• 25.09.2012, 12:44:22
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AUGE/UG: 'ExpertInnen'-Vorschläge zu Pensionsreformen glatte Themenverfehlung!

Wären Arbeitswelt und Arbeitszeiten humaner, wären 'Frühpensionierungen' kein Thema!

Utl.: Wären Arbeitswelt und Arbeitszeiten humaner, wären
'Frühpensionierungen' kein Thema!=

Wien (OTS) - Als "glatte Themenverfehlung" bezeichnet Klaudia
Paiha, Bundessprecherin der Alternativen und Grünen
GewerkschafterInnen (AUGE/UG) die gestern von 50 'Experten'
präsentierten Vorschläge für eine grundlegende Reform des
österreichischen Pensionssystems. "Abgesehen davon, dass die meisten
der Unterzeichner - unter ihnen jede Menge honorige
Universitätsprofessoren mit durchaus als üppig zu bezeichnenden
Pensionsansprüchen bzw. Pensionen - bislang nicht durch besondere
Pensionsexpertise aufgefallen wären, geht der Appell am Kern des
Problems vorbei - warum nämlich ein möglichst früher Pensionsantritt
für so viele ArbeitnehmerInnen so erstrebenswert ist."

Es läge nämlich nicht an "unzureichenden Anreizen für einen
späteren Pensionantritt", wie die Autoren glauben machen wollen,
sondern an der Tatsache, dass Arbeitsbedingungen wie Arbeitszeiten
immer belastender werden und krank machen. Wenn laut aktueller Studie
des Sozialministeriums ein Drittel aller ArbeitnehmerInnen unter
gesundheitlichen Beeinträchtigungen am Arbeitsplatz leiden und die
österreichischen ArbeitnehmerInnen EU-weit Spitze bei überlangen
Arbeitszeiten und geleisteten Überstunden sind, darf es nicht weiter
verwundern, dass es auch zu vorzeitigen Pensionsantritten kommt. Hier
von 'unzureichenden Anreizen' zu sprechen ist zynisch und blendet die
Arbeits- und Lebensrealitäten vieler ArbeitnehmerInnen in Österreich
aus, zumindest jener, die keine 'Pensionsexperten' sind", kritisiert
Paiha.

Zwt.: Arbeitswelt humanisieren, Arbeitszeiten verkürzen

Wer daher das faktische Pensionsantrittsalter erhöhen und an das
gesetzliche heranführen will, muss daher vor allem Arbeitsbedingungen
schaffen, welche einen späteren Pensionsantritt erlauben: "Das heißt:
Humanisierung der Arbeitswelt, alternsgerechte Arbeitsorganisation
und Formen individueller und kollektiver Arbeitszeitverkürzung," so
Paiha weiter. Neben einer generellen Verkürzung der wöchentlichen und
täglichen Arbeitszeit sowie einer sechsten Urlaubswoche, wären vor
allem Rechtsansprüche auf berufliche Auszeiten - etwa zur
Burn-Out-Prävention - notwendig. "Vorstellbar wäre etwa der
Rechtsanspruch auf eine insgesamt einjährige, auch in mehreren
Blöcken aufteilbare berufliche Auszeit bei Bezug eines fiktiven
Arbeitslosengelds. Ein weiteres, frei verfügbares Sabbatical-Jahr
könnte etwa gegen einen um ein Jahr späteren Pensionsantritt
eingelöst werden", so Paiha. Zusätzlich brauche es einen
Rechtsanspruch bzw. einen leichteren Zugang zu Teilzeit im Alter.

"Was da als Gesamtreform verkauft wird ist altbacken, wenig
originell und zwingt ArbeitnehmerInnen mit niedrigem Einkommen länger
auf einem Arbeitsmarkt zu bleiben, der für sie keine Jobs vorsieht.
Ein auf beitragsbezogene Pensionskonten orientiertes Pensionssystem
kommt insbesondere gutverdienenden Gruppen - wie etwa universitären
Pensionsexperten oder WKÖ-Präsidenten - zugute, da diese dank höheren
Einkommen und entsprechend höheren angesparten Beiträgen früher in
Pension gehen können. Ein derartiges Pensionssystem garantiert
NiedrigverdienerInnen, die ihr Leben lang gearbeitet haben, maximal
eine Grundsicherung im Alter", lehnt Paiha die Reformvorschläge ab.
"Was es tatsächlich braucht, ist eine Grundsicherung im Alter für
alle, darauf aufbauend eine Sozialversicherungspension, die erworbene
Leistungsansprüche absichert, nach oben hin mit der maximalen
ASVG-Pension gedeckelt ist und ein gutes Leben auch im Alter
ermöglicht," schließt Paiha.

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