Berlakovich: "Donau Soja"-Strategie hilft heimische Eiweißlücke zu schließen

Österreich ist viertgrößter Sojaproduzent der EU-27 - Expertenforum berät in Wien

Wien (OTS) - "Die wirtschaftliche Bedeutung der Sojabohne für die österreichische Tierhaltung und die Lebensmittelproduktion ist enorm. Sie ist ein wertvolles Eiweißfuttermittel und enthält alle essenziellen Aminosäuren, die unsere Nutztiere zum Aufbau von körpereigenem Eiweiß benötigen. Ein Ersatz durch andere Eiweißfuttermittel ist insbesondere in der Schweine- und Geflügelfütterung nur eingeschränkt möglich. Unsere heimischen Landwirte produzieren 2012 auf 37.000 ha rund 104.000 t Soja. Damit sind wir der viertgrößte Sojaproduzent der EU-27", erläuterte Landwirtschafts- und Umweltminister Nikolaus Berlakovich im Rahmen des zweitägigen Donau Soja-Symposiums in Wien. Dabei werden Lösungsansätze in Form einer Erweiterung des heimischen GVO-freien Sojaanbaus auf die Donauländer von einer internationalen Expertenrunde detailliert beraten. Österreich hat in der EU bereits jetzt mit 2,8% den höchsten Anteil von Soja an der Gesamtackerfläche und will den Anbau dieser Kultur weiter forcieren.

Initiative für verstärkten Soja-Anbau

Daher hat das Lebensministerium gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer bereits vor Jahren eine Beratungsoffensive gestartet, wodurch der Anbau soweit intensiviert wurde, dass Österreich 2012 zum viertgrößten Sojaproduzent der EU avanciert ist und mit 2,8% den höchsten Anteil an der Gesamtackerfläche in der EU-27 hält. Experten zufolge ist eine weitere Ausdehnung allerdings auf maximal 50.000 ha begrenzt", so Berlakovich. Der Gesamtverbrauch von Sojaschrot beträgt jedoch 500.000 bis 600.000 t/Jahr, der überwiegend in der Schweinefütterung eingesetzt wird.

"Diese Initiative des Vereins Donau Soja, womit die Ausweitung der Anbaufläche auf 16 Länder und Gebiete im Donauraum propagiert wird, ist der richtige Weg. In diesem Gebiet sind nicht nur die klimatischen Verhältnisse für einen Anbau, sondern mit mittelfristig rund 4 Mio. und langfristig 10 Mio. ha auch ausreichend Fläche vorhanden. Damit sind alle Voraussetzungen für eine eigenständige, qualitativ hochwertige und garantiert gentechnikfreie Eiweißversorgung gegeben", betonte Berlakovich seine Unterstützung für das Projekt, das sowohl den aktuellen Sojaimport nach Europa um rund die Hälfte verringern als auch die GVO-Problematik lösen würde.

Sojaanbau als Greening-Maßnahme gefordert

Minister Berlakovich bemüht sich auch auf europäischer Ebene um Maßnahmen, die die bestehende Eiweißlücke deutlich verringern sollen. "Ein maßgeblicher Aspekt liegt dabei in der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik nach 2013. Hierzu muss klar gesagt werden, dass die von der EU-Kommission geforderte verpflichtende Flächenstilllegung im Ausmaß von 7% die Importabhängigkeit aller EU-Mitgliedsländer weiter verschärfen würde", machte der Minister deutlich. "Wir schlagen daher vor, den Anbau von Leguminosen, wie z.B. Soja, als Greening-Maßnahme bei der Ökologisierung der GAP zu berücksichtigen. Damit können mehrere positive Effekte gleichzeitig erzielt werden. Wir importieren weniger Soja aus Übersee und die Fruchtfolge wird aufgelockert. Damit kann weniger Stickstoffdünger eingesetzt werden, was ein gesünderes Grundwasser bedeutet. Und schließlich kommen wir damit unserem Ziel der GVO-freien Fütterung bei Schweinen näher", erklärte Berlakovich. (Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

Lebensministerium, Pressestelle
Tel.: (+43-1) 71100 DW 6703, 6963

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AIZ0001