• 08.10.2012, 10:30:32
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AMA-Marketing: Eier sind keine "bösen Cholesterin-Bomben"

Am 12. Oktober ist Welt-Ei-Tag - LKÖ: Verarbeitungseier verpflichtend kennzeichnen

http://www.apa-fotoservice.at/galerie/3469/ Im Bild
v.l.n.r.: Dr. Rudolf STÜCKLER (AMA-Marketingmanager für Ei und
Geflügel), Ök. Rat Gerhard WLODKOWSKI (Präsident LK Österreich),
Franz KIRCHWEGER (Legehennenhalter und Obmann der
Erzeugergemeinschaft Frischei GesmbH)

Utl.: Am 12. Oktober ist Welt-Ei-Tag - LKÖ: Verarbeitungseier
verpflichtend kennzeichnen=

Wien (OTS) - Seit Jahresbeginn 2012 gilt in ganz Europa das
Käfigverbot für Legehennen. Dennoch nehmen es Produzenten in einigen
EU-Staaten nicht so genau und bringen die heimischen Legehennenhalter
damit unter Druck. Rund 1,6 Mrd. Eier legen Österreichs Hennen
jährlich. Der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch liegt sehr
konstant bei rund 232 Stück. Durchschnittlich EUR 22,14 gab ein
österreichischer Haushalt 2011 für Eier aus.

Konsumenten kaufen überwiegend Eier aus Bodenhaltung

Rund 680 Mio. Eier im Wert von EUR 158 Mio. wandern in Österreich
über den Ladentisch, davon 80% im Lebensmitteleinzelhandel, der Rest
über alternative Bezugsquellen wie Märkte, Ab Hof-Einkauf oder
Zustellung direkt vom Bauern. Käfigeier sind aus den
Supermarktregalen gänzlich verschwunden. Am meisten gekauft werden
Eier aus Bodenhaltung (66,5%), gefolgt von Freiland- (22,2%) und
Bioeiern (11,3%). Im letzten Segment sind sie sogar Top-Seller, 17,9%
aller Eier wurden 2011 in Bio-Qualität gekauft, das ist der höchste
Bio-Anteil aller Frischeprodukte.

Kochen und Backen hat offensichtlich bei den älteren Generationen
mehr Tradition als bei jungen Konsumenten. Haushaltsführer bis 29
Jahre kaufen im Schnitt 57 Eier im Jahr, die Generation 60+ kauft,
verkocht und verbäckt hingegen 127 Stück.

Qualität und Geschmack entscheiden über den Kauf

Qualität und guter Geschmack der Eier ist den Konsumenten beim
Kauf besonders wichtig. So hatte für 83% der Befragten in der RollAMA
Motivanalyse (August 2012) die garantierte Salomellenfreiheit oberste
Priorität. Guter Geschmack, Frische, die österreichische Herkunft,
artgerechte Haltungsbedingungen der Legehennen sowie eine behördliche
Prüfung der Qualität sind für mehr als die Hälfte der Befragten
wichtige Kriterien. "Mit dem AMA-Gütesiegel können wir den
Konsumenten genau diese Anforderungen garantieren", erklärt Rudolf
Stückler, AMA-Marketingmanager für Ei und Geflügel.

Wlodkowski: Auch Verarbeitungseier verpflichtend kennzeichnen

Die bäuerliche Interessenvertretung fordert von
Gesundheitsminister Alois Stöger als zuständigem Ressortchef,
"umgehend klare Regelungen, damit auch im Verarbeitungsbereich die
Angaben der Haltungsform verpflichtend vorgesehen werden". Denn
während Österreichs Legehennenhalter bereits zu Jahresbeginn 2009 aus
der Käfighaltung ausgestiegen sind und EUR 100 Mio. in tiergerechte
Haltungsformen investiert haben, werden trotz des EU-weiten
Käfigverbots seit 01.01.2012 in 13 Mitgliedstaaten weiterhin 40 Mio.
Hühner in illegalen Käfigen gehalten. Ein Ende eines von der EU
diesbezüglich eingeleiteten Vertragsverletzungsverfahrens ist nicht
absehbar, der wirtschaftliche Schaden für die heimischen Bauern durch
diese illegalen Machenschaften aber enorm.

