- 30.08.2012, 10:49:56
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Heizen darf nicht zum Luxus werden: AK-Erfolge im Einsatz gegen Energiearmut
Linz (OTS) - Steigende Energiekosten und zunehmende Armut sind die
Ursachen dafür, dass viele Menschen ihre Wohnung nicht mehr
ausreichend heizen können. Die Arbeiterkammer zählt die Bekämpfung
von Energiearmut zu ihren Aufgaben und hat dabei schon einiges
erreicht. So darf Energie künftig erst nach zweimaliger Mahnung
abgeschaltet werden. "In den Wintermonaten sollte überhaupt ein
Abschaltungsverbot gelten", fordert AK-Präsident Dr. Johann
Kalliauer.
Weitere AK-Erfolge: Die An- und Abschaltung von Strom oder Gas
darf maximal 30 Euro kosten, und für Mahnspesen oder Gebühren für
Ratenzahlungspläne werden von der Regulierungsbehörde E-Control
Höchstpreise festgelegt.
Auch der bisherige "Risikoaufschlag" (die Vorauszahlung mehrerer
Teilbeträge als Sicherheitsleistung) für Haushalte, die in
Zahlungsschwierigkeiten sind oder waren, ist künftig untersagt. Seit
Juli sieht das neue Ökostromgesetz auch eine Befreiung von der
Ökostrompauschale (11 Euro pro Jahr) und eine Kostendeckelung
(maximal 20 Euro jährlich) beim Ökostromförderbeitrag für bestimmte
Personengruppen vor, sofern das Haushaltseinkommen den geltenden
Ausgleichszulagenrichtsatz nicht um mehr als zwölf Prozent
überschreitet.
Um Energiearmut wirksam bekämpfen zu können, sind aber weitere
Schritte notwendig. So sollte das Land Oberösterreich nach Ansicht
der AK einen jährlichen Bericht zum Thema Energiearmut erstellen.
"Und solange es noch kein gesetzliches Abschaltungsverbot gibt,
sollten die oberösterreichischen Energieunternehmen in der kalten
Jahreszeit auf Abschaltungen verzichten", fordert AK-Präsident
Kalliauer. Wichtig wäre auch ein Energieeffizienzfonds, der
einkommensschwachen Haushalten ermöglicht, veraltete und
energieraubende Geräte aus-zutauschen oder energieeffizient zu
sanieren.
Die AK Oberösterreich erneuert auch ihre Forderung nach einem
sozial-ökologischen Spartarif, der einen unterdurchschnittlichen
Energieverbrauch finanziell belohnt.
Studie "Energiearmut in privaten Haushalten"
Die von der Arbeiterkammer mitfinanzierte Studie "Energiearmut in
privaten Haushalten - Eine Bestandsaufnahme für Oberösterreich im
Umgang mit energiearmen Personen" vom Energieinstitut an der
Johannes Kepler Universität Linz beleuchtet den Umgang mit
"energiearmen" Personen, beschäftigt sich mit bereits durchgeführten
Maßnahmen und leitet daraus Hand-lungsempfehlungen ab.
Studienautorin Mag.a Christina Friedl kommt zu dem Schluss, dass
Energiearmut als komplexes Problem auch interdisziplinär bekämpft
werden muss. Vereinzelte Maßnahmen aus Sozial- und Energiepolitik
greifen zu kurz, gefragt sind auch die Bildungspolitik und die
Wirtschaftspolitik.
Arbeiterkammer und Energieinstitut betonen einhellig: Finanzielle
und soziale Unterstützungsangebote sind wichtig, erfolgreiche
Strategien gegen Energiearmut müssen aber auch auf die Optimierung
der Energieeffizienz und die Erhöhung der Einkommen in den
betroffenen Haushalten abzielen.
Eine Zusammenfassung der Studie finden Sie auf
www.arbeiterkamer.com .
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