• 08.08.2012, 09:00:36
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Entschlüsselt: Zusammenhang Krebsmedikament und Lungenhochdruck - BILD

Univ.-Prof. DDr. Andrea Olschewski, Leiterin des Ludwig Boltzmann Instituts für Lungengefäßforschung.

Wien (OTS) - In den letzten Jahren kommen so genannte
Tyrosinkinasehemmer (Medikamente, die in den Krebszellen das Eiweiß
blockieren und somit das Tumorzell-Wachstum verhindern sollen) bei
der Behandlung von Krebserkrankungen immer häufiger zum Einsatz und
lassen Betroffene, denen mit herkömmlichen Methoden nur unzureichend
geholfen werden kann, hoffen. Dadurch können allerdings Beschwerden
auftreten, mit denen man nicht gerechnet hat, beispielsweise Atemnot
in der Folge von Lungenhochdruck.

Nun ist es einem Forscherteam in Graz gelungen, den Zusammenhang
zwischen einem Krebsmedikament und dem Lungenhochdruck zu großen
Teilen aufzuklären. Chandran Nagaraj vom Ludwig Boltzmann Institut
für Lungengefäßforschung an der Med Uni Graz hat sich unter der
Leitung von Univ.-Prof. DDr. Andrea Olschewski jahrelang intensiv mit
dem Thema Lungenhochdruck beschäftigt. Ihn interessieren dabei
besonders die bei Lungenhochdruck betroffenen molekularen Signalwege.
So gelang es ihm nun erstmals nachzuweisen, dass eine bestimmte
Protein-Tyrosinkinase auf die bei Lungenhochdruck betroffenen
Ionenkanäle der Körperzellen einwirkt. Das heißt, wenn es zu einer
Hemmung dieses Proteins kommt, kann die gefährliche Erkrankung
Lungenhochdruck ausbrechen. Der dazu kürzlich veröffentlichte
Fachartikel des Forscherteams in der internationalen Zeitschrift
"European Respiratory Journal" beschreibt den entscheidenden
Mechanismus im Detail und schafft damit das notwendige
Grundlagenwissen für die Entwicklung neuer Therapiestrategien.

Chandran Nagaraj, Bi Tang, Zoltan Balint, Malgorzata Wygrecka,
Andelko Hrzenjak, Grazyna Kwapiszewska, Elvira Stacher, Jörg
Lindenmann, E. Kenneth Weir, Horst Olschewski, Andrea Olschewski: Src
tyrosine kinase is crucial for potassium channel function in human
pulmonary arteries. European Respiratory Journal 2012.

Lungenhochdruck - eine gefährliche Erkrankung mit schleichendem
Verlauf

Am LBI für Lungengefäßforschung an der Med Uni Graz werden die
Funktion und Erkrankungen der Lungengefäße, die sämtliches Blut des
Körpers im Minutentakt durch die Lunge transportieren, erforscht.
Wenn diese Gefäße erkrankt sind, kann sich zum Beispiel
Lungenhochdruck entwickeln. Ein schwerer Lungenhochdruck kann
unbehandelt binnen einiger Monate zum Tod führen. Die Früherkennung
dieser Krankheit und die Erforschung potentieller neuer Medikamente
stehen im Fokus dieses LBI.

Über die Ludwig Boltzmann Gesellschaft

Die Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG) ist eine
außeruniversitäre Forschungsorganisation mit Sitz in Wien und
betreibt Forschungsinstitute (Ludwig Boltzmann Institute - LBI) in
den Bereichen der Humanmedizin / Life Sciences sowie der Geistes-,
Sozial- und Kulturwissenschaften. Sie initiiert gemeinsam mit
akademischen und anwendenden Partnern innovative Forschungsthemen und
ist spezialisiert auf translationale Forschung - die Brücke zwischen
Grundlagenforschung und Anwendung. Derzeit betreibt die LBG 20 LBI
und 5 Cluster mit rund 380 MitarbeiterInnen. Die Einrichtung von
Ludwig Boltzmann Instituten für eine befristete Laufzeit erfolgt
aufgrund von Ausschreibungen mit internationalen
Begutachtungsverfahren.

Drei Ludwig Boltzmann Institute an der Med Uni Graz

Neben dem LBI für Lungengefäßforschung, welches sich intensiv mit
der Erforschung der heimtückischen Lungenhochdruckerkrankung
beschäftigt, gibt es noch zwei weitere LBIs an der Medizinischen
Universität Graz. Im Zentrum des LBIs für Klinisch-Forensische
Bildgebung steht die gerichtsmedizinische Untersuchung von lebenden
Personen im Zusammenhang mit der Klärung rechtlicher Fragestellungen.
Am LBI für Translationale Herzinsuffizienzforschung erforscht man
neue Methoden zur Früherkennung und ursächlichen Behandlung der
Herzmuskelschwäche.

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at

Rückfragehinweis:
Ludwig Boltzmann Institut für Lungengefäßforschung
Univ.-Prof. DDr. Andrea Olschewski
Tel.: 0316/385-72057
[email protected]
http://lvr.lbg.ac.at

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