- 18.10.2012, 12:19:39
- /
- OTS0141 OTW0141
AMA Marketing: Agrarischer Außenhandel 2011 auf absolutem Rekordniveau
Steigerungen auch im 1. Halbjahr 2012, doch nicht mehr so rasant wie bisher

Utl.: Steigerungen auch im 1. Halbjahr 2012, doch nicht mehr so
rasant wie bisher=
Wien (OTS) - Österreichs gesamte Agrarexporte (Zollkapitel 1 bis 24)
steigen weiter, aber nicht mehr so rasant wie bisher. Während 2011
Waren um fast EUR 9 Mrd. ausgeführt und damit ein absoluter
Höchstwert erreicht wurde, zeigt das erste Halbjahr 2012 eine
weitere, allerdings nicht mehr so rasante Steigerung. In den Monaten
Jänner bis Juni 2012 machten die Exporte EUR 4,5 Mrd. aus, ein Plus
von 3,6% gegenüber dem Vorjahr. Die Warenströme in Richtung der
"alten" EU-15-Staaten liegen mit EUR 2,5 Mrd. in etwa auf gleichem
Niveau (+3,8%). Export-Renner sind aber nach wie vor Käse und
Fleischzubereitungen wie Speck. "Ungebrochen beliebt sind
österreichische Lebensmittel bei unseren deutschen Nachbarn. Eine
überdurchschnittlich gute Entwicklung zeigt sich in den Niederlanden,
Frankreich, Belgien und Italien", erklärte heute Reinhard Schuster,
Exportmanager der AMA Marketing.
Heruntergerechnet auf die Exporte der heimischen
Lebensmittelindustrie (Zollkapitel 16 bis 24) konnten auch diese 2011
deutlich zulegen und erreichten mit fast EUR 5 Mrd. ein
Rekordergebnis (+9,9% gegenüber 2010). "Die Außenhandelsbilanz konnte
von EUR 594 Mio. auf über 700 Mio. erhöht werden. Hauptverantwortlich
dafür sind überdurchschnittliche Steigerungen bei den Ausfuhren von
Energy-Drinks und Feinen Backwaren 'Made in Austria'", ergänzte
Michael Blass, Geschäftsführer im Fachverband der
Lebensmittelindustrie. Der Aufwärtstrend konnte im ersten Halbjahr
2012 mit Zuwächsen um 4,7% gegenüber dem Vergleichszeitraum 2011
fortgesetzt werden. Die Halbzeitbilanz war mit EUR 2,522 Mrd.
"zufriedenstellend".
Ein Drittel der weltweiten Exporte geht nach Deutschland
"Ein Drittel unserer weltweiten agrarischen Exporte geht zum
großen Nachbarn Deutschland, der mit einem Absatzvolumen von EUR 3
Mrd. wichtigster Handelspartner Österreichs (+2,6% im ersten Halbjahr
2012) bleibt", erklärte Schuster. So werden beispielsweise zwei
Drittel der weltweiten Exporte von Fleischerzeugnissen wie Wurst-,
Schinken- und Speckwaren zum deutschen Nachbarn geliefert, bei Käse
und Milchprodukten mehr als die Hälfte, bei Obst und Gemüse mehr als
ein Drittel. Wichtigste agrarische Umsatzbringer sind dabei Milch und
-produkte, insbesondere Käse, sowie Frischfleisch, Fleischprodukte
und -zubereitungen, gefolgt von Backwaren sowie Obst und Gemüse.
Wermutstropfen neue EU-Länder
Einen Wermutstropfen liefern die Umsätze in den neuen
EU-12-Ländern, allen voran Ungarn und Rumänien. Der Außenhandel mit
diesen Staaten ist im ersten Halbjahr stark eingebrochen. Das
Absatzvolumen machte EUR 753 Mio. aus, ein Minus von 8%. Das könnte,
laut Schuster, "einerseits an der allgemeinen Wirtschaftslage liegen,
andererseits aber auch am politischen Ziel dieser Länder, vermehrt
eigene, im Land erzeugte Waren zu fördern".
