleranter
Pflanzen und Monokulturen auf ihre Wirtschaft, Umwelt und Gesundheit.
Die Präsentation der Studie und des Films in Warschau ist der Start
einer 18-tägigen Greenpeace-Tour durch Europa, bei der auch zwei
US-amerikanische Farmer teilnehmen, um über die negativen Folgen des
Gentechnik-Anbaus zu diskutieren.
"Österreich importiert jährlich über 450.000 Tonnen Gentech-Soja für
Futtermittel. Die Auswirkungen des Gentech-Soja Anbaus zeigt der
Film deutlich. Österreich muss daher endlich völlig gentechnikfrei
werden und auch die gesamte Schweinefleisch- und
Rindfleischproduktion auf gentechnikfreie Futtermittel umstellen",
fordert Urban abschließend.
Detailinformationen:
Eine deutschsprachige Zusammenfassung der Studie kann hier
heruntergeladen werden:
http://bit.ly/glyphosattolerante-nutzpflanzen-eu
Der Film:
https://www.youtube.com/watch?v=CNxhw2jiDtA
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