• 25.07.2012, 11:36:39
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Weichenstellungen für das kulturelle Leben Österreichs Bundesministerin Schmied legt Kunstbericht 2011 vor

Wien (PK) - Die Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Kultur hat
dem Nationalrat den Kunstbericht 2011 vorgelegt (III-341 d.B.).
Bundesministerin Claudia Schmied hält dazu fest, dass es im Bereich
Kunst und Kultur trotz Budgetkonsolidierung gelungen sei, die Budgets
und die Ausgaben stabil zu halten. Darin drücke sich "das klare
Bekenntnis zur Verantwortung des Staates für die Förderung von Kunst
und Kultur aus. Der Bund ist den Künstlerinnen und Künstlern auch in
schwierigen Zeiten ein zuverlässiger Partner", heißt es im Bericht.

"Künstlerinnen und Künstler schaffen mit ihren Arbeiten eine Welt des
Hinschauens und des Nachdenkens. Unsere Welt brauche Räume, in denen
Kunst sich entwickelt", sagt Bundesministerin Schmied im Vorwort und
meint weiter: "Meine Aufgabe ist es, dafür Rahmenbedingungen zu
schaffen, dass dies wirklich gelingt. Österreich ist eine
Kulturnation und durch unsere Maßnahmen stellen wir Weichen für das
kulturelle Leben heute und in der Zukunft." Jede Investition zahle
sich mehrfach aus, und es könne daher nie genug Mittel für die
zeitgenössische Kunst geben, so die Ministerin.

Die Schwerpunkte des Jahres 2011 lagen bei der verstärkten Förderung
des zeitgenössischen Kunstschaffens, der Forcierung der Mobilität von
Künstlerinnen und Künstlern, vor allem durch den Ausbau des
Auslandsatelierprogramms, sowie in der Verbreiterung der Teilhabe an
Kunst und Kultur. Das Nachwuchsstipendienprogramm wurde 2011
erfolgreich weitergeführt.

Zum Aufbau des Berichts

Das Budget wird im Kunstbericht zweifach dargestellt. So gibt das
erste Kapitel Auskunft über die Struktur der Ausgaben des Ressorts,
wobei die Darstellung der LIKUS-Systematik (Länderinitiative
Kulturstatistik) mit insgesamt 17 Förderungsbereichen folgt; die
Kunstsektion fördert davon 12. Dieses kulturstatistische System soll
die Transparenz der Kunst- und Kulturförderung erhöhen, indem es die
Kulturausgaben aller österreichischen Gebietskörperschaften
miteinander vergleichbar macht.

Kapitel II gibt Auskunft über die Förderungen im Detail,
aufgegliedert nach EmpfängerInnen, Höhe und Zweck. Hier folgt die
Darstellung der Geschäftseinteilung des BMUKK.

Kapitel III fast unter "Service" Informationen über Abteilungen,
Beiräte und Jurys zusammen und bringt eine Auflistung der
Förderungsmaßnahmen der Kunstsektion sowie wichtige Gesetzestexte.
Die beiden letzten Kapitel bieten ein Glossar zur Kunstförderung und
ein detailliertes Register zum Bericht (Personen, Institutionen und
Vereine, Abkürzungen).

Das Kunstbudget 2011

Aufgrund der von der Bundesregierung verordneten Sparmaßnahmen gab es
keinen Anstieg für das Kunstbudget des Jahres 2011. Betrug 2009 die
Gesamtsumme der Kunstförderungen 91,3 Mio. Euro und im Jahr 2010 87,8
Mio. €, lag der Budgetvoranschlag für 2011 bei 85,28 Mio. €. Ein
Hauptfaktor für diesen leichten Rückgang war, dass seit 2011 die
Finanzierung der Wiener Philharmoniker nicht mehr über die
Kunstsektion, sondern aus dem Budget der Kultursektion bzw. über die
Basisabgeltung der Bundestheater erfolgt.

