Bioethikkommission am fatalen "Rückschrittsdampfer"

Jugend für das Leben ermutigt zum Protest gegen die Stellungnahme der österreichischen Bioethikkommssion zum Fortpflanzungsmedizingesetz

Linz (OTS/jfdl-mp) - Die jüngste Stellungnahme der Bioethikkommission vom 21. September fordere geradezu zum allgemeinen Protest heraus, sagt Carina Broucek, Pressesprecherin von Jugend für das Leben. "Die Empfehlung zur weitgehenden Liberalisierung des Fortpflanzungsmedizingesetzes (FmedG) ist ein fataler Rückschritt hin zu einer vollständigen Entwürdigung menschlichen Lebens", so Broucek. Sie begrüße, dass eine Minderheit der Bioethikkommission diese Empfehlung nicht mittrage und eine abweichende Auffassung veröffentlicht habe.

Die Mehrheit der Bioethikkommission ignoriere mit ihrer Empfehlung zentrale, schwerwiegende Problemfelder: Zum einen führe die Präimplantationsdiagnostik (PID) zur schonungslosen Selektion behinderter Menschen. Des weiteren werden gesundheitliche Risiken und die ethische Problematik, die mit der Eizellenspende einhergeht, kategorisch ausgeklammert. Außerdem wird durch In-vitro-Befruchtung für alleinstehende und lesbische Frauen einer ganzen Generation an Kindern das Recht auf einen Vater geraubt.

Behindertes Leben verhindern

Durch die Empfehlung der PID disqualifiziere sich die Bioethikkommission als "Wächterin der Würde", denn damit heiße sie gut, die bei der IVF erzeugten Kinder auf ihre "Qualität" hin zu überprüfen, sagt Broucek. Damit würde behindertes Leben schonungslos selektiert werden, wobei es höchstwahrscheinlich - wie in Deutschland - zu einem Dammbruch käme und nicht mehr nur nach schweren Erbkrankheiten, sondern nach jeglicher Behinderung geforscht werden würde. Selbstverständlich würde durch PID auch der Profitgier mancher Fortpflanzungsmediziner Tür und Tor geöffnet, die nämlich durch eine höhere Erfolgsquote bei IVF mehr verdienen.

Der Mensch besitzt unabhängig von Alter (ungeboren oder geboren), Gesundheit oder anderen Faktoren eine Würde, selbst wenn er nicht ge-, sondern erzeugt worden ist," so Carina Broucek. Dies bedeute aber nicht, dass IVF gutzuheißen ist, denn sie nimmt einem so entstandenen Kind das Recht, in einem Akt der Liebe gezeugt zu werden.

Liberalisierung der Samen- und Eizellspende

Pressesprecherin Broucek ist insbesondere um eine wahrheitsgemäße Aufklärung für Frauen besorgt: "Dass die Eizellenspende für die Frauen eine gröbere gesundheitliche Belastung darstellt, wird von der Bioethikkommission verschwiegen. Gerade die Fruchtbarkeit der Frau sollte von der Kommission als kostbarer Schatz angesehen und als solches nicht der Ausbeutung und der Experimentierfreudigkeit der Fortpflanzungsmediziner preisgegeben werden."

Überdies ergebe sich durch die Freigabe der Ei- und Samenzellenspende ein soziales Dilemma der Verwirrung hinsichtlich Mutter- und Vaterschaft. Die Eltern seien es dem Kind schuldig, es über seine wahre Herkunft aufzuklären: "Spätestens dann könnte sich ein Kind mit genetisch-biologisch dubiosen Wurzeln sehr wurzellos fühlen und außerdem nach seinen Eltern forschen wollen." Die Erfahrung zeige, dass zum Beispiel adoptierte Kinder eine natürliche Neugierde nach ihren wahren Eltern haben. Broucek: "Was antworten wir jenen durch IVF erzeugten Kindern dann? Dass sie möglicherweise drei Mütter haben, und gleichzeitig ohne ihren Vater aufwachsen mussten? Hier sind fatale psychische Folgen vorprogrammiert."

Vaterlose Kinder

So klammere der neue Vorschlag der Bioethikkommission also die Sorge um das soziale Wohl und die psychische Gesundheit des Kindes vollkommen aus, so Carina Broucek. "Für Kinder sind Mutter UND Vater entwicklungspsychologisch von größter Bedeutung. Wenn Lesben und alleinstehenden Frauen nun In-Vitro-Befruchtung ermöglicht wird, müssen Generation von Kindern in unnatürlichen, vaterlosen Familien aufwachsen - es wird ihnen das Recht auf einen Vater kategorisch verwehrt."

Politker sollen menschliche Würde verteidigen

Jugend für das Leben fordert von den verantwortlichen Politikern statt dessen ein lebensbejahendes Fortpflanzungsmedizingesetz, das die große menschliche Würde von Kindern und Eltern schützt, behinderte Menschen nicht diskriminiert sondern als lebenswert anerkennt und ein gesundes Familienbild in unser Gesellschaft fördert.

Lesen Sie mehr zum Thema:
Presseerklärung von http://www.imabe.org/index.php?id=1748" zu möglicher Novellierung des Fortpflanzungsmedizingesetzes.

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