• 18.09.2012, 12:48:52
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Ökostrom-Tarife ermöglichen moderaten Biomasse-Ausbau

1,5 MWel mit Investitionssumme von 9 Mio. Euro heuer noch umsetzbar

Utl.: 1,5 MWel mit Investitionssumme von 9 Mio. Euro heuer noch
umsetzbar=

Wien (OTS) - Nach zähen Verhandlungen konnte Umweltminister Niki
Berlakovich mit dem Wirtschafts- und dem Sozialminister einen
Kompromiss aushandeln, der eine Erhöhung der Einspeisetarife für
feste Biomasse, insbesondere im kleinen Leistungsbereich bringt. Der
Österreichische Biomasse-Verband begrüßt dieses Verhandlungsergebnis,
weil es innovativen, heimischen Technologieherstellern die
Möglichkeit bietet, ihre neuen Produkte am Markt zu platzieren. Einen
"Ausbau-Boom" bei KWK-Anlagen erwartet der Verband aber nicht. Dazu
sind die Tarife nach wie vor zu knapp bemessen. Um Anlagen
wirtschaftlich betreiben zu können, sind Standorte mit optimaler
Wärmenutzung nötig. Mit dem vorhandenen Restkontingent könnte heuer
eine Leistung von 1,5 MWel neu realisiert werden, was Investitionen
von 9 Millionen Euro nach sich ziehen würde. Positiv ist, dass die
Nachfolgetarife für Anlagen, deren Tariflaufzeit abgelaufen ist,
ebenfalls erhöht wurden. Eine "Inflations"-Anpassung der Tarife für
bestehende Anlagen war leider nicht umsetzbar. Die eingeführte fixe
jährliche Degression bei den Tarifen wird den Ausbau der Bioenergie
stark bremsen, denn es ist aus heutiger Sicht nicht davon auszugehen,
dass die Rohstoff- und Betriebskosten für die KWK-Werke sinken
werden.

Hintergrundinformation

Die Ökostromerzeugung auf Basis fester Biomasse leistet einen
wichtigen Beitrag zum österreichischen Strommix. Mit einem Anteil von
3,4% an der Gesamtabgabemenge ist feste Biomasse die wichtigste aller
geförderten Ökostromtechnologien, knapp vor der Windkraft. Mit
31.12.2011 hatten 121 Anlagen mit einer Engpassleistung von 325,4 MW
ein aufrechtes Vertragsverhältnis mit der Ökostromabwicklungsstelle
OeMAG. Im Jahr 2011 wurden von diesen Anlagen 1.969 GWh Ökostrom
eingespeist. Die durchschnittliche Volllaststundenzahl von über 6.050
Stunden zeigt, dass die Ökostromerzeugung auf Basis fester Biomasse
einen stabilen und vor allem planbaren Beitrag zur Deckung des
heimischen Strombedarfs leistet. Bis 2020 könnte die Anlagenkapazität
bei KWK-Anlagen auf Basis fester Biomasse um rund 100 MW elektrische
Leistung erweitert werden, sofern es gelingt, die Biomassepotenziale
aus dem Wald, der Landwirtschaft und der Abfallwirtschaft zu
mobilisieren.

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