• 03.10.2012, 11:00:36
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Heizkostenexplosion: Aktuelle Studie vergleicht Lebenszykluskosten neuer Heizsysteme für alte Einfamilienhäuser

Einsparungen von bis zu Euro 2.000.- jährlich beim Tausch der alten Heizanlage

Utl.: Einsparungen von bis zu Euro 2.000.- jährlich beim Tausch der
alten Heizanlage=

Wien (OTS) - Eine Studie der Österreichischen Gesellschaft für Umwelt
und Technik (ÖGUT) erhebt die Gesamtkosten von unterschiedlichen
Heizsystemen und zeigt deutliche Kosteneinsparungen beim Tausch der
Heizanlagen in alten Einfamilienhäusern auf. Im Ergebnis ist die
Scheitholz-Heizung die günstigste Heizung gefolgt von Pellets und
Gas. Der Weiterbetrieb der alten Ölheizung ist in den meisten Fällen
die unwirtschaftlichste Form des Heizens.

Unsicherheit bei den Haushalten

1,2 Mio. Haushalte werden durch Kesselheizungen mit
unterschiedlichen Energieträgern beheizt. 30% der Heizsysteme in
privaten Haushalten sind älter als 20 Jahre. Diese Anlagen weisen
einen deutlich geringeren Energie-Ausnutzungsgrad als Neuanlagen auf.
Der Tausch auf eine moderne Heizungsanlage erfolgt in der Praxis oft
erst, wenn ein technischer Defekt auftritt. Den Grund für die
Überalterung des heimischen Heizungsbestandes sehen Experten in
einer allgemeinen Verunsicherung und Überforderung der Haushalte. Den
Haushalten ist nicht klar, wie sich die Energiepreise weiter
entwickeln und wie sich eine neue Heizanlage finanziell rechnet. Ziel
der Studie ist es deshalb, die Vollkosten von Erdgas-, Öl-, Pellets-
und Stückholzheizungen in mindestens zwanzig Jahre alten
Einfamilienhäusern über die gesamte Lebenszeit zu vergleichen und
damit Haushalten eine Orientierung zu geben.

Vollkostenvergleich über die gesamte Lebenszeit

Die Experten der ÖGUT stellten die Vollkostenberechnungen nach den
Vorgaben der VDI-Richtlinie 2067 an. Gemäß VDI (Verein Deutscher
Ingenieure) 2067-Richtlinie werden Lebenszykluskosten auf jährlich
gleichbleibende Kosten (Annuitäten) umgerechnet. Wärmepumpen wurden
u.a. aufgrund der fehlenden Niedertemperaturabgabemöglichkeit im
Althausbestand nicht in den Vergleich aufgenommen. Berücksichtigt
sind in der Berechnung Kapitalkosten, verbrauchs- und
betriebsgebundene Kosten. Die Investitionskosten - abzüglich einer
Förderung - betragen bei Scheitholz Euro 13.100.-, bei Pellets Euro
18.100.-, bei Heizöl-Brennwert Euro 9.900.- und bei
Erdgas-Brennwert Euro 10.200.-. Es wurden Förderungen von Euro
2.000 für alle Heizsysteme (außer für Erdgasheizungen) angenommen.
Verbrauchsgebundene Kosten sind Brennstoffkosten - diesbezüglich
wurden die aktuellen Energiepreise aus der Periode April bis
September 2012 herangezogen und als Mittelwerte für die nächsten 20
Jahre angenommen - und Stromkosten für den Kesselbetrieb sowie
Umwälzpumpe. Betriebsgebundene und sonstige Kosten umfassen
Instandhaltungskosten, Wartungskosten und Kosten für den
Rauchfangkehrer. Die Berechnungen wurden für drei unterschiedliche
Verbrauchsszenarien vorgenommen. Mit der Annahme eines
Heizölverbrauchs von 2.000, 3.000 bzw. 4.000 Liter pro Jahr sollte
das in dieser Gebäudekategorie übliche Verbrauchsspektrum
repräsentativ abgedeckt werden.

Kosteneinsparungen von jährlich bis zu Euro 2.000,-

Das Gesamtergebnis der Vollkostenrechnung zeigt klar, dass
Scheitholz- vor Pellet-Heizungen führen. Bei einem bisherigen
Verbrauch von 3.000 Liter Heizöl ergaben die Berechnungen der
ÖGUT-Experten die geringsten Kosten bei Scheitholz mit Euro
3004.-jährlich. Am teuersten ist der Weiterbetrieb der alten
Ölheizung mit Kosten von Euro 4.845. Ein neuer Ölbrennwertkessel
kostet jährlich Euro 4.547.-, und ein neuer Gasbrennwertkessel
Euro3.772.-. Am zweiten Platz der Vollkostenrechnung und wesentlich
günstiger als die alte Ölheizung ist eine Pellet-Heizung mit Kosten
von Euro 3.662.- pro Jahr. Auffällig ist, dass die Umrüstung auf
einen neuen Ölbrennwertkessel einen Kostenvorteil pro Jahr von nur
knapp Euro 300.- bringt. Die höhere Effizienz des neuen
Ölbrennwertkessels wird durch die hohen Investitionen finanziell
zunichte gemacht. Bei einem mittleren Verbrauch von bisher 3.000
Liter Heizöl entsteht beim Tausch auf eine moderne Pellet-Heizung
eine Kostenersparnis von Euro 1.179.- pro Jahr. Bei einem Verbrauch
von bisher 4.000 Liter Heizöl steigt der Preisunterschied auf über
Euro 2.000.- pro Jahr an.

Mag. Michael Cerveny, Energieexperte der ÖGUT und Autor der
Studie: "Scheitholz ist bei allen Szenarien der Vollkostenberechnung
die günstigste Heizvariante. Nur bei der unwahrscheinlichen Variante,
dass die Energiepreise fallen und bei einem geringen Verbrauch ist
der Weiterbetrieb einer alten Ölheizung sinnvoll: Allerdings zum
Nachteil des Klimas. Bei einem Großteil der bestehenden Heizanlagen
ist bei den derzeitigen Heizölkosten der Austausch wirtschaftlich
äußerst sinnvoll."

Dr. Christian Rakos, Geschäftsführer proPellets Austria: "Die
Studie zeigt, dass Pellets aufgrund des enormen Preisvorteils von
mehr als 50% gegenüber Heizöl und bei gleichem Komfort eine
ausgezeichnete Alternative zu Heizöl sind. Mit fast 100.000
Pelletheizungen ist Österreich mittlerweile international Vorreiter
bei dieser umweltfreundlichen Heizungsart. Hohe Einsparungen können
Haushalte auch mit Pelletkaminöfen erzielen, wenn Sie ihr altes
Heizsystem noch nicht austauschen wollen. "

Download Studie: http://www.propellets.at/cms/cms.php?pageName=473

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