Die bedeutendste Warengruppe im Außenhandel ist nach wie vor
Frischfleisch (EUR 117 Mio.). Dieser Bereich ist auch der einzige,
der eine positive Entwicklung aufweist, was, Schuster zufolge, vor
allem "an der sehr guten Entwicklung am wichtigen Markt Ungarn -
immerhin Platz 4 im weltweiten Exportranking - lag". Hier ist die
Nachfrage nach Frischfleisch um fast 50% gestiegen.
Zurückgegangen ist allerdings auch der langjährige Warenfluss von
Milchprodukten - meist functional Foods - nach Österreich, im
vergangenen Jahr um -12%. Die konstant positive Entwicklung bei Käse
ist 2011 zum Stillstand gekommen, einzig der tschechische Markt fragt
mehr und mehr nennenswerte Mengen an österreichischen
Käsespezialitäten nach. Immerhin verbucht Tschechien rund 72% der
gesamten Käseexporte in die neuen EU-Länder für sich.
Positiver Ausreißer in diesem Trend ist die Slowakei, die
Steigerungen im Außenhandel konnten beibehalten werden und brachten
mit rund fast EUR 100 Mio. im ersten Halbjahr 2012 ein Plus von 14%.
Österreich punktet mit Qualität, Bio, "Natur Genuss" und
Innovationen
"Natürlich produzierte Lebensmittel punkten mit hoher Qualität,
ausgezeichnetem Geschmack und einer Geschichte dahinter. Die
Innovationsfreude unserer Produzenten bewirkt, dass der Markt immer
neu beliefert und positiv überrascht wird. Verlässlichkeit in der
Belieferung und die Kontinuität in der erzeugten Qualität ergänzen
den Neuigkeitseffekt optimal. Auch die gelebte Tradition in der
Verarbeitung sowie die alten, aber verfeinerten Rezepturen sind
mittlerweile nahezu Alleinstellungsmerkmale vieler Lebensmittel.
Vertrauen und Sympathie sind wichtige Zutaten, mit denen unsere
Spezialitäten gewürzt sind. Österreich ist in Europa nicht umsonst
das Bio-Land Nummer 1", fasste Schuster zusammen.
Blass: Wirtschafts- und Euro-Krise setzen der Exportwirtschaft
kräftig zu
Auch für die heimische Lebensmittelindustrie ist Deutschland mit
einem Exportvolumen von EUR 806 Mio. (+0,5%) im ersten Halbjahr 2012
weiterhin unangefochten Zielmarkt Nr. 1, gefolgt von den USA (EUR 247
Mio./+28,7%), Italien (EUR 212 Mio./+7,7%), der Schweiz (EUR 118
Mio./+10%) und Ungarn (EUR 74 Mio./-24,1%). Infolge der Euro- und
Wirtschaftskrise steigt aber der Wettbewerbsdruck für die heimische
Lebensmittelindustrie auf vielen Auslandsmärkten. Gerade der Export
in zahlreiche EU-Staaten entwickle sich derzeit schwächer als
erwartet, so Blass. Im ersten Halbjahr 2012 sanken die Ausfuhren um
0,3% auf EUR 1,963 Mrd., das Minus in den "neuen" Mitgliedstaaten
betrug sogar fast 10%. Die Exporterfolge der heimischen
Lebensmittelwirtschaft werden daher im 1. HJ 2012 hauptsächlich von
einer überdurchschnittlich positiven Entwicklung auf den
Auslandsmärkten (USA und Schweiz) getragen.
Forderung nach Flankenschutz bei künftigen Exportbemühungen
Daher fordern AMA Marketing und der Fachverband der
Lebensmittelindustrie Unterstützung bei ihren Aktivitäten auf den
Auslandsmärkten durch Fortsetzung der
Internationalisierungsinitiative "go international" der
Wirtschaftskammer auch 2013 sowie der Exportoffensive des
Lebensministeriums. "Ziel muss hier der weitere Ausbau der
Auslandsmärkte sein", bekräftigten Blass und Schuster. Der Export sei
und bleibe mehr denn je ein Wachstumstreiber und Jobgarant für den
Produktions- und Exportstandort Österreich. Die Zusammenarbeit bringe
hier den Erfolg.
