- 09.10.2012, 09:00:34
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Herzmuskelschwäche auf der Spur
Eröffnung des Ludwig Boltzmann Institutes für Translationale Herzinsuffizienzforschung

Utl.: Eröffnung des Ludwig Boltzmann Institutes für Translationale
Herzinsuffizienzforschung=
Wien (OTS) - Seit rund einem Jahr erforschen die WissenschaftlerInnen
des Grazer Ludwig Boltzmann Instituts für Herzinsuffizienzforschung
(LBI HF) Ursachen und neue Therapien zur Behandlung von
Herzmuskelschwäche. Am Freitag, den 12. Oktober 2012 findet nun die
Eröffnungsfeier des translationalen Institutes statt.
Neue Methoden zur Früherkennung und ursächlichen Behandlung der
Herzmuskelschwäche (so genannte Herzinsuffizienz) zu erforschen, das
ist das Ziel des LBI HF, welches von Univ.-Prof. Dr. Burkert Pieske
geleitet wird und an der Medizinischen Universität Graz angesiedelt
ist. Herzmuskelschwäche ist eine der häufigsten Erkrankungen in
Europa. Derzeit leiden europaweit rund 20 Millionen Menschen an
dieser Krankheit, in Österreich sind es rund 300.000, Tendenz
steigend. Nachdem die Symptome dieser Erkrankung zunächst aber sehr
allgemeine sind, wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit,
Belastungseinschränkungen, Luftnot oder Schwellungen, müssen neue
Methoden zur Früherkennung erforscht werden. Ist die Krankheit
erkannt, liegt die Sterblichkeit bei Herzinsuffizienz bei über 50%
innerhalb von 5 Jahren. Die einzige Heilungsmöglichkeit bei
fortgeschrittener Herzinsuffizienz ist die Herztransplantation. Daher
steht auch die Erforschung neuer Therapien zur ursächlichen
Behandlung dieser schweren Erkrankung im Fokus der Forschungen.
Schwerpunkt der Forschung: Diastolische Herzinsuffizienz
Neben der systolischen Herzinsuffizienz, bei der die Pumpfunktion
und Auswurfleistung des Herzens vermindert ist, gibt es auch eine
diastolische Herzinsuffizienz. Ein Schwerpunkt der Forschungsarbeiten
am LBI HF wird auf die diastolische Herzmuskelschwäche gelegt. Bei
der diastolischen Herzinsuffizienz sind Pumpfunktion und
Auswurfleistung des Herzens normal, aber die Füllung des Herzens ist
gestört. Das heißt, dass der Herzmuskel erschlafft und somit nur
eingeschränkt dehnbar ist, somit kann das Herz nicht ausreichend mit
Blut gefüllt werden. Während die derzeit bekannten Medikamente bei
systolischer Herzinsuffizienz die Lebensqualität verbessern und die
Lebenserwartung erhöhen können, gibt es bei der diastolischen
Herzinsuffizienz bisher keine wirksame medikamentöse Therapie. Es
leiden bis zu 50% aller Herzinsuffizienz-Patienten an diastolischer
Herzinsuffizienz.
Arbeitsbereiche des LBI für Translationale
Herzinsuffizienzforschung
Die wissenschaftliche Arbeit gliedert sich in vier große Bereiche
mit unterschiedlichen Schwerpunkten.
Die Programmlinien 1 und 2 beschäftigen sich mit der Erforschung der
Ursachen der Herzmuskelschwäche auf zellulärer und molekularer Ebene
(Grundlagenforschung). Es werden außerdem neue Nachweismethoden
erforscht, die eine frühzeitige Erkennung einer Herzmuskelschwäche
erlauben. Programmlinie 3 untersucht neue Therapieansätze bei
systolischer und diastolischer Herzinsuffizienz in klinischen
Studien. Programmlinie 4 umfasst ein Programm zur telemedizinischen
Betreuung von Patienten mit fortgeschrittener Herzmuskelschwäche.
Durch die regelmäßige Übermittlung von Gesundheitswerten von zuhause
kann eine Verschlechterung der Herzmuskelschwäche früh erkannt und
darauf reagiert werden. Dadurch soll den sonst häufig erforderlichen
Krankenhausaufenthalten vorgebeugt werden.
Verknüpfung von präklinischer Forschung und klinischer Medizin
Eine Stärke des neuartigen Forschungskonzepts des Ludwig Boltzmann
Instituts für Translationale Herzinsuffizienzforschung ist die
inhaltlich und räumlich enge Verknüpfung der Grundlagenforschung mit
der klinischen Forschung in einem translationalen Institut. Das LBI
HF ist das einzige speziell auf Herzinsuffizienzforschung
ausgerichtete Institut in Österreich. Der Standort für das neue LBI
HF an der Medizinischen Universität Graz ist ideal, da die
kardiovaskuläre Forschung einen Forschungsschwerpunkt darstellt. Mit
über 70 aktiven WissenschaftlerInnen in diesem Bereich wird ein
optimales Umfeld für wissenschaftliche Kooperationen und die
Einbindung des LBI HF in internationale Forschungsnetzwerke
geschaffen. Im LBI HF arbeiten 18 WissenschaftlerInnen in enger
Kooperation mit den Partnern des Instituts, der Medizinischen
Universität Graz, Bayer HealthCare Pharmaceuticals, dem AIT Austrian
Institute of Technology, der Karl-Franzens Universität Graz, der
Steiermärkischen Gebietskrankenkasse (GKK) und der Steiermärkischen
Krankenanstaltengesellschaft (KAGes) zusammen. Zusätzliche
Unterstützung im Bereich Telemedizin kommt von T-Mobile Österreich.
Termin:
Eröffnungsfeier des Ludwig Boltzmann Institutes für translationale
Herzinsuffizienzforschung
12. Oktober 2012
a) Tag der offenen Tür mit Begehungsmöglichkeit des Institutes: 13-16
Uhr, Stiftingtalstraße 24, im Zentrum für Medizinische Forschung, 1.
Untergeschoss
b) Feierliches Eröffnungsprogramm: Einlass ab 16.30 Uhr, Beginn um
17.00 Uhr
Aula der Alten Universität, Hofgasse 14, 8010 Graz
Festvortrag: Matthias Horx - Die Zukunft des Wissens - Megatrends im
Gesundheitswesen
Die Ludwig Boltzmann Gesellschaft als Trägerorganisation
Die Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG) ist eine außeruniversitäre
Forschungsorganisation mit Sitz in Wien und betreibt
Forschungsinstitute (Ludwig Boltzmann Institute) in den Bereichen der
Humanmedizin / Life Sciences sowie der Geistes-, Sozial- und
Kulturwissenschaften. Sie initiiert gemeinsam mit akademischen und
anwendenden Partnern innovative Forschungsthemen und ist
spezialisiert auf translationale Forschung - die Brücke zwischen
Grundlagenforschung und Anwendung. So arbeiten in medizinischen
Instituten Teams aus Grundlagenforschern und Klinikern in einem
Zentrum zusammen und sind dadurch Katalysatoren für die Verbindung
von präklinischer Spitzenforschung und klinischer Medizin.
Derzeit betreibt die LBG 20 LBI und 5 Cluster mit rund 380
MitarbeiterInnen. Die Einrichtung von Ludwig Boltzmann Instituten
(LBI) für eine befristete Laufzeit erfolgt aufgrund von
Ausschreibungen mit internationalen Begutachtungsverfahren.
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