- 10.10.2012, 13:27:08
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LH Dörfler: Kärnten ist Heimat mit Geschichte und Zukunft
10.-Oktober-Feiern: Botschaft sind das Miteinander und aus Geschichte zu lernen - Forderung an Slowenien, deutschsprachige Volksgruppe anzuerkennen
Utl.: 10.-Oktober-Feiern: Botschaft sind das Miteinander und aus
Geschichte zu lernen - Forderung an Slowenien,
deutschsprachige Volksgruppe anzuerkennen=
Klagenfurt (OTS/LPD) - Kärnten feierte heute, Mittwoch, den 10.
Oktober und gedachte damit Abwehrkampf und Volksabstimmung.
Traditionell fand zuerst eine Kranzniederlegung beim Ehrenmal auf dem
Soldatenfriedhof Klagenfurt-Annabichl statt. Danach folgte die
10.-Oktober-Feier des Landes Kärnten an der Stätte der Kärntner
Einheit im Landhaushof. Als wichtigste Botschaft wurden von den
Rednern Gemeinsamkeit und Miteinander ausgegeben. Der Blick in die
Zukunft wurde auch dadurch unterstrichen, dass mit Julia Herbst eine
14-jährige Schülerin ans Rednerpult im Landhaushof trat.
"Vom Gegeneinander zum Nebeneinander, zum Miteinander, zum
Füreinander", skizzierte Landeshauptmann Gerhard Dörfler die positive
Entwicklung. Das Gegeneinander dürfe keine Zukunft haben, man müsse
aber daraus gelernt und seine Schlüsse gezogen haben. Konflikte
hätten im Land nichts verloren, es dürfe kein oben und unten, kein
mehr oder weniger geben. Alle seien Kärntner, die hier leben und sich
integriert haben. "Wir befinden uns alle auf gleicher Höhe, alle
Kärntner haben die gleichen Chancen", betonte Dörfler.
Gleichzeitig machte er aber auch deutlich, dass das Miteinander
keine Einbahnstraße sei. "Nördlich der Karawanken haben wir die Mitte
der Brücke erreicht", verwies er auf die Ortstafellösung und forderte
vom Nachbarn Slowenien, die längst überfälligen Rechte der
deutschsprachigen Volksgruppe anzuerkennen. Dörfler ging auch auf die
Forderung der Konsensgruppe ein, im Rahmen des 10. Oktober den
grenzüberschreitenden Dialog zu fördern. "Ich lebe den
grenzüberschreitenden Dialog und auch Kärnten lebt ihn schon seit
Jahren."
Vom Landeshauptmann gab es außerdem wieder ein klares Bekenntnis
zu Bundesheer, Wehrpflicht und Zivildienst. Er brachte das in
Verbindung mit der Kärntner Bevölkerung, die 1918 bis 1920 im
Abwehrkampf freiwillig für die Einheit des Landes und den Verbleib
bei Österreich aufgestanden sei. Ihnen gelte der dauerhafte Dank.
Dörfler bezeichnete das Bundesheer als wichtigen Wegbegleiter nicht
nur im Katastrophenschutz sondern auch bei Veranstaltungen. Die von
ihm sehr geschätzte Militärmusik Kärnten unter Oberst Sigismund Seidl
und Militärkommandant Brigadier Walter Gitschthaler lud er als
Dankeschön zu einer Herbstfeier im Spiegelsaal der Landesregierung
ein.
"Kärnten ist Heimat mit Geschichte und Zukunft", so Dörfler
weiters. Man habe nicht den Retour- sondern den Zukunftsgang
eingelegt. Die Geschichte dürfe jedoch nicht in den Büchern
verstauben, die Verirrungen und Verwerfungen der Vergangenheit dürfe
man nicht vergessen. "Der Rückblick in Dankbarkeit auf den
Abwehrkampf und die Volksabstimmung vom 10. Oktober 1920 ist aber
nicht ewig gestrig", stellte er klar.
Die 14-jährige Julia Herbst sprach als junge Kärntnerin über ihre
Gedanken zum 10. Oktober. Die Schülerin der HLW St. Veit meinte, dass
der Blick auf die Geschichte wichtig sei und man dieses Wissen nutzen
und die Augen nach vorne richten müsse. Sie sei stolz auf unser
wunderschönes Bundesland. Sie verabschiedete sich nach ihrer Rede auf
Italienisch, Slowenisch und Deutsch.
Landtagspräsident Josef Lobnig freute sich über die besondere
Herzbindung der jungen Generation zu Kärnten. Er strich die
Wichtigkeit des Erinnerns hervor. Auf der ganzen Welt würde man
Freiheitskämpfer verehren, daher feiere auch Kärnten seinen 10.
Oktober. Lobnig sprach sich gegen eine Änderung der Kärntner
Landeshymne aus.
"Dieser Tag gehört uns Kärntnerinnen und Kärntnern", sagte
Klagenfurts Bürgermeister Christian Scheider. Er betonte ebenfalls
die Bedeutung der Gemeinsamkeit im Alpen-Adria-Raum und verwies auf
die 16 Partnerstädte Klagenfurts, mit denen man nicht nur am Papier
kooperiere.
An den Feiern in Annabichl und im Landhaushof nahmen u. a. teil:
LHStv. Kurt Scheuch, LHStv. Peter Kaiser, LR Beate Prettner, die
Landesräte Wolfgang Waldner, Harald Dobernig und Christian Ragger,
die Landtagspräsidenten Rudolf Schober und Johann Gallo,
Landesamtsdirektor Dieter Platzer, Bischof Alois Schwarz,
Superintendent Manfred Sauer oder die neue Landespolizeidirektorin
Michaela Kohlweiß. Vom Landeshauptmann besonders für sein
verbindendes Wirken bedankt wurde Bernard Sadovnik von der
Gemeinschaft der Kärntner Slowenen. Er begrüßte auch die Gäste aus
allen Nachbarländern. Im Landhaushof waren auch Schüler der VS St.
Ruprecht und der NMS St. Peter anwesend. Mitgestaltet wurden die
Feiern von Bundesheer, Militärmusik, Sängern und den Kärntner
Fahnenschwingern.
(Schluss)
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