- 30.08.2012, 14:20:35
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Bundeskanzler Faymann in Alpbach: "Wir müssen konstruktiv an der weiteren Integration Europas arbeiten"
Der Zerfall der Eurozone würde Milliarden Euro kosten, die Rückkehr zum Schilling wäre finaziell und sozial kaum abschätzbar
Utl.: Der Zerfall der Eurozone würde Milliarden Euro kosten, die
Rückkehr zum Schilling wäre finaziell und sozial kaum
abschätzbar=
Wien (OTS) - "Österreich hat von der Europäischen Integration
profitiert: Ein jährlich zusätzlicher Zuwachs von einem Prozent des
BIP ist darauf zurückzuführen. Das Land wurde damit in den letzten
zehn Jahren zu einem der wohlhabendsten Europas und das Land mit der
niedrigsten Arbeitslosigkeit", sagte Bundeskanzler Werner Faymann
heute beim Wirtschaftsgespräch beim Europäischen Forum Alpbach, an
dem er gemeinsam mit EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso und
Franz Fischler, dem Präsidenten des Forums Alpbach teilnahm.
Im Gegensatz dazu würde ein Auseinanderbrechen der Eurozone, in
einem Jahr einen Verlust von 32 Milliarden Euro und einen im
Vergleich zum aktuellen BIP um 11 Prozent geringeren
Wirtschaftsoutput bedeuten. Ein Einbruch von dem sich Österreich
erst in frühestens fünf Jahren erholen könnte, so der Kanzler, der
aus einer neuen Studie des Wirtschaftsforschungsinstitutes (WIFO)
zitierte. "Gleichzeitig würde die Arbeitslosenrate um 3,3 Prozent
steigen, das heißt, zusätzliche 140.000 Menschen würden ihren
Arbeitsplatz verlieren. Und wir können die sozialen Kosten und
politischen Konsequenzen, die sich aus diesem Szenario ergeben, noch
keineswegs abschätzen."
Noch höher und unwägbarer wären die ökonomischen und sozialen Kosten
bei einer Rückkehr zum Schilling. Es sei daher dringend geboten,
konstruktiv an der europäischen Integration weiter zu arbeiten,
betonte der Kanzler und zeigte die notwendigen Schritte konkret auf.
Erstens müsse gemeinsam mit den Willigen der Europäischen Union die
Finanztransaktionssteuer eingeführt werden.
Zweitens sei eine gemeinsame Bankenaufsicht zu etablieren, die auch
mit den entsprechenden Interventionsrechten ausgestattet ist.
Drittens müsse der ESM mit einer Bankenlizenz ausgestattet werden,
damit er handlungsfähiger werde.
Schließlich sei ein gemeinsames Schuldenmanagement in der Eurozone
zu installieren, um die Währung gegenüber Spekulation abzusichern
Aber: "Es wäre naiv, gemeinsame Verbindlichkeiten ohne strenge
Regeln und deren Kontrolle zu akzeptieren", sagt Faymann. Ebenso
bleibe es das Ziel und die Vision der Europäischen Union, dass sie
nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch eine soziale und
demokratische Union werde. "Dafür brauchen wir - wie die Bergsteiger
hier rund um Alpbach - auch eine gute Ausrüstung und verlässliche
Seilschaften."
Das Bild des Bergsteigers verwendete auch EU-Kommissionspräsident
Jose Manuel Barroso in Alpbach: "Wir wollen niemanden zurücklassen,
aber jetzt auch nicht vor dem Gipfel haltmachen. Die Integration
muss gemeinsam vervollkommnet werden." Es sei noch ein steiniger
Weg, aber ohne diesen Wandel der EU seien die Herausforderungen der
Zukunft nicht zu bewältigen.
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