• 15.09.2012, 11:53:19
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LH Dörfler betont Ja zum Bundesheer, zur Wehrpflicht und zum Zivildienst

Wehrpflicht und Zivildienst sind unverzichtbar - Demnächst Informations- und Aufklärungskampagne - Berufsheer und geplanter Sozialdienst würden enorme Mehrkosten verursachen

Utl.: Wehrpflicht und Zivildienst sind unverzichtbar - Demnächst
Informations- und Aufklärungskampagne - Berufsheer und
geplanter Sozialdienst würden enorme Mehrkosten verursachen=

Klagenfurt (OTS/LPD) - Mit Nachdruck setzt sich Kärntens
Landeshauptmann Gerhard Dörfler für die Beibehaltung der Wehrpflicht
und für den Zivildienst ein, der ebenfalls fallen würde, wenn es die
Wehrpflicht nicht mehr geben würde. Unter dem Motto "Kärnten sagt Ja
zum Bundesheer" sagte Dörfler heute, Samstag, im Rahmen einer
Pressekonferenz, dass es für ihn eine Chefaufgabe sei, die Menschen
zu einem klaren Ja zum Bundesheer, zur Wehrpflicht und zum
Zivildienst zu bewegen, dazu werde eine Informations- und
Aufklärungskampagne durchgeführt. Er sei zuversichtlich, dass
Kärnten eine kluge Entscheidung treffen werde, weil die Kärntnerinnen
und Kärntner wissen, was sie am Bundesheer hätten. Auch mit den
Zivildienst-Partnerorganisationen werde er Gespräche führen, denn
diese brauchen dringend Zivildiener. Einen Rückzug aus sozialer
Verantwortung dürfe es nicht geben, so Dörfler.

Gerade in Katastrophenfällen bzw. zur Assistenzdienstleistung sei das
Bundesheer unverzichtbar, verwies Dörfler auf den jüngsten Fall, als
die kleine abgängige Franca aus Nötsch von Hunderten Einsatzkräften
gesucht wurde. Dabei war es auf seine Initiative hin auch möglich,
dass an die hundert Bundesheersoldaten binnen weniger Stunden
einsatzbereit waren. Ein solch rascher Einsatz wäre bei einem
Berufsheer nicht möglich. Berufs- bzw. Milizsoldaten hätten andere
Aufgaben und würden laut Verteidigungsminister Darabos erst am
fünften Tag nach dem Beginn einer Katastrophe vor Ort im Einsatz
stehen. Das sei aber undenkbar bei Ereignissen, wie etwa auch die
Schneekatastrophe im Gailtal gezeigt habe, wo es um Stunden gehe,
rasch zu handeln, um Schlimmeres abzuwenden.

Die Schaffung eines Berufsheeres sei enorm teuer, das derzeitige
Militärbudget von rund zwei Milliarden (in der Schweiz etwa liegt es
bei 3,6 Mrd.) müsste stark erhöht werden. Hinzu kämen noch Hunderte
Millionen an Mehrkosten für den Zivildienst, die ebenfalls die
Steuerzahler zu tragen hätten. Auch sei mit dem Wegfall der
Wehrpflicht die Schließung von Kasernen verbunden, derzeit gibt es in
Kärnten neun Standorte, dann könnte es möglicherweise nur mehr zwei
oder drei geben, befürchtet Dörfler. Dies würden die Bevölkerung und
die Gemeinden und Regionen sicher nicht einfach hinnehmen.

Der Landeshauptmann verwies auf die Sturmkatastrophe Paula im Jahre
2008. Knapp 3.000 Manntage und rund 32.000 Einsatzstunden wurden zur
Bewältigung durch das Bundesheer geleistet. 2011 wurden beim Eisstau
am Klopeinersee und bei einer Waldbrandbekämpfung im Mölltal 5.870
Einsatzstunden bei 554 Manntagen geleistet. In Kärnten gibt es 1.327
Berufssoldaten, 386 Soldaten auf Zeit, 422 Zivilbedienstete und acht
Lehrlinge, weiters 1.900 Rekruten. Heuer wurden 630
Zivildienstanträge gestellt. Im Rahmen der Miliz gibt es beim
Jägerbataillon Kärnten 834 Soldaten und bei der Pionierkompanie
Kärnten 142 Soldaten.

Es sei einmalig, dass sich Bundespräsident Heinz Fischer für die
Wehrpflicht ausspreche, während Verteidigungsminister Norbert Darabos
jedoch für die Abschaffung sei, sagte Dörfler. Auch der steirische
Landeshauptmann Franz Voves und der niederösterreichische
Landeshauptmann Erwin Pröll hätten klar signalisiert, dass man bei
Katastropheneinsätzen unbedingt Rekruten brauche und ein Berufsheer
jedenfalls nicht genügen würde.

Dörfler erwähnte weiters den Hilferuf von Rotkreuzpräsident Peter
Ambrozy, der klar sagte, dass das System ohne Zivis zusammenbrechen
würde. Allein in Kärnten hätte man ohne Zivis zehn Millionen
Mehrkosten, in Österreich wären es dementsprechend Hunderte
Millionen.

Im Zivildienst werde soziale Verantwortung gelebt, hier dürfe es
daher kein Aus geben, betonte Dörfler. Das Bundesheer sei zudem
wichtig für die Solidarität der Gesellschaft und erweise sich auch
als ein gutes Integrationsangebot. Der Dienst an der Republik sei
wichtig und positiv und mache nur weniger als ein Prozent der
Lebenszeit aus, so der Landeshauptmann. Gerade wenn Konflikte
drohen, sei es wichtig und unverzichtbar, ein starkes, unabhängiges
Bundesheer zu haben. Daher werde er sich intensiv für ein Ja zum
Bundesheer, pro Wehrpflicht und Zivildienst bei der geplanten und als
bindend geltenden Volksbefragung am 20. Jänner 2013 engagieren,
unterstrich Dörfler.
(Schluss)

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