- 18.10.2012, 08:23:25
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"Apfelallergie": Symptome könnten künftig deutlich vermindert werden
Wien (OTS) - Die Birkenpollen-assoziierte Nahrungsmittelallergie ist
eine häufige Begleiterscheinung der Birkenpollenallergie. Die
Betroffenen plagen - etwa beim Verzehr vor allem von Äpfeln, aber
auch von Nüssen, Pfirsichen oder Kiwis - Schwellungen und Rötungen
oder Juckreiz im Mund- und Rachenbereich. Eine Forschergruppe am
Institut für Pathophysiologie und Allergieforschung der MedUni Wien
unter der Leitung von Barbara Bohle hat nun herausgefunden, dass sich
die "Apfelallergie" mit einem Apfel-Allergen (Mal d 1) gut behandeln
lässt und dabei hilft, die Symptome deutlich zu vermindern.
In der aktuellen Studie, die jetzt im Top-Journal "Journal of Allergy
and Clinical Immunology" publiziert wurde, haben die
WissenschafterInnen das künstlich hergestellte Molekül Mal d 1 als
Tropfen unter die Zunge verabreicht. Damit wurde der Verzehr des
Apfels "imitiert". Die Folge: Das Immunsystem wurde aktiviert und
erste Anzeichen von Toleranz konnten gemessen werden. Das deutet
darauf hin, dass bei längerer Behandlungsdauer Betroffene weniger
sensibel reagieren und beim Biss in den frischen Apfel das Allergen
besser tolerieren können.
Bohle: "Somit ist rekombinant hergestelltes Mal d 1 ein
vielversprechendes Molekül, um die Birkenpollen-assoziierte
Apfelallergie zu behandeln und die Lebensqualität der Betroffenen
künftig deutlich zu verbessern." Das soll nun in einer klinischen
Studie nachgewiesen werden. TeilnehmerInnen werden noch gesucht.
Hartnäckige Kreuzallergie
Rund 400.000 ÖsterreicherInnen sind von der Birkenpollenallergie
betroffen. Ihre Symptome können heutzutage durch Impfstoffe bereits
gut behandelt werden. Der Nachteil: "Sie wirken zwar gegen das
Birkenpollen-Allergen, aber nur selten gegen die Kreuzallergien", so
Bohle. Zudem tritt die Birkenpollenallergie nur saisonal auf. "Unter
der Nahrungsmittelallergie leiden die Betroffenen aber viel stärker
und länger - nämlich das ganze Jahr." 70 Prozent aller
Birkenpollenallergiker haben gleichzeitig eine
Nahrungsmittelallergie.
Service: Journal of Allergy and Clinical Immunology
"Oral exposure to Mal d 1 affects the immune response in patients
with birch pollen allergy." M. Geroldinger-Simic, T. Kinaciyan, B.
Nagl, U. Baumgartner-Durchschlag, H. Huber, C. Ebner, J. Lidholm, D.
Bartel, S. Vieths, B. Jahn-Schmid, B. Bohle. J_Allergy_Clin_Immunol,
2012, Aug. doi:10.1016/j.jaci.2012.06.039
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