- 04.10.2012, 11:15:38
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ÖH Innsbruck: "Erschreckende Ergebnisse in Umfrage baldiger Absolventen der Uni Innsbruck - Aufholbedarf in vielen Bereichen"
Wien (OTS) - Beim heutigen Pressegespräch der Hochschülerinnen- und
Hochschülerschaft an der Universität Innsbruck (ÖH) wurden die
Ergebnisse einer Umfrage unter 575 Innsbrucker Studierenden bzw.
baldigen Absolventen und Absolventinnen an der
Leopold-Franzens-Universität (LFU) veröffentlicht. Überraschende
Details kamen dabei zu Tage.
An der Universität Innsbruck gibt es laut der teilnehmenden
Studierenden zu wenig Information und Hilfe zum Berufseinstieg.
"Scheinbar brauchen wir in Innsbruck eine bessere Vorbereitung auf
die berufliche Laufbahn bzw. eine bessere Betreuung angehender
Absolventen. Es darf nicht sein, dass sich an der LFU nur 28,6% der
Studierenden optimal auf die berufliche Laufbahn vorbereitet fühlen,
während dies im EU- Schnitt 49,2% tun. Hier müssen wir Schwachstellen
ausloten und den Absolventen eine verbesserte Betreuung anbieten -
mit unserem ÖH KarrierePortal haben wir schon einen Schritt in die
richtige Richtung gesetzt", erklärt der Vorsitzende der
Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft (ÖH) an der Universität
Innsbruck, Benjamin Rohrer (AktionsGemeinschaft).
Um diesem Missstand ein wenig entgegenzuwirken, hat die ÖH
Innsbruck neben dem KarrierePortal eine spezielle Akademie für
Zusatzqualifikationen aufgebaut. Rohrer dazu: "Die Universität
Innsbruck bietet zu wenig kompetenzorientierte Ausbildung im Bereich
der Soft Skills an. Da wir in vielen Bereichen dem Durchschnitt
hinterherhinken, braucht es verstärkte Anstrengungen in diese
Richtung. Mit unserem Vorzeigeprojekt, der UNIT Seminarakademie,
haben wir dies schon vor vielen Jahren erkannt und tausenden
Studierenden, die mittlerweile ausgebildet wurden, in diesem Bereich
den Erwerb von Qualifikationen gesichert."
Probleme sieht die ÖH Innsbruck - durch die Umfrageergebnisse
bestärkt - auch im Bereich des Abschlusses des Studiums. 53,8% der
Innsbrucker Studierenden sehen den Master als Studienabschluss an.
Damit liegt die Universität Innsbruck weit über dem EU-Durchschnitt
von 40%. Hier s ieht Rohrer einen klaren Aufholbedarf: "Der Bachelor
darf nicht länger als unzulänglicher Studienabschluss angesehen
werden. Es muss der Master als Regelabschluss gewährleistet werden
und es darf keinerlei Hürden und Beschränkungen für
Bachelorabsolventen geben. Zudem ist es endlich an der Zeit, das
Ansehen des Bachelors zu stärken. Den Bund sehe ich hier klar in der
Pflicht um ein Umdenken herbeizuführen", so Rohrer mit seinen
eindringlichen Forderungen.
Die soziale Lage der Studierenden ist, wie auch der vor Kurzem
veröffentlichten Studierendensozialerhebung zu entnehmen ist, prekär.
"Dass zwei von drei Studierenden der Ansicht sind, dass Studierende
nicht für ihre Ausbildung selbst aufkommen sollen, bestätigt unsere
Forderung nach einer gesunden Ausfinanzierung der Universitäten
anstatt einer ideologisch geführten Diskussion über die Einhebung von
Studienbeiträgen, welche nur minimalst zum Unibudget beitragen. Wie
soll unsere Universität sich im internationalen Vergleich entwickeln,
wenn sie seit Jahren chronisch unterfinanziert ist?", zeigt sich
Rohrer verärgert über das Nichteinhalten eines
Regierungsversprechens.
In diesem Zusammenhang wichtig erscheint auch die Wohnsituation in
der Tiroler Landeshauptstadt, die schon seit Jahren von Seiten der ÖH
an der Universität Innsbruck moniert wird. "Wenn nur 38,9% der
Studierenden in Innsbruck die Wohnsituation als zufriedenstellend
bezeichnen, dann spricht dies aus meiner Sicht Bände. Den hohen
Lebenserhaltungskosten muss mit einem sozial treffsicheren
Stipendiensystem entgegengetreten werden, zudem bedarf es weiteren
Heim- und Wohnplätzen in der Stadt."
Der trendence Graduate Barometer hat sich in den letzten Jahren zu
der europaweit größten Studie zu den Themen Karriere, Bildung und
Arbeitgeber entwickelt. Beim Trendence Graduate Barometer 2012 nahmen
343.796 Studierende von 950 Universitäten in ganz Europa teil. Die
Studierenden wurden zu ihren Präferenzen und Erwartungen bezüglich
ihrer zukünftigen beruflichen Laufbahn, sowie zu ihrer Zufriedenheit
mit ihrer Universität und der Attraktivität potenzieller zukünftiger
Arbeitgeber befragt.
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