• 12.07.2012, 09:48:49
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UNESCO richtet Biosphärenpark "Mur-Drau-Donau" ein

800.000 Hektar Naturschutzgebiet: Österreich soll ab 2013 dabei sein

Wien. (OTS) - Die UNESCO hat gestern in Paris den
kroatisch-ungarischen Teil des geplanten Fünf-Länder-Biosphärenpark
an Mur, Drau und Donau offiziell anerkannt. Serbien will noch heuer
seinen Teil einbringen, Slowenien und Österreich sollen nächstes Jahr
den neuen Biosphärenpark komplettieren. Der Biosphärenpark
Mur-Drau-Donau wird mit 700 Kilometern Länge und einer Fläche von
800.000 Hektar Europas größtes Flussschutzgebiet, an dem fünf Länder
teilhaben. Das entspricht der dreifachen Fläche aller sechs
österreichischen Nationalparks zusammen. Der WWF arbeitete mit
mehreren Partnerorganisationen seit mehr als zehn Jahren an dessen
Verwirklichung. "Kroatien und Ungarn haben hier im europäischen
Naturschutz ein Beispiel und einen Meilenstein für die künftige
Einbindung der Schutzzonen in Österreich, Serbien und Slowenien
gesetzt", gratuliert die Geschäftsführerin des WWF Österreich,
Hildegard Aichberger zum Erfolg.

Mit der gestrigen Erklärung der UNESCO sind nun 630.000 Hektar
Flussauen grenzüberschreitend geschützt. Dies entspricht knapp 80
Prozent des zukünftigen aus fünf Ländern bestehenden Biosphärenparks
"Mur-Drau-Donau". 240.000 Hektar des Gebiets sind Kern- und
Pufferzonen. 390.000 Hektar wurden als Übergangszonen ausgewiesen.
Durch den neuen Schutzstatus können die Flüsse und deren
Einzugsgebiete effektiver geschützt und revitalisiert und das
Flussgebietsmanagement verbessert werden. Die nachhaltige Entwicklung
der Region mit ihren kulturellen Werten und Einrichtungen wird
gefördert. "Angesichts der geplanten Donauregulierung in Kroatien,
immer wieder aufkeimenden Kraftwerksplänen und illegalen Sand- und
Kiesbaggerungen wurde das Schutzgebiet dringend nötig", sagt
WWF-Projektleiter Arno Mohl.

Der heutigen Anerkennung durch das UNESCO MAB (Man and Biosphere)
Komitee gingen jahrelange Vorbereitungen voraus. Im Jahr 2009
unterzeichneten die Umweltminister von Kroatien und Ungarn eine
gemeinsame Erklärung den grenzüberschreitenden Biosphärenpark
"Mur-Drau-Donau" einzurichten. Dafür wurden die Regierungen von
Kroatien und Ungarn vom WWF mit dem "Leaders for a Living Planet
Award" ausgezeichnet. Im März 2011 wurden in Ungarn die Weichen für
die Erweiterung gestellt. Die Umwelt- und Naturschutzminister von
Österreich, Kroatien, Serbien, Slowenien und Ungarn unterzeichneten
letztes Jahr das Gründungsabkommen. Serbien möchte noch im September
2012 seine Zone bei der UNESCO einreichen. Österreich und Slowenien
planen dies für September 2013.

In Österreich soll die Mur entlang der österreichisch-slowenischen
Grenze flussabwärts von Bad Radkersburg angeschlossen werden. Das
Land Steiermark hat 2001 die Auwälder der Grenzmur in das europäische
Schutzgebietsnetz Natura 2000 eingegliedert. "Die zuständigen
Abteilungen für Schutzwasserwirtschaft und Naturschutz der
steiermärkischen Landesregierung haben großartige Vorarbeiten für den
zukünftigen Biosphärenpark geleistet", erklärt WWF-Flussexperte Arno
Mohl und stellt fest: "Die naturnahe Bewirtschaftung und die
Revitalisierung von Murabschnitten haben neuen Lebensraum für
Eisvogel, Schwarzstorch und Fischotter geschaffen."

Der UNESCO-Biosphärenpark "Mur-Drau-Donau" wird das erste
Schutzgebiet weltweit, das fünf Länder umfasst, und von diesen
gemeinsam verwaltet wird. Die Einrichtung dieses Biosphärenparks ist
ein Zeichen der internationalen Verständigung und regionalen
Zusammenarbeit in Europa. Die Fläche des Auenbandes besteht derzeit
aus 13 einzelnen Schutzgebieten unterschiedlicher Kategorien. Es
erstreckt sich vom Natura 2000 Gebiet an der steiermärkischen Mur
zwischen Spielfeld und Bad Radkersburg entlang der Drau und Donau
über Slowenien, Ungarn und Kroatien bis nach Serbien. Das Gebiet
beherbergt mit über hundert Brutpaaren die größte Seeadlerdichte in
Europa und ist Rastplatz für mehr als eine Viertelmillion
Wasservögel. Die Auen entlang der Flüsse sind wichtige
Trinkwasserreservoirs für die Region, bieten Hochwasserschutz und
haben eine große Bedeutung für die Menschen als Erlebnis- und
Erholungsraum.

Rückfragehinweis:
MMag. Franko Petri, Pressesprecher WWF, Tel. 01-48817-231 oder 0676-83488231, Email: [email protected]; Website: www.wwf.at/presse.

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