Dabei greifen Konsumenten dort, wo sie eine klare Kennzeichnung
wie beim Schalenei vorfinden, zum österreichischen Produkt aus
tiergerechter Haltung. Diese Wahlmöglichkeit wird ihnen aber in der
Gastronomie und bei verarbeiteten Produkten mit Eianteil durch die
fehlende verpflichtende Kennzeichnung genommen. Und dieser Anteil ist
beachtlich, denn derzeit werden nur 34% des Gesamtbedarfs an Eiern
über den Handel vertrieben, der Rest verteilt sich auf Gastronomie,
Hotellerie, Großküchen, den Direktverkauf (40%) und nicht zuletzt die
Lebensmittelindustrie (22%). Etwa ein Viertel des heimischen
Eibedarfs wird durch Importe, meist aus konventionellen Käfigen,
abgedeckt. "Dabei wären die österreichischen Bauern jederzeit in der
Lage, diesen Bedarf selbst zu decken", so
Landwirtschaftskammer-Präsident Gerhard Wlodkowski. "Bis es aber zu
einer klaren Kennzeichnung bei Verarbeitungseiern kommt, können wir
nur an österreichische Lebensmittelhersteller und Importeure von
Industrieeiern und Eiprodukten appellieren und darauf drängen, auf
die Einfuhr beziehungsweise die Verarbeitung von Käfigeiern zu
verzichten", so LK-Präsident Wlodkowski.

Höhere Standards zu Billigpreisen unmöglich

Einzeleier sind durch ihre Kennzeichnung zu einem einzigartigen
identifizierbaren Lebensmittel geworden. Die Herkunft kann damit
lückenlos bis in den jeweiligen Stall zurückverfolgt werden.
"Niedrigere Besatzdichten als in der EU vorgeschrieben, kurze
Transportwege und auch die gentechnikfreie Fütterung der Legehennnen
sorgen dafür, dass jeder, der ein Ei kauft, weiß, woran er ist und
was er iss. Mit immer höheren Standards zu Billigpreisen zu
produzieren ist aber auch der heimischen Geflügelwirtschaft nicht
möglich", gibt Franz Kirchweger von der Erzeugergemeinschaft
Österreichische Frischeier zu bedenken. Daher seien klare
Bestimmungen notwendig. Nur so könne garantiert werden, dass die
Konsumenten von heimischen Produzenten und nicht mit Importware
versorgt werden.

Marketing-Schwerpunkt zum Welt-Ei-Tag

Rund um den Welt-Ei-Tag setzt die AMA-Marketing einen gezielten
Marketing-Schwerpunkt. So sind seit einigen Tagen Plakate,
Citylights, Advertorials und Inseraten zu sehen. "Mit dem Slogan 'Das
Gelbe vom Ei' machen wir auf den Wert dieser Produkte in einer
gesunden Ernährung aufmerksam", erklärt Stückler.

Im Rahmen des Ei-Forums am 10.10.2012 in St. Pölten wird sich die
gesamte Branche mit diesem Thema befassen. Auf dem Programm steht
unter anderem ein Vortrag von Herwig Grimm (VetMed Wien), der die
moralische Verantwortung der Nutztierhaltung beleuchten wird.
Marktbeobachterin Margit Beck wird einen Überblick über den
internationalen Eiermarkt geben, Helmut Obergantschnig über das Ei in
der Gastronomie berichten. Außerdem werden im Rahmen des Ei-Forums
die Produkt-Champions 2012 für besonders innovative Ei-Produkte
vergeben.

Am Welt-Ei-Tag selbst werden über zwei Großbäckereien in Wien
40.000 AMA-Gütesiegel-Eier samt einem kleinen Infofolder an
Konsumenten verteilt. "Wir wollen damit kommunizieren, dass das Ei
keine 'böse Cholesterinbombe' ist", so Stückler.

Eier mit ruhigem Gewissen genießen

Den Ruf als Cholesterinbombe haben Eier völlig zu Recht schon
abgelegt. Ein Dotter deckt zwar 80% der empfohlenen, täglichen
Cholesterinzufuhr, doch der Körper weiß mit einer höhen Zufuhr gut
umzugehen. Der Cholesterinspiegel ändert sich auch nach mehreren
Ostereiern bei gesunden Menschen kaum (Journal of the American
Medical Association, 21.04.1999). Eier kann man mit gutem Gewissen
genießen, denn sie haben den höchsten Proteingehalt, den ein
einzelnes Lebensmittel überhaupt haben kann. Die essenziellen
Aminosäuren sind in einem ähnlichen Mengenverhältnis wie im
Körpereiweiß des Menschen enthalten. Dazu kommen außerdem wertvolle
Mineralien und Spurenelemente wie Kalzium, Phosphor, Magnesium,
Kalium und Natrium. Auch die Vitamine können sich sehen lassen: viele
Vitamine der B-Gruppe, A, D, E und K sind enthalten (Sourci, S.W.;
Fachmann, W.; Kraut, H.; 1994).
(Schluss)

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