- 16.08.2012, 14:06:11
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ÖH: Gesetzesänderung im Fremdenrecht längst überfällig
Arbeitsrechtliche Gleichstellung von Studierenden aus Drittstaaten dringend erforderlich
Wien (OTS) - Die Österreichische HochschülerInnenschaft
unterstützt die Ambitionen zur Gesetzesänderung im Fremdenrecht.
Allerdings müssen die Erleichterungen nicht nur auf Bachelor- und
DoktoratsabsolventInnen erweitert werden, sondern auch die anderen
Hürden deutlich gesenkt werden, um Menschen zum Bleiben zu bewegen.
"Wir berücksichtigen die Rot-Weiß-Rot Karte in unseren
Beratungsangeboten an allen Hochschulen und in allen Broschüren zu
dieser Thematik", so Peter Grabuschnig vom Vorsitzteam der ÖH. "Dass
sie wenig in Anspruch genommen wird, liegt aus unserer Sicht nicht an
mangelnder Information, sondern vor allem an der unfassbaren
Ausformung der Rot-Weiß-Rot Karte. Gerade in der persönlichen
Beratung wird schnell klar woran es hier wirklich scheitert: die
Kriterien sind für viele einfach nicht erfüllbar."
Erstens haben Studierende aus Drittstaaten oft ein Problem, ihr
Studium finanzieren zu können, da eine Beschäftigungsbewilligung nur
für schlecht bezahlte Teilzeitarbeit, maximal 10 Stunden im
Bachelorstudium, und auch dann erst nach immenser Bürokratie erteilt
wird - das sind sehr oft nur geringfügige Beschäftigungen bis ca. 370
Euro", so Angelika Gruber vom Vorsitzteam der ÖH. "Es muss es endlich
eine arbeitsrechtliche Gleichstellung von Studierenden aus
Drittstaaten erfolgen. So lange das nicht passiert, darf sich niemand
wundern, warum StudienabsolventInnen oft nicht einmal hier bleiben
wollen."
Martin Schott vom Vorsitzteam der ÖH betont, dass nur wenige
StudienabsolventInnen wirklich mehr Chancen auf die Rot-Weiß-Rot
Karte haben: "Es gibt zwar sogenannte "Erleichterungen" für
StudienabsolventInnen, die die Rot-Weiß-Rot Karte beantragen wollen,
aber: Erstens ist ein Masterabschluss für diese Erleichterung nötig,
DissertantInnen und BachelorabsolventInnen einer "gut bezahlten
Studienrichtung" werden nicht erfasst. Außerdem ist es realitätsfern
anzunehmen, das es für StudienabsolventInnen ein Leichtes ist, ein
Einstiegsgehalts von monatlich EUR 1903,50 nachweisen zu können."
"Die Kriterien, mit der die Rot-Weiß-Rot Karte "Schlüsselkräfte"
definiert, sind auf 35-45-jährige ManagerInnen zugeschneidet, aber
nicht darauf ausgelegt, junge, hochqualifizierte Menschen in
Österreich zu behalten - was angesichts der immer wieder kritisierten
niedrigen AkademikerInnenquote erschreckend ist", so Schott. "Leider
muss man hinzufügen, dass die Rot-Weiß-Rot Karte nur ein kleines
Puzzlestück im rassistischen Normalzustand Österreichs ist und
deshalb auch viele, die bleiben könnten, sich dagegen entscheiden."
Rückfragehinweis:
Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH)
Philipp Poyntner, Pressesprecher
Tel.: 0676 888 52 211
mailto:[email protected]
http://www.oeh.ac.at
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