- 24.09.2012, 10:00:47
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Tabu Besatzungskind: Internationale Konferenz in Wien
Veranstaltet vom LBI Kriegsfolgenforschung, lässt die Konferenz am 27.9.2012 Besatzungskinder zu Wort kommen und thematisiert mit Experten eine Lücke der Zeitgeschichtsforschung
Utl.: Veranstaltet vom LBI Kriegsfolgenforschung, lässt die
Konferenz
am 27.9.2012 Besatzungskinder zu Wort kommen und thematisiert
mit Experten eine Lücke der Zeitgeschichtsforschung=
Wien (OTS) - Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen in ganz Österreich und
Deutschland sogenannte Besatzungskinder auf die Welt: als Folge
freiwilliger sexueller Beziehungen zwischen einheimischen Frauen und
Besatzungssoldaten, aber auch als Folge von Vergewaltigungen. Im
Rahmen der Konferenz am 27. September 2012 an der Diplomatischen
Akademie Wien wird erstmals ein Überblick über die Situation der
Besatzungskinder in Österreich und Deutschland, ihre Sozialisations-
und Lebensbedingungen sowie ihre weiteren Biografien gegeben.
Stigma Besatzungskind
Gemäß Stalins Politik waren Eheschließungen zwischen sowjetischen
Soldaten und österreichischen bzw. deutschen Frauen so gut wie
ausgeschlossen. Die meisten Armeeangehörigen wurden sogar zurück in
die UdSSR versetzt, sobald eine derartige Liaison publik wurde.
Jahrzehntelang war ein Kontakt beinahe unmöglich.
Aber auch in den westlichen Besatzungszonen, in denen nach der
Aufhebung des Fraternisierungsverbotes Eheschließungen zwischen
Besatzungssoldaten und einheimischen Frauen erlaubt waren, wuchs die
Mehrheit der Besatzungskinder als eine "vaterlose Generation" auf.
Ohne Unterhaltszahlungen lebten viele dieser "unvollständigen"
Familien in finanziell schwierigsten Verhältnissen.
Bei einem großen Teil der Besatzungskinder sind die Folgen der
negativen individual-psychischen und psychosozialen Erfahrungen bis
heute bemerkbar. Auch die gesellschaftliche Ächtung - oder die Angst
davor - ist im näheren Umfeld teilweise nach wie vor spürbar.
Gleichzeitig sind viele der Betroffenen von Tabuisierungen,
Verheimlichungen und Lügen umgeben. "Dies ist besonders schmerzhaft,
wenn wenig bis nichts vom Vater bekannt ist", so Doz. Barbara
Stelzl-Marx, stv. Leiterin des Ludwig Boltzmann-Instituts für
Kriegsfolgen-Forschung. "Die Suche nach dem Vater ist für viele der
Betroffenen Zeit ihres Lebens ein Thema und etwas, das uns in unserer
Arbeit als Wissenschaftler am Institut immer wieder begegnet, indem
wir gebeten werden, bei der Suche zu helfen."
In Vorträgen mit internationalen Experten und Gesprächen mit
Zeitzeugen aus Österreich und Deutschland wird die Rolle der
(Nachkriegs-)Gesellschaften ebenso berücksichtigt wie jene der
(ehemaligen) Besatzungsmächte. Diese Spurensuche soll dieses vielfach
bis heute tabuisierte Thema der Öffentlichkeit zugänglich machen und
eine Lücke in der Zeitgeschichteforschung schließen.
Über die Ludwig Boltzmann Gesellschaft
Die Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG) ist eine
außeruniversitäre Forschungsorganisation mit Sitz in Wien und
betreibt Forschungsinstitute (Ludwig Boltzmann Institute - LBI) in
den Bereichen der Humanmedizin / Life Sciences sowie der Geistes-,
Sozial- und Kulturwissenschaften. Sie initiiert gemeinsam mit
akademischen und anwendenden Partnern innovative Forschungsthemen und
ist spezialisiert auf translationale Forschung - die Brücke zwischen
Grundlagenforschung und Anwendung. Derzeit betreibt die LBG 20 LBI
und 5 Cluster mit rund 380 MitarbeiterInnen. Die Einrichtung von
Ludwig Boltzmann Instituten für eine befristete Laufzeit erfolgt
aufgrund von Ausschreibungen mit internationalen
Begutachtungsverfahren.
Tabu Besatzungskind: Internationale Konferenz in Wien Runder Tisch mit Zeitzeugen: 16.15 bis 17.30 Uhr Information und Anmeldung: Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgen-Forschung Schörgelgasse 43, 8010 Graz Tel.: +43 316 82 25 00 Fax: +43 316 82 25 00-33 [email protected] www.bik.ac.at Um eine verbindliche Anmeldung wir wegen der begrenzten Teilnehmerzahl gebeten. Der Eintritt ist frei. Link zum Programm der Tagung: http://www.ots.at/redirect/konferenz_besatzungskinder1 Datum: 27.9.2012, 09:00 - 18:00 Uhr Ort: Diplomatische Akademie Wien Favoritenstraße 15, 1040 Wien
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | LBG






