• 24.08.2012, 17:53:02
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Neues Volksblatt: "Nein, danke!" (von Michael Kaltenberger)

Ausgabe vom 25. August 2012

Utl.: Ausgabe vom 25. August 2012=

Linz (OTS) - Abgesehen von Erdäpfelgulasch, Schweinsbraten,
Schnitzel und anderen Köstlichkeiten der österreichischen Küche, die
auch die "Verbesserungs"versuche sogenannter Spitzenköche überdauern
werden, gibt es nur wenig, was nicht erneuert oder reformiert werden
müsste. Die Zeiten ändern sich, und wir uns mit ihnen. Allerdings
gilt es zu unterscheiden zwischen notwendigen und sinnvollen
Reformen und solchen, die zwar dem Zeitgeist entsprechen, aber
nichts bringen - außer vielleicht Ärger mit den Bürgern. Ganz im
intellektuellen Trend liegt zurzeit der Zentralismus. Zusammenlegen,
große Einheiten schaffen, Entscheidungen nach oben, heißt nach Wien,
verlagern, demokratisch legitimierte Gremien verkleinern - dann wird
alles besser, schneller und billiger. Meint man. Das Gegenteil ist
wahr. Der Zentralismus ist teuer und ein Ärgernis für die Bürger,
weil die Entscheidungen weit weg getroffen werden und daher oft
realitätsfern und nicht mehr nachvollziehbar sind. Österreich ist
nicht trotz dem Föderalismus so erfolgreich, sondern wegen seiner
bürgernahen Strukturen. Und der Zentralismus - der ist politisch
das, was beim Kochen Chili und Koriander-Kraut auf dem
Schweinsbraten sind: modern, aber für nichts gut. Nein danke!

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