- 19.07.2012, 10:41:52
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Hunger und Dürrekatastrophe in Somalia - ein Jahr danach
Hunger gelindert, medizinische Versorgung erschreckend
Mogadischu/Wien (OTS) - Die SOS-Nothilfe in Ostafrika hat 90.000
Kindern und deren Familien das Überleben gesichert. Schwerpunkte
waren die Verteilung von Nahrungsmitteln, Wasser und Spezialnahrung
für stark unterernährte Kinder sowie medizinische Behandlung und
psychologische Betreuung.
Ein Jahr nach Ausrufung der Hungersnot in Ostafrika durch die UN
(20.7.2011) hat sich die Ernährungssituation in der Region gebessert.
Der Hunger in Somalia, Nordkenia und Südäthiopien konnte weitgehend
gelindert werden. Infolge lang anhaltender Dürre und des Bürgerkriegs
in Somalia litten rund 13 Millionen Menschen Hunger, allein 500.000
Kinder waren in lebensbedrohlichem Zustand. Wie viele Menschen
starben ist unklar. Schätzungen gehen in die Hunderttausende.
Unsichere Lage in Somalia behindert Menschen beim Ackerbau
"Die Regenfälle in dieser Saison waren sehr ergiebig", sagt Ahmed
Ibrahim, SOS-Kinderdorf-Leiter in Somalia. "Viele Menschen konnten in
ihre Heimat zurückkehren und mit dem Ackerbau beginnen." Trotz dieser
positiven Entwicklung leben nach wie vor sehr viele Menschen in
Flüchtlingslagern, da sie wegen des anhaltenden Bürgerkriegs Angst
vor einer Rückkehr haben, sie fürchten Auseinandersetzungen zwischen
Truppen der Übergangsregierung und den Al-Shabaab-Milzen. Die Folge
ist, dass ihre Felder unbewirtschaftet bleiben und die Gefahr einer
erneuten Hungersnot nach wie vor nicht gebannt ist", so Ibrahim.
Hungerflüchtlinge, die heimkehren, bekommen von SOS-Kinderdorf
Saatgut, einfache landwirtschaftliche Geräte und Ziegen, um ihnen
einen Neuanfang zu ermöglichen. "Wir wollen nicht, dass die Menschen
dauerhaft in den Lagern bleiben. Sie sollten, sofern möglich, in ihre
Heimatgebiete zurückkehren und sich dort eine Zukunft aufbauen",
betont der SOS-Leiter.
Medizinische Versorgung im Land bleibt großes Problem
"Das größte Problem ist derzeit die medizinische Versorgung",
erklärt Ibrahim weiter. "Somalia hat die höchste
Kindersterblichkeitsrate der Welt. Viele Kinder könnten gerettet
werden, denn die häufigsten Todesursachen wie Mangelernährung,
Malaria, Lungen- und Darmerkrankungen sind behandelbar", sagt
Ibrahim. "Wir brauchen dringend medizinische Hilfe."
Die SOS-Klinik in Mogadischu, die jährlich bis zu 150.000
Behandlungen durchgeführt hat, bleibt weiterhin geschlossen. Nach
schwerem Artilleriebeschuss im vergangenen Juli musste sie erstmals
seit ihrer Inbetriebnahme 1985 geschlossen werden. Das teilweise
stark zerstörte Gebäude wird wiederaufgebaut und in Betrieb genommen,
sobald es die Sicherheitslage zulässt. Bis dahin versorgen die
mobilen SOS-Kliniken in Mogadischu/Badbado und Baidoa weiterhin
72.000 Flüchtlinge, vorwiegend Mütter und Kinder.
Rückfragehinweis:
Tina Vermeer, SOS-Kinderdorf/Presse,
Tel. 0676/881 444 86 bzw. 01/ 368 31 35-91
E-Mail: [email protected]
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