Neues Volksblatt: "Nächster Schritt" von Herbert SCHICHO

Ausgabe vom 23. Juli 2012

Linz (OTS) - Wie immer auch die neue Regelung bei der Invaliditätspension im Detail ausschaut, sie geht in die richtige Richtung. Erstens hilft sie den Betroffenen. Gerade für junge Menschen war die Invaliditätspension oft der Einstieg in den sozialen Abstieg. Die Pensionszahlung war, aufgrund der kurzen Versicherungszeit, niedrig; der Pensionist wurde seiner Pensionsursache, oft Sucht oder psychische Erkrankung, überlassen. Nun wird der Ausweg I-Pension, der sich meist als Sackgasse herausgestellt hat, erschwert.
Zweitens hilft es auch der Wirtschaft, denn kurzfristig mag es eine Einsparung sein, einen "kranken" Mitarbeiter in die Pension zu treiben. Aber gescheit ist nicht und wirtschaftlich auch nicht mehr, wenn ich keine adäquate Ersatzkraft bekomme.
Und drittens profitiert der Staat. Denn klar ist, dass Österreich sich das Pensionssystem nur leisten kann, wenn das faktische Antrittsalter steigt. Nur so kann die Balance zwischen Beitragszahlern und Beitragsnehmern auf Dauer gehalten werden.
Man kann nun hoffen, dass nach der Invaliditätspension auch die nächste Pensionsbaustelle angegangen wird. Selbst in der SPÖ beginnt man laut darüber nachzudenken, schon früher das gesetzliche Pensionsantrittsalter der Frauen, an jenes der Männer heranzuführen. Zur Erinnerung: Die 1992 fixierte Regelung sieht eine Angleichung ab 2024 vor, die 2033 abgeschlossen sein soll.

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt, Chefredaktion
Tel.: 0732/7606 DW 782
politik@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001