Erste Hilfe bei Kindern: Eltern haben Angst, Fehler zu machen

Studie belegt, dass ein Viertel der Befragten konkret nicht weiß, was im Ernstfall zu tun ist

Wien (OTS) - Gerade bei Kleinkindern ist die Verletzungsgefahr in den eigenen vier Wänden sehr hoch. Bei einer erst kürzlich durchgeführten Studie zeigte sich, dass mehr als die Hälfte aller Eltern Angst hat, bei einem Notfall mit Kindern etwas falsch zu machen. Anlässlich des Welttages der Ersten Hilfe am 8. September möchte der Samariterbund für die Thematik sensibilisieren.

Die Studie wurde im Auftrag des Samariterbundes vom Institut Karmasin Motivforschung durchgeführt. Befragt wurden 300 Personen, in deren Haushalt Kinder wohnen:

* Nur 25% der Befragten glaubten, effektive Erste Hilfe bei Kindern leisten zu können.

* Mehr als die Hälfte der Befragten (56%) hätte Angst, etwas falsch zu machen, vor allem Personen über 40 Jahre (62%) und ohne Matura (59%)

"Etwa 90% der Befragten waren der Meinung, dass der Erste-Hilfe-Kurs im Rahmen des Führerscheins nicht ausreichend sei, um Erste Hilfe bei Kindernotfällen zu leisten", erklärt Reinhard Hundsmüller, Bundesgeschäftsführer des Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs. "Bei mehr als einem Drittel der Befragten lag der letzte Erste-Hilfe-Kurs neun Jahre oder länger zurück. Einen speziellen Erste-Hilfe-Kurs für Kindernotfälle hatte kaum jemand besucht."

Jürgen Grassl, MSc., Bundesschulungsleiter des Samariterbundes, ergänzt: "Kinder sind keine kleinen Erwachsenen - das gilt ganz besonders bei einem Notfall. Es gibt bei ihnen zwar seltener ernsthafte Verletzungen, aber wenn es dazu kommt, können sie sehr schnell sehr gefährlich werden. Das Dramatische dabei ist, dass bei Kindern fast die Hälfte der Verletzungen, zu denen Rettungsorganisationen gerufen werden, lebensbedrohlich ist. Die Eltern sind dann die wichtigsten Ersthelfer, weil sie am schnellsten helfen können."

Bei der Karmasin-Umfrage wurde auch das tatsächliche vorhandene Wissen abgefragt:

92% der Befragten gaben beispielsweise an, die Erste-Hilfe-Maßnahmen bei großflächiger Armverbrennung zu kennen. 79% führten auch richtigerweise die sofortige Kühlung der betroffenen Stellen an. Zum Teil würde man aber auch auf Methoden zurückreifen, die mehr schaden als nützen (Eiswürfel auflegen: 17%, Wundsalbe auftragen: 14%).

Frauen (86%) und Personen bis 40 Jahre (87%) glauben am ehesten zu wissen, was beim Verschlucken von Fremdkörpern zu tun ist. Die Mehrheit würde den Rettungsdienst holen (67%). Ein Teil der Befragten würde aber falsche Maßnahmen ergreifen (33% würden versuchen, den Gegenstand mit dem Zeigefinger aus der Mundhöhle herauszuholen, 32% würden das Kind auf den Kopf stellen).

Der Samariterbund bietet spezielle Kurse für Eltern an. Anfragen unter 01 891 45 - 181

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