- 24.08.2012, 08:47:20
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Chef von Greenpeace-International besetzt russische Gazprom-Ölplattform
Kumi Naidoo und fünf weitere Aktivisten protestieren gegen Ölbohrungen in der Arktis
Utl.: Kumi Naidoo und fünf weitere Aktivisten protestieren gegen
Ölbohrungen in der Arktis=
Wien/Petschora See (OTS) - Der Geschäftsführer von
Greenpeace-International, Kumi Naidoo, und fünf Aktivisten aus den
USA, Kanada, Finnland und Deutschland, protestieren seit 04:00 Uhr
Ortszeit auf der russischen Plattform "Prirazlomnaya" in der
Petschora See gegen Ölbohrungen in der Arktis. Den Umweltschützern
gelang es von einem Schlauchboot aus auf die Plattform von Gazprom
zu klettern. Die Aktion ist Teil einer internationalen
Greenpeace-Kampagne gegen die Pläne der Ölindustrie, darunter auch
Shell und Gazprom, die Arktis für die Ölförderung weiter zu
erschließen. Seit Juni unterstützen weltweit über eine Million
Menschen mit ihrer Unterschrift die Kampagne zum Schutz der Arktis
auf http://www.schuetztdiearktis.at. "Meine Kollegen und ich stehen
hier stellvertretend für die über eine Million Arktisschützer", sagt
Naidoo von Bord der Plattform. "Gazprom und Shell riskieren mit
ihren Förderplänen ein einzigartiges Ökosystem. Früher oder später
wird es in der Arktis zu einem Ölunfall kommen. Der einzige Weg,
dies zu verhindern, ist ein generelles Verbot aller Bohrungen in der
Arktis."
Gazprom plant für das kommende Jahr mit der Ölförderung zu
beginnen. In der vergangenen Woche deckte die Greenpeace auf, dass
Gazprom derzeit keinen offiziell genehmigten Notfallplan für einen
möglichen Ölunfall hat. Das russischen Energieministerium bestätigte
daraufhin, dass derzeit weder ein neuer Plan vorläge noch genehmigt
worden sei. Die Gazprom Bohrstelle in der Petschora See ist während
fast neun Monaten pro Jahr mit dickem Meereis bedeckt, die
Temperaturen können bis auf minus 50 Grad Celsius absinken. Dass das
Unternehmen auf diese Herausforderungen unzureichend vorbereitet
ist, geht aus einem Firmen eigenen Notfallplan hervor. Käme es in
der Petschora See zu einem Ölunfall, wäre eine Beseitigung des Öls
ist in dieser Region so gut wie unmöglich. Experten warnen, dass es
bisher keine Methode gibt, einen großen Ölunfall in dieser Region zu
beherrschen.
Gazprom und Shell sind die ersten großen internationalen
Ölkonzerne, die die Ausbeutung der Arktis in ihren Fokus stellen.
Wenn bei den Bohrungen in diesem Sommer von Shell vor Alaska und
Gazprom in der Petschora See Öl gefunden wird, werden andere
Öl-Konzerne mit Milliardeninvestitionen nachziehen und ebenfalls in
die Region gehen. Experten vermuten etwa 90 Milliarden Barrel (ein
Barrel= 159 Liter) Öl in der Arktis, das meiste davon unter dem
Meeresboden. Diese Menge würde reichen, um den derzeitigen
Weltverbrauch für etwa drei Jahre zu decken.
Weiterführende Informationen:
http://www.greenpeace.at/aktion-gazprom-oelplattform
http://www.greenpeace.at/schuetztdiearktis
Bildmaterial schicken wir gerne auf Anfrage
([email protected]) zu.
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