- 18.10.2012, 11:54:12
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Greenpeace: Faymann muss sich für Stilllegung von Hochrisiko-Reaktoren einsetzen
Stresstests-Ergebnisse müssen ernst genommen werden
Utl.: Stresstests-Ergebnisse müssen ernst genommen werden=
Brüssel/Wien (OTS) - Am aktuell in Brüssel stattfindenden EU-Gipfel
übergibt die EU-Kommission die Ergebnisse der AKW-Stresstests an den
EU-Rat. Greenpeace hat bereits massive Kritik an den Tests geübt, da
diese wesentliche Kriterien in der Sicherheit von Atomkraftwerken
nicht oder nicht ausreichend berücksichtigen. In einer Studie hat
Greenpeace nachgewiesen, dass etwa die Gefahr durch Erdbeben,
Materialermüdung, oder die Vereinbarkeit von Technologien in vielen
Fällen der 145 untersuchten Reaktoren in Europa massiv vernachlässigt
wurden. "Dass die extrem schwachen Tests dennoch teils massive
Sicherheitslecks in allen AKWs festgestellt haben, zeigt uns, wie
dramatisch die Lage tatsächlich ist", beurteilt Julia
Kerschbaumsteiner, Atom-Sprecherin bei Greenpeace, die Situation.
Greenpeace fordert eine aktive Rolle von Bundeskanzler Werner
Faymann, der am EU-Gipfel seine Verantwortung wahrnehmen und auf
schnelle Konsequenzen beharren muss, wie etwa der Schließung von
Hochrisiko-Reaktoren.
Greenpeace ist besorgt, dass die jeweiligen Regierungen nicht in
angemessener Art und Weise auf die alarmierenden Ergebnisse
reagieren. "Die durchgeführten Stresstests zeigen wieder einmal, dass
es keine sicheren Atomkraftwerke gibt. Die Ergebnisse der Tests
müssen deshalb unmittelbare Konsequenzen nach sich ziehen. Es kann
nicht sein, dass die Regierungen nicht die notwendigen Konsequenzen
aus den erschütternden Stresstest-Ergebnissen ziehen", verdeutlicht
Kerschbaumsteiner.
Österreich, das als Vorreiter in der Atomdiskussion eine Vorbildrolle
innerhalb der Europäischen Union einnimmt, muss seine Verantwortung
jetzt wahrnehmen, und auf schnelle Konsequenzen aus den Stresstests
beharren. "Österreich ist durch die grenznahen Schrott-Reaktoren
Temelín, Mochovce und Krsko massiv gefährdet. Deshalb muss sich
Faymann bei diesem Gipfel massiv dafür einsetzen, dass diese
hochriskanten AKWs so schnell wie möglich vom Netz gehen", fordert
Kerschbaumsteiner.
Die Europäische Bevölkerung will keine veralteten und hochriskanten
Technologien. So etwa hat sich erst am vergangenen Sonntag die
litauische Bevölkerung gegen den Bau eines neuen AKWs im baltischen
Land ausgesprochen. "Das Ergebnis des Referendums in Litauen ist ein
weiterer Beweis dafür, dass nukleare Energie in Europa keine Chance
mehr hat. Die politischen Entscheidungsträger können das nicht länger
ignorieren und müssen sofort handeln, um das Energiesystem in Europa
endlich auf Erneuerbare Energie umzustellen," schließt
Greenpeace-Atomsprecherin Julia Kerschbaumsteiner.
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