Nach der LIKUS-Systematik nahm die Förderung von Film, Kino, Video-
und Medienkunst den ersten Platz ein (22,94 Mio. € bzw. 26,9 %),
gefolgt von der Darstellenden Kunst mit 17,27 Mio. € (20,25 %). 14,06
% des Budgets erhielten Festspiele und Großveranstaltungen mit 11,99
Mio. €. Für die Literatur gab es 9,06 Mio. € (10,62 %). Etwa gleich
viel ging an den Bereich Bildende Kunst, Architektur, Design, Mode,
Fotographie mit 9,03 Mio. € (10,59 %). Musik erhielt 7,6 % des
Budgets bzw. 6,48 Mio. €., Kulturinitiativen 4,2 Mio. € (4,93 %). Der
Rest verteilte sich auf Soziales (1,76 Mio. €), Internationaler
Kulturaustausch (1,49 Mio. €), Presse (0,88 Mio. €), Wissenschaft
(120.000 €) sowie Aus- und Weiterbildung (60.000 €).

Frauen und Männer im Kunstbereich - auf dem Weg zur Parität

Im Bericht wird hervorhoben, dass es im Vorjahr gelungen ist, eine
weitere Verbesserung der Ausgewogenheit in der Aufteilung der
aufgewendeten Mittel zwischen Männern und Frauen (Gender Budgeting)
zu erreichen. Insgesamt 47 % der Mittel für Stipendien, Projekte,
Ankäufe, Preise und Prämien gingen an Frauen. Man sei hier auf dem
richtigen Weg, aber noch nicht am Ziel, heißt es dazu im Bericht. Bei
den Startstipendien, die am Anfang der Karriere den Künstlerinnen und
Künstlern den Einstieg erleichtern sollen, wurden 59 Stipendien an
Frauen, 31 an Männer vergeben.

2011 wurde zudem ein Künstlerinnen-Mentoring Programm gestartet.
Erfahrene Künstlerinnen oder im Kunstbetrieb organisatorisch
verankerte Frauen unterstützen junge Künstlerinnen durch
professionelle berufsbezogene Beratung.

Bildende Kunst, Architektur, Design, Mode, Fotographie

Die Aufgaben der Abteilung 1 liegen vor allem in der Förderung
entsprechender Strukturen für die Aufarbeitung, Präsentation und
Vermittlung von bildender Kunst, Architektur, Design, Mode,
Fotographie sowie von Video- und Medienkunst. Ein weiterer
Schwerpunkt ist die Finanzierung von einzelnen Vorhaben. Über
Ausschreibungen oder auf Basis von Förderanträgen werden Stipendien
vergeben. Der Bund fördert auch Galerien und tätigt Ankäufe.
Grundsätzlich geht es darum, sowohl bewährte Strukturen zu sichern
als neue Impulse, Entwicklungen und Präsentationen zu ermöglichen.
Dabei liegt das Augenmerk auf der Förderung junger KünstlerInnen und
der Verstärkung der internationalen Präsenz österreichischer
zeitgenössischer Kunst. Von den insgesamt 9,03 Mio. € standen 4,46
Mio. für die bildende Kunst und 2,18 Mio. € für Architektur und
Design zur Verfügung.

Musik und darstellende Kunst

Die Abteilung 2, welche die Bereiche Musik und Darstellende Kunst
abdeckt, hatte 34,8 Mio. € an Budget und stand damit unter den
Abteilungen an erster Stelle. Die Förderung für den Bereich Musik
belief sich dabei 2011 auf 6,14 Mio. €. Die Darstellende Kunst
erhielt 17,27 Mio. €. Den größten Anteil daran hatten die
Jahresförderungen für Theaterbühnen mit 15,58 Mio. € sowie Festspiele
und ähnliche Saisonveranstaltungen mit 10,82 Mio. €. Für die
KünstlerInnenhilfe wurden 24.000 € aufgewendet.

