- 30.08.2012, 11:38:36
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Umweltdachverband & Alpenverein: Innervillgraten in Osttirol bleibt kraftwerksfrei!
- Minister Berlakovich behebt Genehmigungsbescheid für naturzerstörerisches Kleinkraftwerk
Utl.: - Minister Berlakovich behebt Genehmigungsbescheid für
naturzerstörerisches Kleinkraftwerk=
Wien (OTS) - - LH Platter wird Verkennung der Rechtslage und
mangelnde Verfahrensqualität vorgeworfen
"Mit einer richtungweisenden Entscheidung bringt Bundesminister
Berlakovich wieder Wind in ein bereits verloren geglaubtes
Verfahren. Das Osttiroler Villgratental, ursprünglicher Zeuge einer
intakten Kulturlandschaft, bisher von großtechnischen Erschließungen
frei geblieben und ein Juwel für den Naturtourismus, bleibt nun
kraftwerksfrei", so Peter Haßlacher vom Oesterreichischen
Alpenverein. Die oberste Wasserrechtsbehörde hat gestern den
Wasserrechtsbescheid des Tiroler Landeshauptmanns wegen Verkennung
der Rechtslage und wegen mangelnder Verfahrensqualität behoben und
an die erste Instanz zurückverwiesen. "Offenbar ist das Land Tirol
bislang nicht in der Lage, Genehmigungsverfahren im
Wasserrechtsbereich den Rechtsnormen entsprechend abzuführen",
stellt Gerhard Heilingbrunner, ehrenamtlicher Präsident des
Umweltdachverbandes, fest. "Wir gratulieren dem Minister, dass er
sich allen Interventionen zum Trotz konsequent für die Einhaltung
der bestehenden Gesetze stark macht. Das ist eine offenbar nicht
mehr weit verbreitete Qualität unserer politischen
Entscheidungsträger", erklärt Heilingbrunner mit Blick auf den
Landeshauptmann von Tirol, der für den nun aufgehobenen
rechtswidrigen Wasserrechtsbescheid verantwortlich zeichnet. Ein
energiewirtschaftliches Gutachten hat zudem klar aufgezeigt, dass
die beiden Kraftwerke am Kalksteinbach und Stallerbach nicht
wirtschaftlich zu betreiben gewesen wären und sogar mangels Wassers
über einige Wintermonate still gestanden wären. Die Angaben der
Projekt betreibenden Gemeinde Innervillgraten wurden vom Land Tirol
unkritisch und rechtswidrig übernommen. "Die beiden
Kraftwerksprojekte der Gemeinde Innervillgraten sind auch bei einem
neuen Wasserrechtsverfahren im Land Tirol auf Basis des Tiroler
Kriterienkatalogs Wasserkraft und des von BM Berlakovich erlassenen
Bundesgewässerkriterienkatalogs nicht genehmigungsfähig", so
Haßlacher und Heilingbrunner.
Besonders zu danken ist nun Benjamin Schaller und Josef Schett,
jenen Innervillgratner Persönlichkeiten, die vor Ort gegen die
Kraftwerksvorhaben gekämpft haben. Mit Unterstützung durch die
Alpenvereinssektion Sillian ist es ihnen somit gelungen, enormen
wirtschaftlichen, landschaftlichen und ökologischen Schaden von
ihrer Heimatgemeinde abzuwenden.
Haßlacher und Heilingbrunner appellieren jetzt an den
Innervillgratner Bürgermeister Josef Lusser, den Weg frei für die
Zukunft zu machen. "Die Sorge um die Zukunft des Tales verbindet das
Villgratental mit dem Alpenverein und dem Umweltdachverband mehr als
uns das unwirtschaftliche Kraftwerksprojekt trennt. Initiieren wir
gemeinsam eine Kooperation im Rahmen der ländlichen Entwicklung für
die einmalige Kulturlandschaft des Villgratentales und arbeiten wir
in Zukunft gemeinsam an der Weiterentwicklung des
Bergsteigerdorf-Projektes", so Haßlacher und Heilingbrunner
abschließend.
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