- 19.10.2012, 09:14:33
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Positronen-Emissions-Tomographie macht Wirkung von Antidepressiva messbar
Wien (OTS) - Mit Hilfe der bildgebenden
Positronen-Emissions-Tomographie (PET) des Gehirns lässt sich die
Wirkung von einer Gruppe Antidepressiva, den
Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI), messbar machen. Das ist das
Ergebnis einer Studie, die nun im renommierten Journal "NeuroImage"
erschienen ist. Die Arbeit wurde unter der Leitung von Siegfried
Kasper an der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie
in Zusammenarbeit mit der Universitätsklinik für Nuklearmedizin
verfasst.
"Uns ist es erstmals gelungen, einen Zusammenhang zwischen dem
klinischen Ansprechen auf eine serotonerge Medikation bei
PatientInnen mit Depression und dem Serotonintransporter im
Hirnstammbereich und anderen Gehirnregionen zu zeigen", erklärt
Kasper. Mit PET konnte die Dichte des Serotonintransporters, der
Ziel-Bindungsstelle von SSRIs, in bestimmten Kerngebieten des
Hirnstammes, den sogenannten Raphe-Kernen, quantifiziert werden.
Die PatientInnen mit Depression wurden in der Studie vor und nach der
Behandlung mit SSRIs untersucht. Es konnte gezeigt werden, dass die
Wirksamkeit der Therapie einige Wochen nach Therapiebeginn mit
bereits vor Therapie bestimmten quantitativen Werten des
Serotonintransporters zusammenhing. Voraussetzung für diese neuen
Forschungsergebnisse waren die Entwicklung von neuen
Auswertestrategien der PET-Daten im Team um Rupert Lanzenberger, und
die Synthese eines hoch-spezifischen und -selektiven Radioliganden im
Team um Wolfgang Wadsak und Markus Mitterhauser.
Mit der PET-Methode könne man, so Kasper, die Belegung des
Serotonintransporters durch SSRIs in verschiedenen Gehirnregionen der
PatientInnen quantifizieren: "Das ist ein wichtiger Schritt in
Richtung einer individualisierten Therapie, der weit über die Messung
von Plasmakonzentrationen hinausgeht"
Service: NeuroImage
"Prediction of SSRI treatment response in major depression based on
serotonin transporter interplay between median raphe nucleus and
projection areas." R. Lanzenberger, G.S. Kranz, D. Haeusler, E.
Akimova, M. Savli, A. Hahn, M. Mitterhauser, C. Spindelegger, C.
Philippe, M. Fink, W. Wadsak, G. Karanikas, S. Kasper. Neuroimage.
2012 Nov 1;63(2):874-81. doi: 10.1016/j.neuroimage.2012.07.023.
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