- 27.09.2012, 10:15:36
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Lebenshilfe drängt auf Startschuss zur Umsetzung der inklusiven Schule
20-Jahre-Jubiläum der AHS-Schmelz in Wien bestätigt "Serienreife" des inklusiven Schulmodells
Utl.: 20-Jahre-Jubiläum der AHS-Schmelz in Wien bestätigt
"Serienreife" des inklusiven Schulmodells=
Wien (OTS) - Zwei Jahre, nachdem die Lebenshilfe ihren Stufenplan zur
inklusiven Schule der Öffentlichkeit präsentiert hat, sind die
Reformpläne zur Bildungssituation von Menschen mit Beeinträchtigung
noch nicht vom Fleck gekommen, bemängelt Lebenshilfe-Präsident
Univ.-Prof. Dr. Germain Weber und macht dafür die mangelnde
Durchsetzungskraft des Unterrichtsministeriums gegenüber den
mächtigen Landesschulräten verantwortlich, die am jetzigen System
starr festhalten.
"Erfreulich ist, dass die Eckpunkte unseres Stufenplans den
Eingang in den Nationalen Aktionsplan Behinderung gefunden haben und
dass nun ein Konzept zur Einrichtung von inklusiven Schulregionen
vorliegt. Das soll uns aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass nach
wie vor Verbindlichkeiten fehlen. Wann krempeln wir endlich die Ärmel
hoch und beginnen mit der Neuausrichtung hin zu einer modernen und
zeitgemäßen Schulbildung?" macht Weber deutlich und fordert einen
klaren Zeitrahmen und festgesetzte Vorgaben zur Umsetzung des
inklusiven Schulsystems in Österreich.
Die Forderung der Lebenshilfe nach einem durchlässigen und
inklusiven Schulsystem von der Pflichtschule bis zur Oberstufe wird
in der integrativen Allgemeinen Höheren Schule (AHS) an der Schmelz
in Wien vorbildhaft in die Tat umgesetzt. Seit 20 Jahren lernen hier
Schülerinnen und Schüler mit und ohne Beeinträchtigungen in
gemeinsamen Klassen, und das mit großem Erfolg, wie Georg Gratzer,
Vater eines Schülers ohne Beeinträchtigung, erklärt: "Kinder ohne
Behinderung werden dazu veranlasst, Anders-Sein nicht als Bedrohung
oder Hindernis, sondern als Bereicherung und Normalität
wahrzunehmen." Für ihn ist die inklusive Schule ein Erfolgsmodell,
dass sich zur Serienreife entwickelt hat: "20 Jahre Prototypendasein
sollten genug sein, wir bestätigen, dass die inklusive Schule
serienreif ist", so der Elternvertreter.
Die Hauptpunkte der Forderungen der Lebenshilfe, wie die
Ausdehnung des Zugangs zu Bildung für Menschen mit Beeinträchtigungen
auf alle Schulstufen und Schultypen, werden Thema der öffentlichen
Sitzung des Monitoring-Ausschusses sein, die kommenden Dienstag in
Wien stattfindet. "Wir sehen keinen Grund dafür, dass es bei der
Umsetzung der inklusiven Schule zu Verzögerungen kommt. An der
schrittweisen Umwandlung von Regel- und Sonderschulen in inklusive
Schulen führt kein Weg vorbei, wenn wir zukunftsorientiert und zum
Wohle der nächsten Generationen denken", schließt Weber.
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