- 05.10.2012, 11:26:47
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WKÖ-Hochhauser: Einkommensberichte belegen, dass Männer und Frauen für gleiche Arbeit fast gleich entlohnt werden
Objektive Unterschiede führen zu Lohndifferenzen - Wirtschaftskammer gegen weitere Belastungen für Betriebe
Utl.: Objektive Unterschiede führen zu Lohndifferenzen -
Wirtschaftskammer gegen weitere Belastungen für Betriebe=
Wien (OTS/PWK682) - "Die Einkommensschere zwischen Männern und
Frauen hat sich stark verringert, wenn man berücksichtigt, dass
Frauen oft andere, nämlich schlechter bezahlte, Berufe wählen als
Männer und es auch bei Ausbildung, Arbeitszeit, Beschäftigungsdauer
und in puncto Erwerbsunterbrechungen deutliche Unterschiede gibt. Das
zeigen auch die Einkommensberichte der Unternehmen", stellt Anna
Maria Hochhauser, Generalsekretärin der Wirtschaftskammer Österreich
(WKÖ), anlässlich des für morgen, Samstag, ausgerufenen "Equal Pay
Day" fest.
Auch weiche Faktoren spielen eine Rolle: Während Männer besonderen
Wert auf ihr Gehalt legen, ist Frauen oft die Arbeits- und
Lebensqualität wichtiger, weshalb sie bei Gehaltsverhandlungen andere
Prioritäten setzen - und mit den Ergebnissen offensichtlich zufrieden
sind. So ist die Arbeitszufriedenheit bei Frauen höher als bei
Männern, wie der Arbeitsklimaindex der Arbeiterkammer seit vielen
Jahren ausweist.
Nicht zuletzt verzichten Frauen auf ihre einkommensbesten Jahre,
wenn sie früher in Pension gehen. "Das niedrigere Pensionsalter - wir
sind hier EU-Schlusslicht - ist ein finanzieller Bumerang für die
Frauen. Eine raschere Angleichung an die Männer würde nicht nur
Einkommen und Pensionen anheben, sondern auch Budgetmittel für
Zukunftsinvestitionen zugunsten von Frauen freimachen, etwa für mehr
Kinderbetreuungseinrichtungen", schlägt Hochhauser vor.
Dass internationale Statistiken nach wie vor eine höhere
Einkommensschere für Österreich ausweisen, liege daran, so
Hochhauser, "dass dabei Äpfel mit Birnen verglichen werden": In
Ländern mit hoher Frauenbeschäftigungsquote wie Österreich, die
Niederlande, Finnland, die Schweiz und Deutschland gibt es
statistisch höhere Unterschiede zwischen Frauen- und Männereinkommen
als etwa in Malta, Italien oder Griechenland. "Dort gehen viel
weniger Frauen überhaupt einer Arbeit nach, sind dafür aber höher
qualifiziert."
Weitere gesetzliche Belastungen für die Betriebe lehnt die WKÖ ab.
"Die Wirtschaft hat in den letzten Jahren eine Reihe von Belastungen
wie Einkommensberichte, Lohnangaben in Stelleninseraten und höhere
Strafen akzeptiert. Nun reicht es", stellt Hochhauser klar.
Auch ein höherer einheitlicher Mindestlohn kommt für die die
Wirtschaft nicht in Frage und wäre ein Bärendienst gerade für Frauen:
Statistisch würden einige Löhne steigen, viele Frauen würden aber
ihre Jobs verlieren. Ein Frisör verdient pro Stunde nicht viel mehr
als seine Angestellten, bei einer abrupten Lohnsteigerung würde sich
eine Beschäftigung für ihn kaum noch rechnen.
"Außer bei selbständigen Schwangeren, die weniger Wochengeld
erhalten als Arbeitnehmerinnen, ist die Gleichheit an Chancen und
Rechten umgesetzt", so die WKÖ-Generalsekretärin. Nun gelte es, diese
Chancen auch zu nützen und dazu gehöre in erster Linie, die
Rahmenbedingungen so zu setzen, dass Familie und Beruf vereinbar
sind. Hochhauser abschließend: "Die Wirtschaftskammer tritt daher für
einen raschen Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen und für eine
flächendeckende Berufsorientierung für Jugendliche ein. Im Gegensatz
zu anderen wollen wir aber niemandem vorschreiben, wie sie oder er
das Berufs- und Privatleben gestaltet", schließt Hochhauser. (SR)
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