• 29.08.2012, 11:15:37
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Energieagentur: Biotreibstoffdiskussion wenig zielführend

Biotreibstoffe sind ein wertvoller Baustein der Energiezukunft - Stillstand beim Ausbau der Erneuerbaren ist keine Alternative

Utl.: Biotreibstoffe sind ein wertvoller Baustein der Energiezukunft
- Stillstand beim Ausbau der Erneuerbaren ist keine
Alternative=

Wien (OTS) - Der Einsatz von Biomasse als erneuerbare Energiequelle
ist auch im Treibstoffbereich für Peter Traupmann, Geschäftsführer
der Österreichischen Energieagentur, fester Bestandteil der
Maßnahmen zur Reduktion der Abhängigkeit von importierten fossilen
Energieträgern und Reduktion von CO2 Emissionen.

Problematisch für die künftige Entwicklung sieht Traupmann die
wenig sachlichen, emotional aufgeheizten Beiträge zur Frage der
Nutzung von Biomasse für Energiezwecke. "Hier treffen ideologische
Standpunkte aufeinander. Gerne wird dabei ausgeblendet, dass die
Verteilungsfrage der Ernährung und der Hunger in der Welt globale,
Jahrhunderte bestehende Probleme darstellen, die im Vergleich zu
Preisspekulationen und Dürrekatastrophen von Biokraftstoffnutzung
kaum beeinflusst werden können.

Ebenfalls unerwähnt bleibt überwiegend, dass ein erheblicher
Anteil an landwirtschaftlicher Produktion von Anfang an nicht der
Nahrungsmittelerzeugung gewidmet ist. Baumwolle für Kleidung,
Futtermittel für Tierhaltung und vieles mehr.
Die Nutzung von Biomasse für Energie wird im Übermaß kritisiert,
dabei stellt sie einen wichtigen jetzt wirksamen Trend dar, der
neben anderen erneuerbaren und nachhaltigen Energien dringend
benötigt wird.

"Aktuelle Diskussionen in Alpbach haben gezeigt, wie wenig unsere
Wunschvorstellungen von nachhaltiger Energienutzung und unsere
Realität übereinstimmen. Ohne eine grundlegende Veränderung unserer
Lebensweise ist weder die Energiewende noch der Klimaschutz zu
bewältigen." fasst Peter Traupmann seine Eindrücke aus
kontroversiellen Debatten zusammen.

Die EU hat längst auf die Gefahr landwirtschaftlichen Raubbaus in
Entwicklungs- und Schwellenländern reagiert und verpflichtende
Nachweise der nachhaltigen Produktion von Rohstoffen für
Biotreibstoffe vorgeschrieben.

"Wir müssen dort anknüpfen, wo wir uns befinden, auch wenn wir
aus ethischer Sicht vieles als kritisch erkennen. Es macht keinen
Sinn zu ignorieren, dass die aktuelle Fahrzeuggeneration von
Verbrennungskraftmaschinen angetrieben wird. Den Treibstoffbedarf
und CO2 Ausstoß zu reduzieren und anteilig erneuerbare Energie in
Form von Biokraftstoffen beizumischen sind Maßnahmen, die sofort
wirksam sind. Unbestritten ist, dass der beste Kilometer der ist,
den wir einsparen und gar nicht fahren müssen. Aber ähnlich wie im
Gebäudebereich ist der überwiegende Teil der Häuser in denen wir
leben noch nicht energetisch unabhängig - noch müssen wir heizen und
dafür Energieträger einsetzen. Noch haben wir zu wenig Alternativen
im Verkehrsbereich. Ohne planhaftes, schrittweises Vorgehen wird die
Energiewende nicht herbeizuführen sein." so Traupmann.
Dabei benötigt die technologische Basis für die Nutzung von Biomasse
für Energie noch erhebliche Forschungs- und Entwicklungsleistungen.
Biomass To Liquid, die sogenannte 2. Generation von Biotreibstoffen,
soll die zellulosehaltigen Bestandteile von Nutzpflanzen, Rest- und
Abfallstoffen nutzbar machen. An der Gewinnung von Algenöl als
Rohstoff für Kraftstoffe wird gearbeitet. Forscher und Investoren
sollen Anreize sehen sich zu engagieren und diese Entwicklungen
voranzutreiben. Hier stellt sich gerade für Österreich auch die
Standortfrage, ob wir unseren technologischen Vorsprung und unsere
Attraktivität im Forschungssektor und für Investoren
aufrechterhalten wollen.

Die jetzigen Biokraftstoffe werden all zu oft mit der Null-Option
- also gar nichts zu tun - verglichen. Die Aufwände und indirekten
Kosten für Umweltschäden fossiler Energieträger werden dagegen samt
der Importabhängigkeit aus oftmals geopolitisch unsicheren Regionen
in Kauf genommen.

Für Traupmann ist klar, dass nur ein umfassender Mix an Maßnahmen
von Biomassenutzung über Wind, Solar und ganz wesentlich Steigerung
der Energieeffizienz zum Erfolg führen wird. "Wir sollten nicht
warten, bis nichts mehr geht und man sich um die letzten Reste
fossiler Energieträger zu streiten beginnt. Die technologische und
gesellschaftliche Entwicklung jetzt auf Eis zu legen ist keine
Option."

Über die Österreichische Energieagentur - Austrian Energy
Agency:

Die Österreichische Energieagentur ist das nationale
Kompetenzzentrum für Energie in Österreich. Sie berät auf Basis
ihrer vorwiegend wissenschaftlichen Tätigkeit Entscheidungsträger
aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft. Ihre Schwerpunkte liegen
in der Forcierung von Energieeffizienz und erneuerbaren
Energieträgern im Spannungsfeld zwischen Wettbewerbsfähigkeit,
Klima- und Umwelt-schutz sowie Versorgungssicherheit. Dazu
realisiert die Österreichische Energieagentur nationale und
internationale Projekte und Programme, führt gezielte Informations-
und Öffentlichkeitsarbeit durch und entwickelt Strategien für die
nachhaltige und sichere Energieversorgung. Die Österreichische
Energieagentur setzt klima:aktiv - die Klimaschutzinitiative des
Lebensministeriums - operativ um und koordiniert die verschiedenen
Maßnahmen in den Themenbereichen Mobilität, Energiesparen, Bauen &
Sanieren und Erneuerbare Energie. Weitere Informationen für
Mitglieder und Interessenten unter: www.energyagency.at

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