- 15.10.2012, 14:41:26
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Welternährungstag 2012: Ökosoziales Forum, FIAN und Österreichische Entwicklungszusammenarbeit für globale Ernährungssicherheit
Diskussion "Food for whom?" am 3. Dezember 2012 auf Ö1 nachzuhören
Utl.: Diskussion "Food for whom?" am 3. Dezember 2012 auf Ö1
nachzuhören=
Wien (OTS) - Anlässlich des morgigen Welternährungstages spricht sich
der Präsident des Ökosozialen Forums, Dr. Stephan Pernkopf, für eine
Effizienzsteigerung der Landwirtschaft in Entwicklungs- und
Schwellenländer aus: "Das Problem der Ernährungssicherheit wird sich
ohne Gegenmaßnahmen weiter verschärfen. Aufgrund des
Bevölkerungswachstums, steigender Einkommen und der damit verbundenen
Änderung der Ernährungsgewohnheiten sowie der industriellen Nutzung
agrarischer Produkte werden laut Schätzungen der Weltbank zusätzlich
6 Millionen ha pro Jahr bis 2030 in Produktion gehen. Umso wichtiger
ist es, auch global auf eine produktive kleinstrukturierte
Landwirtschaft zu setzen und die südlichen Länder verstärkt
hinsichtlich einer nachhaltigen Intensivierung der Landwirtschaft zu
unterstützen. Höhere Produktivität auf bestehenden Flächen nimmt den
Druck aus der Flächenexpansion und trägt in weiterer Folge zu einer
Steigerung der Ernährungssicherheit bei."
Gemeinsam mit dem Lebensministerium, FIAN, Brot für die Welt und
der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit ging das Ökosoziale
Forum im Vorfeld des Welternährungstags im Rahmen der Diskussion
"Food for whom?" unter anderem der Frage auf den Grund, wie
Ernährungssicherheit sonst noch erhöht werden kann. "Unsere
Erfahrungen aus Projekten in Burkina Faso oder Äthiopien zeigen:
Landwirtschaftliche Kooperativen leisten einen wesentlichen Beitrag
zur lokalen Nahrungsmittelsicherheit und Wertschöpfung", so Brigitte
Öppinger-Walchshofer, Geschäftsführerin der Austrian Development
Agency (ADA), der Agentur der Österreichischen
Entwicklungszusammenarbeit. "Genossenschaften spielen eine wichtige
Rolle bei der Diversifizierung der landwirtschaftlichen Produktion
und bei der Entwicklung von effizientem Lagerungsmanagement. Dadurch
können Nachernteverluste deutlich reduziert werden und die
Widerstandsfähigkeit der Bevölkerung im Umgang mit Krisen wird
erhöht. Entscheidend ist, die Kapazitäten der Kooperativen und ihrer
Dachverbände zu stärken. So kann die Ernährungssituation nachhaltig
verbessert werden."
DI Gertrude Klaffenböck von FIAN ergänzt: "Wir können nicht länger
so tun, als wäre Hunger überwiegend durch Ernteausfälle,
Naturkatastrophen oder Kriege verursacht. Chronischer Hunger ist
primär eine Frage bestehender Machtverhältnisse und ein anhaltender
Hinweis darauf, dass Menschen bzw. ganze Bevölkerungsgruppen die
Kontrolle über ihre Nahrungsgrundlagen verloren haben. Es ist
dringend notwendig, dem wachsenden und ungeregelten Einfluss von
Finanzakteuren und großen Unternehmen auf die globale
Nahrungsmittelkette zurückzudrängen. Vielmehr braucht es kooperative,
lokale, am Recht sich selbstbestimmt zu ernähren orientierte
Produktions- und Versorgungssysteme, wie die Erfahrung in vielen
Ländern zeigt, stellen sie die sozial nachhaltigere Form dar."
Die Diskussion "Food for whom?", die am 3. Oktober 2012 im
Radiokulturhaus aufgezeichnet wurde, ist am 3. Dezember 2012 um 16
Uhr in der Sendung Passagen auf Ö1 zu hören. Mit dem Ö1 Redakteur
Johannes Kaup diskutierten der Geschäftsführer der
Entwicklungswerkstatt Austria Rudolf Graf, der Direktor des Schweizer
Forschungsinstituts für biologische Landwirtschaft Urs Niggli, Nora
Ourabah Haddad von der FAO sowie der Vizepräsident des Ökosozialen
Forums Werner Wutscher.
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