• 06.09.2012, 10:02:01
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Berlakovich: "Donau Soja"-Strategie hilft heimische Eiweißlücke zu schließen

Österreich ist viertgrößter Sojaproduzent der EU-27 - Expertenforum berät in Wien

Utl.: Österreich ist viertgrößter Sojaproduzent der EU-27 -
Expertenforum berät in Wien=

Wien (OTS) - "Die wirtschaftliche Bedeutung der Sojabohne für die
österreichische Tierhaltung und die Lebensmittelproduktion ist enorm.
Sie ist ein wertvolles Eiweißfuttermittel und enthält alle
essenziellen Aminosäuren, die unsere Nutztiere zum Aufbau von
körpereigenem Eiweiß benötigen. Ein Ersatz durch andere
Eiweißfuttermittel ist insbesondere in der Schweine- und
Geflügelfütterung nur eingeschränkt möglich. Unsere heimischen
Landwirte produzieren 2012 auf 37.000 ha rund 104.000 t Soja. Damit
sind wir der viertgrößte Sojaproduzent der EU-27", erläuterte
Landwirtschafts- und Umweltminister Nikolaus Berlakovich im Rahmen
des zweitägigen Donau Soja-Symposiums in Wien. Dabei werden
Lösungsansätze in Form einer Erweiterung des heimischen GVO-freien
Sojaanbaus auf die Donauländer von einer internationalen
Expertenrunde detailliert beraten. Österreich hat in der EU bereits
jetzt mit 2,8% den höchsten Anteil von Soja an der Gesamtackerfläche
und will den Anbau dieser Kultur weiter forcieren.

Initiative für verstärkten Soja-Anbau

Daher hat das Lebensministerium gemeinsam mit der
Landwirtschaftskammer bereits vor Jahren eine Beratungsoffensive
gestartet, wodurch der Anbau soweit intensiviert wurde, dass
Österreich 2012 zum viertgrößten Sojaproduzent der EU avanciert ist
und mit 2,8% den höchsten Anteil an der Gesamtackerfläche in der
EU-27 hält. Experten zufolge ist eine weitere Ausdehnung allerdings
auf maximal 50.000 ha begrenzt", so Berlakovich. Der Gesamtverbrauch
von Sojaschrot beträgt jedoch 500.000 bis 600.000 t/Jahr, der
überwiegend in der Schweinefütterung eingesetzt wird.

"Diese Initiative des Vereins Donau Soja, womit die Ausweitung der
Anbaufläche auf 16 Länder und Gebiete im Donauraum propagiert wird,
ist der richtige Weg. In diesem Gebiet sind nicht nur die
klimatischen Verhältnisse für einen Anbau, sondern mit mittelfristig
rund 4 Mio. und langfristig 10 Mio. ha auch ausreichend Fläche
vorhanden. Damit sind alle Voraussetzungen für eine eigenständige,
qualitativ hochwertige und garantiert gentechnikfreie
Eiweißversorgung gegeben", betonte Berlakovich seine Unterstützung
für das Projekt, das sowohl den aktuellen Sojaimport nach Europa um
rund die Hälfte verringern als auch die GVO-Problematik lösen würde.

Sojaanbau als Greening-Maßnahme gefordert

Minister Berlakovich bemüht sich auch auf europäischer Ebene um
Maßnahmen, die die bestehende Eiweißlücke deutlich verringern sollen.
"Ein maßgeblicher Aspekt liegt dabei in der Reform der Gemeinsamen
Agrarpolitik nach 2013. Hierzu muss klar gesagt werden, dass die von
der EU-Kommission geforderte verpflichtende Flächenstilllegung im
Ausmaß von 7% die Importabhängigkeit aller EU-Mitgliedsländer weiter
verschärfen würde", machte der Minister deutlich. "Wir schlagen daher
vor, den Anbau von Leguminosen, wie z.B. Soja, als Greening-Maßnahme
bei der Ökologisierung der GAP zu berücksichtigen. Damit können
mehrere positive Effekte gleichzeitig erzielt werden. Wir importieren
weniger Soja aus Übersee und die Fruchtfolge wird aufgelockert. Damit
kann weniger Stickstoffdünger eingesetzt werden, was ein gesünderes
Grundwasser bedeutet. Und schließlich kommen wir damit unserem Ziel
der GVO-freien Fütterung bei Schweinen näher", erklärte Berlakovich.
(Schluss)

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