- 25.09.2012, 09:01:35
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Mittelfristige Beschäftigungsprognose für Österreich
Entwicklung nach Berufen und Branchen bis 2016
Utl.: Entwicklung nach Berufen und Branchen bis 2016=
Wien (OTS/WIFO) - Geprägt vom Wandel der Wirtschaftsstruktur und der
Anforderungsprofile an Arbeitskräfte ist der österreichische
Arbeitsmarkt einer stetigen Veränderung der Nachfrage nach
beruflichen Qualifikationen unterworfen. In seiner mittelfristigen
Beschäftigungsprognose bis zum Jahr 2016 schätzt das WIFO diese
Veränderungen gegliedert nach 38 Branchen und 57 Berufsgruppen. Dabei
zeigt sich ein Trend zu höheren Anforderungen an die Qualifikation
sowie zunehmender Dienstleistungs- und Kundenorientierung der
Tätigkeiten. Während einfache Tätigkeiten im produzierenden Bereich
an Bedeutung verlieren, wird die Beschäftigung von
Dienstleistungshilfskräften leicht zunehmen.
Die österreichische Berufslandschaft ist einem ständigen Wandel
unterworfen, der durch Veränderungen der Branchenstruktur (zunehmende
Dienstleistungsorientierung), aber auch der Tätigkeitsprofile
innerhalb einzelner Branchen (Trend zu höherqualifizierten
Tätigkeiten) geprägt wird. Gleichzeitig ist eine kurzfristige
Änderung der Ausbildungsstruktur der erwerbsfähigen Bevölkerung aber
nur in äußerst geringem Ausmaß möglich, da Aus- und Weiterbildung
nicht nur zeitaufwendig und kostenintensiv sind, sondern ihre
Inanspruchnahme auch wesentlich von der Vorbildung abhängt.
Gerade dieser lange Reaktionszeitraum der Anpassung an neue
Qualifikationsanforderungen stellt die Institutionen aus den
Bereichen Bildung, Innovation, Struktur- und Arbeitsmarktpolitik vor
hohe Anforderungen. Für eine vorausschauende Ausrichtung der
Arbeitsmarkt- und Bildungspolitik ebenso wie für die praktische
Arbeit in der Bildungsberatung und der Planung und Durchführung von
Weiterbildungsmaßnahmen ist es daher von großer Bedeutung, künftige
Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt abschätzen zu können. Dadurch kann
frühzeitig Einfluss auf das Angebot an Aus- und Weiterbildung, auf
weitere arbeitsmarktpolitische Maßnahmen sowie auf die Ausrichtung
der Bildungsberatung, der betrieblichen Förderungsstrategien und
sozialpolitischen Begleitmaßnahmen genommen werden.
Um den entstehenden Anpassungsbedarf der Qualifikationsstruktur
der Beschäftigten antizipieren zu können, ermittelt das WIFO im
Auftrag des AMS regelmäßig im Rahmen einer Beschäftigungsprognose die
mittelfristig zu erwartende Veränderung der Nachfrage nach bestimmten
beruflichen Qualifikationen.
Gemäß der aktuellen Prognose steigt die Beschäftigtenzahl in
Österreich bis 2016 insgesamt um durchschnittlich 0,9% pro Jahr auf
etwa 3,430.600 (kumuliert +172.800 Arbeitsplätze gegenüber 2010). Der
Strukturwandel der Wirtschaft hält dabei an, bis 2016 erhöht sich der
Beschäftigungsanteil des Dienstleistungsbereiches auf 75,2%.
Gleichzeitig sinkt die Beschäftigung in der Sachgütererzeugung
(-20,600); dieser Rückgang wird aber durch die starke Expansion der
Leiharbeitsbranche kompensiert (+25.200), deren Arbeitskräfte zum
Großteil in der Sachgütererzeugung tätig sind. Hauptträger der
Beschäftigungswachtsums sind die Dienstleitungsbranchen, insbesondere
der Bereich des Gesundheits- und Sozialwesens (+59.300), Erziehung
und Unterricht (+26.100) sowie der Einzelhandel (+22.800).
Insgesamt entfallen knapp zwei Drittel des erwarteten
Beschäftigungszuwachses auf Frauen (+112.700). Ein Großteil davon
wird allerdings Teilzeitarbeit betreffen. Auch zeigt sich keine
nennenswerte Abnahme der geschlechtsspezifischen Segregation des
Arbeitsmarktes, da neue Stellen für Frauen vorwiegend in Bereichen
entstehen, die bereits einen hohen Frauenbeschäftigungsanteil
aufweisen.
Der deutliche Trend zu höherqualifizierten Tätigkeiten spiegelt
sich in überdurchschnittlichen Zuwachsraten für die Berufe mit
Hochschulabschluss (+2,5% p. a. bzw. kumuliert bis 2016 +52.000) und
auf Maturaniveau (+1,2% p. a. bzw. +48.900). Gleichzeitig bleibt das
mittlere Qualifikationssegment (Berufe, die den Abschluss einer Lehre
oder einer berufsbildenden mittleren Schule erfordern) von zentraler
Bedeutung für den österreichischen Arbeitsmarkt - hier ist der (in
absoluten Zahlen) größte Stellenzuwachs zu erwarten (kumuliert
+53.000). Im Bereich der geringqualifizierten Tätigkeiten (höchstens
Pflichtschulabschluss) zeigt sich hingegen eine heterogene
Entwicklung: Während durch das kräftige Wachstum im
Dienstleistungsbereich auch Dienstleistungshilfskräfte vermehrt
nachgefragt werden (+14.200), nimmt die Zahl der Hilfskräfte in der
Produktion deutlich ab (-12.300).
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