- 16.10.2012, 09:29:44
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VKI: Hohe Uranwerte in 8 von 18 analysierten Düngemitteln
Kennzeichnungspflicht und Grenzwert für Uran derzeit nicht in Sicht
Utl.: Kennzeichnungspflicht und Grenzwert für Uran derzeit nicht in
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Wien (OTS/VKI) - Kurz vor Beginn der kälteren Monate gibt es jetzt
noch die Gelegenheit, die Pflanzen im Garten zu düngen. Eine
gemeinsam mit dem österreichischen Umweltbundesamt durchgeführte
Analyse des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) zeigt, dass
Düngemittel hohe Uranwerte enthalten können. Untersucht wurden 18
mineralische Phosphordünger, darunter Rasen-, Blumen-, Obst- und
Gemüsedünger. Bei acht Produkten wurden hohe Uranwerte zwischen 82
und 387,5 Milligramm pro Kilogramm Phosphat gemessen. Die höchsten
Werte gab es bei bellaflora Blau Dünger, Dehner Thomasphosphat-Kali
und bei GARDEN Rasendünger. Im Gegensatz zu Nährstoffen wie Phosphat,
Kalium und Schwefel gibt es bei Düngemittel keine
Kennzeichnungs-pflicht für Uran. Für Konsumenten ist daher nicht
ersichtlich, welche Dünger Uran enthalten. Die Ergebnisse gibt es
online auf www.konsument.at.
Wie giftig ist Uran?
Uran ist ein schwach radioaktives Schwermetall, das praktisch
überall vorkommt: in Gestein, im Boden, in der Luft und im Wasser. Es
kann daher in Spuren in vielen Lebensmitteln enthalten sein. Was Uran
gefährlich macht, ist nicht vorrangig seine Strahlung, sondern dass
es bei anhaltender Aufnahme höherer Urankonzentrationen oder beim
Einatmen größerer Mengen des giftigen Düngerstaubs zu Schäden an
Nieren, Lunge, Knochenmark und Leber kommen kann. "Wir empfehlen
daher, beim Düngen des Rasens einen Streuwagen zu verwenden. Man
sollte auch unbedingt darauf achten, dass etwa beim Befüllen des
Gerätes kein Düngerstaub eingeatmet wird", rät VKI-Experte Konrad
Brunnhofer.
Vier der mit Uran hoch belasteten Gartendünger sind auch als Obst-
und Gemüsedünger deklariert. Gerade hier wären aber geringe Uranwerte
besonders ratsam. Weiters ist problematisch, dass sich Uran in
tieferen Bodenschichten ablagert. Studien der AGES zeigen zwar, dass
sich Uran durch den Einsatz von mineralischen Phosphordüngern nicht
ins Grundwasser verlagert. Falls dies dennoch einmal der Fall sein
sollte, kann langfristig gesehen eine kostenintensive
Trinkwasseraufbereitung nötig sein. Im Sinne eines Vorsorgeprinzips
wäre es dringend nötig, eine Regelung der Höchstwerte für Uran -
sowohl in landwirtschaftlichen Düngemitteln als auch in jenen für den
Privatgebrauch - einzuführen.
Weder Deklaration noch Grenzwert
Derzeit und auf absehbare Zeit gibt es aber in Österreich weder
eine Kennzeichnungspflicht noch einen Grenzwert für Uran. In
Deutschland empfiehlt die deutsche Kommission Bodenschutz beim
Umweltbundesamt (KBU) eine Kennzeichnung ab 20 Milligramm Uran je
Kilogramm Phosphat und einen Grenzwert von 50 Milligramm Uran je
Kilogramm Phosphat. Uran würde sich auch aus den für Dünger
verwendeten Phosphaten entfernen lassen. In einigen Ländern kommen
bereits derartige Technologien zum Einsatz.
Weitere Informationen zum Thema gibt es ab sofort auf
www.konsument.at.
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