Der Löwenanteil ging auch 2011 wieder an die großen Bühnen und
Festspiele. So erhielt die "Josefstadt" insgesamt 6,27 Mio. €, etwas
weniger als im Vorjahr, gefolgt von den Salzburger Festspielen (5,23
Mio. €), dem Volkstheater (4,98 Mio. €), und den Bregenzer
Festspielen (2,27 Mio. €) sowie dem Theater der Jugend (1,25 Mio. €).
Die Projektförderungen für Kleinbühnen und Theaterinitiativen
(darunter fallen auch viele Tanztheater) summierten sich auf 1,65
Mio. €.

Literatur

Die Förderung von literarischen Vereinen und Veranstaltungen bildete
2011 mit ca. 6,97 Mio. € den größten Posten in der Kategorie
Literatur. Der Gesamtbetrag war aber etwas niedriger als im Jahr
davor. Literarische Publikationen wurden über die Förderungen von
Verlagen, Buchpräsentationen, Buchprojekten, Buchankäufen und
Zeitschriften mit ca. 3 Mio. € unterstützt. Die Personenförderungen
durch Stipendienprogramme summierte sich auf 1,35 Mio. €, ein
leichter Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Übersetzungsförderungen in
der Höhe von 232.370 € trugen zur Internationalisierung der
österreichischen Literatur bei. Die Summe der vergebenen Preisgelder
im Literaturbereich belief sich auf 127.000 €, die KünstlerInnenhilfe
auf 34.022,18 €.

Film

Die von der Abteilung 3 betreute Sparte Film stellte 2011 mit € 22,88
Mio. bzw. 26,9 % des Budgets der Kunstsektion auch den größten
Förderungsbereich dar, wenn man nach der LIKUS-Systematik vorgeht.
2,21 Mio. wurden für die Kategoire "Innovativer Film" aufgewandt,
3,13 Mio. € für Filminstitutionen. Programmkinos erhielten 873.200 €
an Unterstützungen, wovon 0,5 Mio. € für die Digitalisierung zur
Verfügung standen.

Den größten Budgetposten der Abteilung 3 machte das Österreichische
Filminstitut mit allein 16,57 Mio. € aus. Die mit diesen Mitteln
möglichen Förderungszusagen des Österreichischen Filminstituts in
Höhe von 15,46 Mio. € werden dabei nochmals eigens aufgeschlüsselt.
So wurden 10,5 Mio. € für die Herstellung von Kinofilmen, 3,07 Mio. €
für die Verwertung (Filmstarts, Festivalteilnahmen etc.) ausgegeben.

Kulturinitiativen

Die Sparte Kulturinitiativen erhielt 2011 4,99 Mio. € des
Kunstbudgets des BMUKK und wurde zur Gänze von der Abteilung 7
finanziert. Dabei geht mit 4,7 Mio. € der Großteil der Mittel in den
Bereich Vereinsförderung (überwiegend für Kulturprogramme und
Kulturvermittlung, aber auch für Jahrestätigkeiten,
Öffentlichkeitsarbeit, Investitionen, Kunst- und Kulturprojekte sowie
kleinere Festivals). Für die Personenförderung (Reise- und
Projektkostenzuschüsse, Traineestipendien) wurden 211.025,50 €
ausgeschüttet. Für Preise und Prämien standen € 66.000 zur Verfügung.

Preise

Der vorliegende Bericht gibt auch Auskunft über die heimischen Preise
und Auszeichnungen. Der Österreichische Kunstpreis in der Sparte
Literatur ging 2011 an Franz Schuh, der Outstanding Artist Award an
Barbara Hundegger. Javier Marías erhielt den Österreichischen
Staatspreis für Europäische Literatur, Peter Waterhouse den Ernst-
Jandl-Preis für Lyrik und Jiri Grusa den Manes-Sperber-Preis. An
Klaus Nüchtern ging der Österreichische Staatspreis für
Literaturkritik und an Thomas Stangl der Erich-Fried-Preis. (Schluss)

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