• 24.07.2012, 13:06:36
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Steueroasen trocken legen!

21 bis 32 Billionen Dollar liegen unversteuert in Steueroasen

Wien (OTS) - Eine Studie des Tax Justice Networks (TJN) deckt auf,
dass Reiche weltweit Steuern in Höhe der zusammengezählten
Bruttoinlandsprodukte (BIP) von Japan und den USA hinterziehen. Das
sind weltweit 280 Milliarden Euro. Besonders sogenannte
Entwicklungsländer und ölreiche Länder sind von Steuerflucht
betroffen. Die Hinterziehung dieser riesigen Summen macht deutlich,
welche Ressourcen zur Überwindung der Krise aufgrund der Untätigkeit
der Politik brach liegen.

Auch Österreich ist eine Steueroase

Auf der Liste des TJN-Netzwerks der Steueroasen befindet sich
Österreich u. a. aufgrund des strengen Bankgeheimnisses an 17.
Stelle. Österreich befindet sich damit in "guter" Gesellschaft mit
Ländern wie Liechtenstein, den Cayman Islands oder den Bermudas.
"Seit Jahren blockiert Österreich mit seinem Bankgeheimnis die
Überarbeitung der EU-Zinsrichtlinie und hintertreibt so den Kampf
gegen internationale Steuerflucht", erklärt Gerhard Zahler-Treiber,
Steuerexperte von Attac Österreich. "Die Absicht dahinter ist
offensichtlich: Österreich will seine eigene Position als
Zufluchtsland von nicht korrekt versteuertem Geld weiter festigen."
Auch die im europäischen Vergleich niedrige Besteuerung von Vermögen
trägt zu diesem Status bei.

Attac fordert Steuerpakt

Lösungen müssen international sowie auf europäischer Ebene gefunden
werden. "Sie liegen auf der Hand: Es ist notwendig, für Europa ein
einheitliches Steuersystem zu schaffen, das umverteilend wirkt und
nicht - wie in der aktuellen Situation - die Schere zwischen Arm und
Reich noch weiter vergrößert. Es braucht einen Steuerpakt für
Europa!", sagt Gerhard Zahler-Treiber weiter. Dazu braucht es
Transparenzregeln für die Finanzmärkte, so dass nachvollziehbar wird,
welche Transaktionen überhaupt stattfinden und wo Geld am Staat
vorbeigeschmuggelt wird. In Zeiten, wo das Kapital fast
ausschließlich über das Internet von Bank zu Bank "reist", ist das
viel leichter zu kontrollieren als beim klassischen Geldkoffer. "Bei
Nichtkooperation von Steueroasen muss entweder der Kapitalein- und
-austritt kräftig besteuert oder den Banken, die in Steueroasen
operieren, die Teilnahme am internationalen Kapitalverkehr verweigert
werden. Finanztransaktionssteuer und eine einheitliche Besteuerung
von großen Vermögen sind außerdem notwendig um den Steuerwettbewerb
nach unten zu stoppen", so Gerhard Zahler-Treiber abschließend.

Rückfragehinweis:
Attac
Natascha Strobl, Attac-Pressesprecherin
Tel.: Tel.: 01/544 00 10, 0650/544 00 10
mailto:[email protected]
www.attac.at

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