Schwieriger Heimmarkt für Lebensmittelindustrie
Auf dem Heimmarkt müssen sich die Unternehmen der
Lebensmittelindustrie derzeit in einem schwierigen Umfeld behaupten.
"Der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) führt mit 'Tiefpreisfeuerwerken'
und 'Bestpreisgarantien' einen harten Kampf um Marktanteile, was die
Lieferanten deutlich zu spüren bekommen", erläuterte Blass. Als Folge
dessen nehme der Anteil von Nahrungsmitteln an den monatlichen
Haushaltsausgaben weiter ab und hätte nun ein Allzeittief von 12,1%
erreicht. Ferner werde die Kauflust der Österreicher durch die
anhaltende Staatsschulden- und Eurokrise gedämpft. "Ein Preisdruck
auf allen Ebenen, der bei den Herstellern und auch Händlern
schmerzhafte Spuren hinterlassen wird", ist Blass überzeugt.
Steigende Rohstoff-, Energie- und Transportkosten erhöhen zudem die
Abhängigkeit der Lebensmittelhersteller von den Weltmärkten, während
sie gleichzeitig das Problem haben, diese Kosten kaum an den LEH
weitergeben zu können. Deshalb müssten die Konsumenten auch weiterhin
mit moderaten Preissteigerungen bei Lebensmitteln rechnen, kündigte
Blass an. Über einen längeren Zeitraum betrachtet, werde der
Verbraucherpreisindex für "Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke"
freilich deutlich hinter dem allgemeinen Teuerungsindex
zurückbleiben.
Methoden der Arbeiterkammer bei Preisvergleichen fragwürdig
Scharfe Kritik übte Blass an den Lebensmittel-Preisvergleichen der
Arbeiterkammer mit Deutschland, einem absoluten Billigland auf dem
Lebensmittelsektor. "Hierbei werden Faktoren, in denen sich die
beiden Staaten maßgeblich unterscheiden, nicht berücksichtigt." Das
seien etwa die kleinen heimischen Erzeugerstrukturen in
Landwirtschaft und Verarbeitung, unser deutlich höherer Bio-Anteil,
die stärkere Nachfrage nach Lebensmitteln mit regionaler Herkunft,
die größere Angebotsvielfalt, etc. "Grundpreisvergleiche beinhalten
darüber hinaus keinen Qualitätsvergleich. Ebenso werden Unterschiede
bei Aktionsanteilen sowie bei Lohn- und Gehaltsstrukturen in diesem
Preisländermatch nicht berücksichtigt", so Blass.
Zum 9. Mal bei der SIAL in Paris mit Frische und Natürlichkeit
vertreten
Die AMA Marketing wird von 21. bis 25.10.2012 bereits zum 9. Mal
mit einem Gemeinschaftsstand bei der SIAL (Salon International de
l'Agrolimentaire) in Paris vertreten sein. Darüber hinaus werden
Berglandmilch, Die Käsemacher, Furore, Schreiber& Rupp und Gebrüder
Woerle mit eigenen Ständen präsent sein. Diese internationale Messe
für Ernährung gilt als wichtiges Schaufenster für
Lebensmittelinnovationen und ist eine große Business-Plattform für
die Nahrungsmittelindustrie, Lebensmittelhersteller, Händler,
Importeure, Groß- und Einzelhändler sowie die Gastronomie. Die SIAL
ist wichtiger Handelsplatz vorzugsweise für Marktpartner aus Amerika,
Asien, Südeuropa und auch dem arabischen Raum. Auf 370.000
Quadratmeter Ausstellungsfläche tummeln sich rund 140.000
Fachbesucher an den Ständen von 5.700 Ausstellern aus mehr als 106
Ländern.
(Schluss) wol
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AIZ






