- 05.10.2012, 15:03:06
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Feilmair: "Eine Freizeit ohne Funkstille ist keine freie Zeit"
Wunsch von Mikl-Leitner nach klaren Regeln in Kollektivverträgen zur Erreichbarkeit nach Feierabend ist eindeutig zu unterstützen!
Utl.: Wunsch von Mikl-Leitner nach klaren Regeln in
Kollektivverträgen zur Erreichbarkeit nach Feierabend ist
eindeutig zu unterstützen!=
Wien (OTS) - Angesichts steigender psychischer Belastungen von
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern hat ÖAAB-Bundesobfrau
Bundesministerin Johanna Mikl-Leitner heute klare Regeln zur
Erreichbarkeit in der Freizeit gefordert. Die neuen Möglichkeiten der
Kommunikation bieten sicher einerseits viele Chancen, bergen aber
auch andererseits massive Gefahren. "Die Erwartung der Dienstgeber an
die Arbeitnehmer immer und überall für die Firma erreichbar zu sein,
stößt zusehends an die Grenzen der Akzeptanz und vor allem der
Gesundheit", betont ÖAAB-Landesobmann-Stv. und AK-Vizepräsident
Helmut Feilmair.
Die durch moderne Kommunikationsmittel wie Smartphones geschaffene
Flexibilität kann so auch überfordern. Das Diensthandy mit allen
Möglichkeiten des 'verlängerten Schreibtisches' wird oft auch zu
einem Fluch des modernen Arbeitslebens. "Menschen finden die Balance
nicht mehr zwischen Erholungszeit und Arbeitszeit. Denn eine Freizeit
ohne Funkstille ist keine wirklich freie Zeit", so Feilmair.
Eine aktuelle Umfrage des Sozialministeriums zeigt, dass sich fast
jeder Dritte am Arbeitsplatz gesundheitlich beeinträchtig fühlt. Vor
allem die psychische Belastung im Job hat merkbar zugenommen.
Insbesondere die ständige Erreichbarkeit rund um die Uhr macht 19
Prozent der befragten Arbeitnehmer zu schaffen, sodass sich insgesamt
43 Prozent nach der Arbeit "leer und ausgebrannt" fühlen. "Es bedarf
daher einer Regelung in Kollektivverträgen, wo festgelegt ist, wann
ein Mitarbeiter erreichbar und E-Mails checken muss und wann es in
Ordnung ist, dass er sich später darum kümmert", fordert der
AK-Vizepräsident.
Mögliches Ziel einer kollektivvertraglichen Regelung könnte das
Beispiel Volkswagen in Deutschland sein. Dort hat der Betriebsrat für
die VW-Beschäftigten Ende 2011 eine "Handy-Pause" nach Feierabend
durchgesetzt. Angestellte dürfen eine halbe Stunde nach Dienstende
über ihre Smartphones nicht mehr erreichbar sein. Erst eine halbe
Stunde vor Beginn des nächsten Dienstes gilt die
Erreichbarkeitsverpflichtung wieder. Aus der Belegschaft und vom
Unternehmen selbst kommen seither nur positive Reaktionen.
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