• 03.10.2012, 11:03:07
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Vermögen: Überfluss besteuern, in Zukunft investieren, Armut bekämpfen!

Einnahmen bei Vermögen weisen weniger dämpfende Wirkung auf die Volkswirtschaft auf und helfen sozialer Polarisierung gegenzusteuern.

Utl.: Einnahmen bei Vermögen weisen weniger dämpfende Wirkung auf
die Volkswirtschaft auf und helfen sozialer Polarisierung
gegenzusteuern.=

Wien (OTS) - Um wachsender sozialer Polarisierung gegenzusteuern,
drängt die Armutskonferenz darauf, in den nächsten Monaten den
Schwerpunkt auf "Überfluss besteuern, in Zukunft investieren, Armut
bekämpfen" zu legen. Entscheidend wird sein, die Konjunktur nicht
abzuwürgen. Dann geht es darum, die Nachfrage nicht zu demolieren,
besser noch sie zu erhöhen; besonders nach gesellschaftlich
sinnvollen Gütern und Dienstleistungen. Weiters zeichnet sich eine
vorausschauende Politik darin aus, in Zukunftssektoren zu
investieren; in jene Bereiche, die gesellschaftlich und
volkswirtschaftlich entscheidend werden. Und schließlich muss auf die
gerechte Verteilung von Belastungen geschaut werden. Das bedeutet
gerade nicht, dass jeder gleich viel zur Budgetkonsolidierung
beitragen muss, so die Armutskonferenz, deren Mitgliedsorganisationen
500.000 Hilfesuchende im Jahr betreuen und unterstützen.

Eine gerechte Verteilung nützt allen

Ausgabenkürzungen bei öffentlichen Investitionen, Dienstleistungen
und Sozialtransfers sind schädlicher für Konjunktur, Beschäftigung
und sozialen Ausgleich. Hingegen weisen Einnahmen bei Vermögen und
bei Schichten mit hoher Sparneigung weniger dämpfende Wirkung auf die
Volkswirtschaft aus. Ausgabenkürzungen im Umfang von 1 % des
Bruttoinlandsprodukts (BIP) reduzieren das BIP zwischen einem halben
und eineinhalb Prozent. Einnahmenerhöhungen im Umfang von 1 %
verringern das BIP zwischen 0 und 1 %. Eine gerechte Verteilung nützt
allen. Das WIFO hat die gesamtwirtschaftliche Wirkung einer
Umverteilung von 1 Milliarde von ganz oben zum unteren Drittel
analysiert. Aufgrund der unterschiedlichen Konsum- und Sparneigung
erhöht sich die Nachfrage um 0,4 Mrd. Euro, das BIP um 0,3 Mrd. Euro
und die Zahl der Beschäftigten um 3000.

Angesichts der Entwicklung zunehmender sozialer Polarisierung in
Europa warnt die OECD vor mehrfachen Risiken: Zunehmende Ungleichheit
schwächt die Wirtschaftskraft eines Landes, sie gefährdet den
sozialen Zusammenhalt und schafft politische Instabilität - aber sie
ist nicht unausweichlich, so OECD-Generalsekretär Angel Gurria.

In die Zukunft investieren - Bildung, Schule und
Kinderbetreuung

"Es muss europaweit richtig investiert werden und von den
Profiteuren der letzten Jahre, den obersten 10 Prozent, ein
entscheidender Beitrag zu den Krisenkosten einverlangt werden", fasst
die Armutskonferenz zusammen. Das heißt: "In die Zukunft investieren
mit Bildung, Forschung, Kinderbetreuung und Pflege, Konjunktur nicht
abwürgen, Jobs schaffen, Budget konsolidieren, Schwächen des
Sozialstaats korrigieren, seine Stärken optimieren. Wer sozialer
Polarisierung mit all ihren negativen Folgen für die ganze
Gesellschaft gegensteuern will, muss nicht nur für die Stabilisierung
des Finanz- und Bankensektors eintreten, sondern auch für die
Stabilisierung des sozialen Ausgleichs."

www.armutskonferenz.at
www.wegeausderkrise.at

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