Innsbruck ist Warnung genug - Leitartikel von Mario Zenhäusern

Nach der Polit-Sommerpause droht Tirol ein langer Landtagswahlkampf. Leider wieder mit viel Streit, aber wenig Inhalten.

Innsbruck (OTS/TT) - Rechtzeitig vor der Sommerpause haben alle Tiroler Parteien - zumindest jene, die bereits jetzt im Landtag vertreten sind - die Weichen für die Landtagswahlen gestellt. Die Spitzenkandidaten sind nominiert. Passiert nichts Unvorhergesehenes, werden Günther Platter (ÖVP), Gerhard Reheis (SPÖ), Ingrid Felipe (Grüne), Gerald Hauser (FPÖ), Fritz Dinkhauser (Liste Fritz) und Fritz Gurgiser (Bürgerklub Tirol) ihre Gruppierungen anführen.

Ab Herbst droht dem Land dann ein langer und vor allem ein brutal geführter Wahlkampf. Bereits jetzt, wo alle unisono betonen, noch weit entfernt zu sein von einer Wahlauseinandersetzung, liegen die Nerven blank und fliegen die Hackeln tief. Wenn das noch kein Wahlkampf ist, dann waren die vergangenen Landtagssitzungen zumindest ein Vorgeschmack auf das, was uns demnächst erwartet: Streit, parteipolitische Grabenkämpfe und persönliche Untergriffe, aber keine Inhalte; keine Visionen, in welche Richtung sich das Land weiterentwickeln soll.

Wenn die Verantwortlichen in allen Parteien diese fatale Entwicklung nicht verhindern, bereiten sie den Boden auf für jene, die der Politik für immer den Rücken zukehren.

Das Beispiel Innsbruck hat gezeigt, dass es durchaus möglich ist, mit geeigneten Kandidaten und entsprechenden Programmen erfolgreich zu sein. Auch für Parteien, die viele schon abgeschrieben haben. Innsbruck hat aber auch gezeigt, wie leicht es ist, durch falsche Strategien einen scheinbar erzielten Erfolg mit einem Schlag zu verspielen. Vor allem aber ist Innsbruck ein Lehrbeispiel dafür, wie negativ sich ein gehässig und untergriffig geführter Wahlkampf auswirken kann. Das sollte den Landespolitikern eigentlich Warnung genug sein.

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