ÖH zu Inskription: Ziel sind mehr Studierende!

Zugansbeschränkungen wären fatale Reaktion auf sinkende Studierendenzahlen!

Wien (OTS) - Die Österreichische HochschülerInnenschaft zeigt sich empört über die Forderungen nach mehr Zugangsbeschränkungen. "Es ist absehbar, dass wir weniger neue Studierende als letztes Jahr haben werden - an der TU Wien ist zum Beispiel erst die Hälfte erreicht. Die Zahl der StudienanfängerInnen stagniert in den nächsten Jahren -das zeigt auch die Hochschulplanungsprognose. Dass parallel zu diesen Entwicklungen über eine weitere Senkung der Studierendenzahlen durch Zugangsbeschränkungen diskutiert wird, ist unfassbar", zeigt sich Peter Grabuschnig vom Vorsitzteam der ÖH erbost. "Wer sich wundert, dass die Studierendenzahlen zurückgehen, hat das letzte Jahrzehnt angeblicher "Hochschulpolitik" verschlafen. Man hat den Eindruck, dass deren Ziel ausschließlich war, (potentielle) Studierende abzuschrecken: Die Knock-Out Phase STEOP, die schon existierenden Zugangsbeschränkungen, ein defizitäres Beihilfensystem, Studiengebühren für viele, Aufbau des Konkurrenzdrucks unter Studierenden sowie zwischen FHs, PHs und Unis,... die Liste ist lang."

Die ÖH fordert deshalb, statt weiteren Zugangsbeschränkungen, einen sofort umsetzbaren 5-Punkte-Plan gegen das Sinken der Inskriptionszahlen und somit des Bildungsschiffs. "Erstens fordern wir die Abschaffung von expliziten Hürden wie der STEOP, sowie den Abbau von impliziten Hürden wie bürokratischen Mehraufwand - z.B. durch ein "One-Stop-Shop System" satt endloser Schlangen. Außerdem ist eine echte Orientierungsphase am Beginn des Studiums nach Forum Hochschule absolut nötig. Zweitens: Bessere soziale Absicherung durch den Ausbau von Sachleistungen (z.B. Freifahrten, Mensen, Lehrunterlagen, studentische Selbstversicherung, ...) und eine Erhöhung der Höchstudienbeihilfe auf ein existenzsicherndes Niveau samt Erweiterung des BezieherInnenkreises. Drittens ist, um Studieren wieder attraktiv zu machen, ein Schließen der Finanzierungslücke auf 2% des BIP schon bis 2015 nötig: Dazu benötigt es ca. 700 Millionen Euro mehr im Jahr. Viertens braucht es einen flächendeckenden Ausbau und Finanzierung hochwertiger Beratung für Studieninteressierte. Und Fünftens ist es höchste Zeit für die Einführung einer Gesamtschule für alle Kinder. Es darf nicht vergessen werden: die Trennung von Kindern schon mit neun Jahren stellt die größte Hürde zum Besuch einer Hochschule dar", so Grabuschnig.

Zusammenfassend ruft Grabuschnig zu Solidarität auf: "Wenn jetzt noch mehr Zugangsbeschränkungen kommen, verkommt die österreichische Hochschullandschaft endgültig zu einer Elitenausbildungstätte. Wir rufen alle, denen die österreichische Hochschulausbildung am Herz liegt, auf, sich den Bildungsraub nicht länger gefallen zu lassen. Gemeinsam für freie Bildung!"

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