Ökostrom-Tarife ermöglichen moderaten Biomasse-Ausbau

1,5 MWel mit Investitionssumme von 9 Mio. Euro heuer noch umsetzbar

Wien (OTS) - Nach zähen Verhandlungen konnte Umweltminister Niki Berlakovich mit dem Wirtschafts- und dem Sozialminister einen Kompromiss aushandeln, der eine Erhöhung der Einspeisetarife für feste Biomasse, insbesondere im kleinen Leistungsbereich bringt. Der Österreichische Biomasse-Verband begrüßt dieses Verhandlungsergebnis, weil es innovativen, heimischen Technologieherstellern die Möglichkeit bietet, ihre neuen Produkte am Markt zu platzieren. Einen "Ausbau-Boom" bei KWK-Anlagen erwartet der Verband aber nicht. Dazu sind die Tarife nach wie vor zu knapp bemessen. Um Anlagen wirtschaftlich betreiben zu können, sind Standorte mit optimaler Wärmenutzung nötig. Mit dem vorhandenen Restkontingent könnte heuer eine Leistung von 1,5 MWel neu realisiert werden, was Investitionen von 9 Millionen Euro nach sich ziehen würde. Positiv ist, dass die Nachfolgetarife für Anlagen, deren Tariflaufzeit abgelaufen ist, ebenfalls erhöht wurden. Eine "Inflations"-Anpassung der Tarife für bestehende Anlagen war leider nicht umsetzbar. Die eingeführte fixe jährliche Degression bei den Tarifen wird den Ausbau der Bioenergie stark bremsen, denn es ist aus heutiger Sicht nicht davon auszugehen, dass die Rohstoff- und Betriebskosten für die KWK-Werke sinken werden.

Hintergrundinformation

Die Ökostromerzeugung auf Basis fester Biomasse leistet einen wichtigen Beitrag zum österreichischen Strommix. Mit einem Anteil von 3,4% an der Gesamtabgabemenge ist feste Biomasse die wichtigste aller geförderten Ökostromtechnologien, knapp vor der Windkraft. Mit 31.12.2011 hatten 121 Anlagen mit einer Engpassleistung von 325,4 MW ein aufrechtes Vertragsverhältnis mit der Ökostromabwicklungsstelle OeMAG. Im Jahr 2011 wurden von diesen Anlagen 1.969 GWh Ökostrom eingespeist. Die durchschnittliche Volllaststundenzahl von über 6.050 Stunden zeigt, dass die Ökostromerzeugung auf Basis fester Biomasse einen stabilen und vor allem planbaren Beitrag zur Deckung des heimischen Strombedarfs leistet. Bis 2020 könnte die Anlagenkapazität bei KWK-Anlagen auf Basis fester Biomasse um rund 100 MW elektrische Leistung erweitert werden, sofern es gelingt, die Biomassepotenziale aus dem Wald, der Landwirtschaft und der Abfallwirtschaft zu mobilisieren.

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